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Politik - Villach
Bilder wie dieses könnten ab 2021 der Vergangenheit angehören. Bürgermeister Albel möchte sich jedoch für ein Weiterbestehen des Faschingsumzuges stark machen.
Bilder wie dieses könnten ab 2021 der Vergangenheit angehören. Bürgermeister Albel möchte sich jedoch für ein Weiterbestehen des Faschingsumzuges stark machen. © 5min

Wie geht es weiter?

Faschings­umzug: Wirbel um Vergnügungs­steuer

Villach – Am gestrigen Freitag, dem 21. Juni, wurde bekannt, dass die Villacher Faschingsgilde mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat, wenn es um den Faschingsumzug geht. Die jährlichen Kosten für den Umzug in der Draustadt seien von der Gilde nichtmehr zu tragen. Bürgermeister Günther Albel steht hinter der Faschingsgilde, seitens der Politik wird um die Abschaffung der Vergnügungssteuer diskutiert.

 6 Minuten Lesezeit (726 Wörter) | Änderung am 22.06.2019 - 11.53 Uhr

Die Nachricht, dass der Villacher Faschingsumzug ab dem Jahr 2021 in Gefahr ist, verbreitete sich gestern rasend schnell unter den Villacherinnen und Villachern. Auch 5-Minuten-Villach berichtete davon. Das Problem: Die jährlichen Kosten für den Faschingsumzug in Villach übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Faschingsgilde. Ein Vertrag besteht noch bis 2020, danach ist der Umzug ohne weitere finanzielle Unterstützung seitens der Stadt Villach und des Landes Kärnten nichtmehr möglich. Die Stadt Villach subventionierte den Umzug in den vergangenen Jahren bereits mit 33.000 Euro. Das Geld für eine Fortsetzung des beliebten Faschingsumzuges reicht trotzdem nicht.

Stadt Villach steht hinter Faschingsgilde

Durch Zufall platzten wir gestern in eine Besprechung von Faschingskanzler Kuno Kunz, Bürgermeister Günther Albel und Alexander Wrussnig. Hier geht es zum Artikel. Dort wurde uns erklärt, dass die Stadt komplett hinter der Faschingsgilde stehe. Die Forderung von Faschingskanzler Kunz, die Kosten für den Umzug zwischen der Gilde, der Stadt Villach und dem Land Kärnten aufzuteilen, unterstütze Bürgermeister Albel zu 100 Prozent.

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Faschingskanzler Kuno Kunz, Bürgermeister Günther Albel und Alexander Wrussnig bei einer Besprechung gestern in der LAGANA Bar.

Faschingskanzler Kuno Kunz, Bürgermeister Günther Albel und Alexander Wrussnig bei einer Besprechung gestern in der LAGANA Bar. - © 5min.at

Kritik an der Vergnüngungssteuer

Kritik an der Stadt Villach gibt es trotzdem. Während die Stadt den Villacher Faschingsumzug jährlich mit rund 33.000 Euro subventioniert, erhebt sie Abgaben, die die Höhe der Subvention weit überschreiten. Die Vergnügungssteuer sei, so etwa ÖVP Landesrat Sebastian Schuschnig, einer der Hauptgründe, warum die Gesamtkosten für den Umzug so hoch seien.

Was ist die Vergnügungssteuer?

Durch die Vergnügungssteuer müssen viele Veranstaltungen einen finanziellen Beitrag an die Stadt Villach zahlen. Zu steuerpflichtigen Veranstaltungen zählen etwa Konzerte, Cabarets, Filmvorführungen, und eben auch der Villacher Faschingsumzug. Die Vergnügungssteuer wird entweder in einem Prozentsatz des Eintrittsgeldes oder in Form eines Pauschalbetrages auf Grund der vom Gemeinderat der Stadt Villach beschlossenen Verordnung festgesetzt.

Wird die Vergnügungssteuer abgeschafft?

Die jährlichen Kosten für den Faschingsumzug betragen bis zu 180.000 Euro, erklärte Kunz gestern. Kosten, die durch die Abschaffung der Vergnügungssteuer wesentlich reduziert werden könnten, heißt es von verschiedenen Seiten. In der Kärntner Politik wird derzeit angeregt über das Thema diskutiert. „Traditions- und Brauchtumsveranstaltungen dürfen nicht wegen einer Bagatellsteuer gefährdet sein“, sagt der für das Veranstaltungswesen zuständige Landesrat Schuschnig und kritisiert: “Wenn man für eine Traditionsveranstaltung 75.000 Euro an Vergnügungssteuer an die Stadt leisten muss und einen Teil davon als Förderung wieder retour erhält, dann zeigt das die wirtschaftliche Unsinnigkeit dieser veralteten Abgabe.“

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Die jährlichen Kosten für den Villacher Faschingsumzug betragen bis zu 180.000 Euro.

Die jährlichen Kosten für den Villacher Faschingsumzug betragen bis zu 180.000 Euro. - © Kulmer

ÖVP fordert Abschaffung

Die ÖVP fordere seit Langem die Abschaffung dieser Bagatellsteuer, betont der Landesparteiobmann LR Martin Gruber. In anderen Bundesländern sei die Abschaffung der Vergnügungssteuer bereits erfolgt. „Wir werden das vorantreiben und wieder Tempo in diese Diskussion bringen“, betont Gruber. Auch ÖVP-Clubobmann Markus Malle schließt sich der Forderung Grubers an und wünscht sich eine Abschaffung der Vergnügungssteuer. „Mit der Vergnügungssteuer wird den Vereinen und Wirten Geld abgenommen und dann mittels Förderung zum Teil wieder rückerstattet. Das ist eine unverantwortliche Praxis und unfair den Veranstaltern und Wirten gegenüber“, so Malle.

Team Kärnten kritisiert ÖVP

Kritik an der Aussage des ÖVP-Clubobmanns hagelt es von Seiten des Team Kärnten. Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer erinnert Malle daran, dass „ein Antrag des Team Kärnten, der die Abschaffung der Vergnügungssteuer in Kärnten vorsieht, seit Mai des Vorjahres im zuständigen Landtagsausschuss liegt und noch immer auf die Beschlussfassung wartet“. „Noch dazu befindet sich der Antrag in einem Ausschuss, der von einem ÖVP-Abgeordneten als Vorsitzenden geleitet wird“, so Köfer in einer heutigen Presseaussendung. Auch er bezeichnet die Vergnügungssteuer als „Bagatellsteuer“, die einen erheblichen Verwaltungsaufwand fordere. Der Team Kärnten-Chef fordert ebenfalls die Abschaffung der Vergnügungssteuer.

Wie geht es weiter?

Wie es nun mit dem Villacher Fasching und die Vergnügungssteuer weitergeht, ist derzeit noch ungewiss. Die Chancen dafür, dass es auch im Jahr 2021 zu einem Faschingsumzug in Villach kommt, sind jedoch groß. Wie Bürgermeister Albel gestern im Gespräch mit 5-Minuten erklärte, setze er sich zu 100 Prozent für eine Weiterführung des Faschingsumzuges in Villach ein.

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