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Debatte
Was sagt ihr zur Mobbing-Situation an den Schulen in der Region? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.
SYMBOLFOTO Was sagt ihr zur Mobbing-Situation an den Schulen in der Region? Schreibt eure Meinung in die Kommentare. © pixabay.com

Verzweifelter Hilferuf einer Schülerin

„Muss erst etwas Schlimmeres passieren, bevor gehandelt wird?“

Kärnten – Immer wieder hört man in österreichischen Medien von Vorfällen an Schulen, bei denen es zu Beleidigungen und sogar Handgreiflichkeiten kommt. Vor Kurzem erhielten wir einen Hilferuf einer verzweifelten Schülerin aus der Region. Was sagt ihr zu ihrer Situation?

 6 Minuten Lesezeit (749 Wörter)

Mobbing ist ein Thema, mit dem viele Schülerinnen und Schüler zu tun haben, sei es von Seiten der Opfer oder der Täter. Auch Handgreiflichkeiten zwischen Lehrern und Schülern kommen vor, wie der Fall in einer Wiener HTL beweist. Ein Lehrer hatte dort einen Schüler attackiert, nachdem er von diesem schikaniert wurde. Doch auch bei uns in der Region kommt es zu Auseinandersetzungen, Angriffen und Mobbing an Schulen.

#Leserbrief: „Statt Hilfe bekam ich nur Gelächter“

Eine verzweifelte Leserin meldete sich bei uns und erzählte uns ihre Geschichte. Wir möchten euch ihre Erfahrungen nicht vorenthalten und veröffentlichen ihren Leserbrief. Persönliche Daten der Schülerin und der Name der Schule wurden von der Redaktion anonymisiert.

„Ich werde in meiner Schule ständig von meinen Mitschülern bepöbelt, bedroht, ausgelacht und angegriffen. Ich habe immer versucht, mein Leid zu verdrängen, doch als mir meine Mitschüler mein Handy kaputt gemacht haben, konnte ich das nicht mehr runterschlucken. Zwei meiner Mitschülerinnen gingen körperlich auf mich los, indem eine mich festhielt und die andere mir den Fuß stellte, damit ich hinfalle. Sie schubsten mich regelrecht auf den Boden und ich weinte. Statt Hilfe bekam ich nur Gelächter an den Kopf geworfen. Ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Später entwickelten sich sogar blaue Flecken an meinen Armen und ich hatte große Schmerzen.

Nachdem ich mich überwunden hatte, den Vorfall meiner Lehrerin zu schildern, meinte diese nur, dass ich mein Handy sofort wieder in den Spind legen solle. Das war natürlich ein Schlag ins Gesicht für mich. Danach meldete ich diesen Vorgang bei mir zu Hause in der WG. Meine Betreuer sagten mir, dass sie da nichts machen können, da Handys in der Eigenverantwortung liegen. Voller Verzweiflung wendete ich mich an meine Tante, die mir das Handy gekauft hat. Meine Tante nahm zuerst Kontakt zu den Eltern der Mitschülerinnen auf. Diese standen natürlich hinter ihren Töchtern waren fest davon überzeugt, dass das Handy in der Schule im Spind sein müsse. Sie weigerten sich, den Fall der Versicherung zu melden, obwohl sie von dem Schaden nichts bezahlen hätten müssen, da es die Haushaltsversicherung beglichen hätte.

Voller Empörung wendete sich meine Tante mit ihrem Freund an die Direktorin und den entsprechenden Klassenvorstand. Jedoch wollten sie nichts von dem Fall hören und meinten nur, dass das nicht die Schule betreffe. Als meine Tante sagte, dass das an Mobbing grenze, lachten die Direktorin und der Klassenvorstand hämisch und meinten, dass das kein Mobbing sei. Was ist es dann? Niemand steht hinter mir. Jeder stellt mich als Schuldige dar, obwohl ich das Opfer bin. Man darf mich schlagen und mein Handy kaputt machen und bekommt dafür keine Konsequenzen. Ich bin nicht nur von meinen Mitschülern und meinen Betreuern, sondern auch von meiner Direktorin schwer enttäuscht. Ich werde niemals verstehen, wie man da wortlos zuschauen kann.

Das man mich mobbt und teilweise sogar handgreiflich wird, kann ich irgendwie verdrängen, doch wer bezahlt mir meinen Handyschaden? Ich kann mir die Reparatur nicht leisten. Als diese Dinge alle nicht funktionierten, wendete ich mich mit meiner Tante an die Polizei und schilderte ihnen alles. Wie ich ständig bedroht, geschlagen und verspottet wurde, doch die Beamten nahmen es auf die leichte Schulter und grinsten sogar, als ich erwähnte, auf welcher Schule ich bin. Anschließend meinten die Polizisten, dass so ein Verhalten normal wäre. Außerdem könne ich meine Mitschüler nicht anzeigen, da sie noch unter 16 Jahre alt sind. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Überall wird ständig von Mobbing geredet, doch wenn es irgendwo wirklich zur Realität wird, schauen alle nur weg. Muss denn erst etwas Schlimmeres passieren bevor gehandelt wird? Ich dachte immer, Schule und Polizei haben die Verantwortung zu Helfen und zu unterstützen bzw. müssen im Falle der Polizei sogar einschreiten, doch da habe ich mich schwer getäuscht.“

#Debatte: Was meint ihr?

Der Leserbrief macht nachdenklich. Die Schülerin fühlt sich von der Schule und dem Staat Österreich im Stich gelassen. Besonders bedenklich ist, dass der Vorfall nicht ernst genommen wurde. Bedeutet das, dass an den Schulen in der Region noch Schlimmeres passiert? Oder glaubt ihr, dass rund um das Thema „Mobbing an Schulen“ zu viel medialer Wirbel gemacht wird? Seid ihr schonmal mit Mobbing in Kontakt gekommen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare unter diesen Beitrag auf Facebook.

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