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Wirtschaft - Villach
Caldarium Gastronom wird wieder zum
Caldarium Gastronom wird wieder zum "Wutwirt": Sein Raucherlokal wird wohl wieder zum Nichtraucher-Lokal und auch seine Spanferkel-Abende werden aufgrund der zu starken Rauchentwicklung nicht mehr stattfinden. © 5min.at

Caldarium Wirt verärgert:

Rauchen ja, rauchen nein: „Hin und Her zehrt an den Nerven!“

Villach – Erwin Lammer polarisierte bereits bei der Raucher versus Nichtraucher-Kampagne, nahm sich gegen die Gesetzgebung, Politik und gar die eigene Standesvertretung kein Blatt vor den Mund. Auch diesmal meint er: "Als Wirt hat man es nicht immer leicht."

 4 Minuten Lesezeit (546 Wörter) | Änderung am 09.06.2019 - 19.57 Uhr

„Wir haben vor sieben Jahren als Raucherlokal aufgesperrt und es ist gut gelaufen“, erzählt Lammer gegenüber 5 Minuten. Dann kam das Nichtraucher-Gesetz: Mit 1. März 2018 haben sich die Politiker dafür entschieden, die neue Regelung einzuführen und haben den Lokalen die Wahl gelassen: Raucher- oder Nichtraucher-Lokal?

Ewiges Hin und Her um Raucher oder Nichtraucher

„Damals haben wir uns für ein Nicht-Raucherlokal entschieden und im Außenbereich Heizungen montiert, damit sich die Raucher auch bei niedrigen Temperaturen wohlfühlen können“, so der Wirt. Den Sommer über lief das Geschäft gut, doch im Winter blieben die Gäste aus. „Unsere Stammgäste sind zu 80 Prozent Raucher und so haben wir das Caldarium, nachdem das Gesetz gekippt wurde, am 1. Jänner 2019 wieder als Raucherlokal geführt“, erläutert Lammer. Dieser ließ seine Gäste damals sogar selbst darüber abstimmen. „Wenn das Gesetz nun erneut geändert wird, müssten wir wieder die Heizungen aufstellen“, so Lammer im Gespräch mit 5 Minuten. „Das sind zusätzliche Kosten, die uns niemand ersetzt“, betont der Wirt aufgewühlt. „Wir möchten einfach unser Lokal erfolgreich führen, egal ob geraucht werden darf oder nicht. Das ständige Hin und Her zehrt an unseren Nerven und muss ein Ende haben“, beschreibt er.

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Das Caldarium. „Besonders zum Kaffee genießen unsere Gäste gerne ihren Tabak“

Das Caldarium. „Besonders zum Kaffee genießen unsere Gäste gerne ihren Tabak“ - © 5min

Spanferkel-Problem: Ob hier der Ärger verraucht?

Wohl nicht so schnell. Geht es nach den aktuellen Vorschriften, dürften aber auch bald die Spanferkel-Grill-Abende im Caldarium ein Ende haben. Der Grund: Ein Schreiben des Magistrats Villach. „Aufgrund der starken Rauchentwicklung, beim Spanferkel-Grillen, hat sich wohl ein Nachbar beschwert“, schildert Lammer, der sein g’schmackiges Spanferkel im Sommer am Parkplatz über einem mit Buchenholz befeuerten Griller zubereitete. Geht es nach den Vorgaben, müsse Lammer aber eine eigene Grillstation errichten. „Außerdem sollen wir auf das Grillen mit Buchenholz verzichten und stattdessen mit Gas arbeiten,“ zeigt sich der Gastronom verärgert. Die Spanferkel-Abende müssen daher wohl abgesagt werden. Es gibt aber bereits eine Alternative für diesen Sommer: Themenabende mit Live Musik. „Wobei wir wohl auch hier wieder ordentlich reglementiert werden, was die Dauer der Musik im Freien betrifft,“ merkt Lammer an. Gestartet wird übrigens mit „Caldarium trifft Mexiko“.

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Endgültiges Aus für die Spanferkel-Abende im Caldarium: „Wegen der Rauchentwicklung und weil wir auf Buchenholz grillen!“

Endgültiges Aus für die Spanferkel-Abende im Caldarium: „Wegen der Rauchentwicklung und weil wir auf Buchenholz grillen!“ - © Lammer

„Im Stich gelassen!“

„Als Wirt wird einem das Leben wirklich schwer gemacht“, zieht Lammer sein Resüme. Dabei würde sich der Gastronom „vor allem von der Wirtschaftskammer mehr an Unterstützung erwarten“. Der Villacher Wirt fühlt sich von seiner Standesvertretung, wie er meint „im Stich gelassen. Von einer Vertretung der Gastronomie merken wir leider nichts“, findet Lammer klare Worte.

Scharfe Worte, scharfe Saucen

„Rauchverbot für Gäste, Rauchverbot fürs Spanferkel und eine Standesvertretung die uns im Stich läßt. Deshalb müssen wir wohl auch über neue Wege und Ideen nachdenken“, meint der Wirt. Seit geraumer Zeit verteilt Lammer nicht nur scharfe Worte, sondern produziert auch scharfe Saucen. Seine selbstgemachten Chillisaucen gibt es übrigens in drei verschiedenen Sorten unter der Marke „Bad Chilli“. Wer es kosten will, sollte also am besten im Caldarium vorbeischauen.

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