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Leute - Villach
Am Mittwoch brach eine Frau in einem Linienbus zusammen. Niemand der Fahrgäste half. Der Busfahrer leistete Erste-Hilfe.
Am Mittwoch brach eine Frau in einem Linienbus zusammen. Niemand der Fahrgäste half. Der Busfahrer leistete Erste-Hilfe. © Fotolia 230986230

Frau bricht zusammen:

„Niemand reagierte, alle schauten zu“

Villach – Vor Kurzem meldete sich ein Linienbusfahrer aus Villach bei uns. Eine Frau war am Mittwoch während der Fahrt im Bus zusammengebrochen. Der 5-Minuten-Leser leistete Erste-Hilfe, die Fahrgäste schauten aus dem stehenden Bus zu. Er meint: "In welcher Welt leben wir, wo Zivilcourage scheinbar nur ein Fremdwort ist?“

 3 Minuten Lesezeit (374 Wörter)

Am letzten Mittwoch, dem 26. Juni, war der Linienbusfahrer auf seiner Strecke durch Villach unterwegs. „Plötzlich ist ein Fahrgast zu mir gekommen und hat gemeint, jemand wäre zusammengebrochen“, erzählt er. Sofort hielt der Leser den Bus an und trug die zusammengebrochene Frau aus dem Fahrzeug. Er leistete erste Hilfsmaßnahmen, setzte einen Notruf ab und informierte das Busunternehmen, dass es zu Verzögerungen auf der Strecke komme. „Während ich all das gemacht habe, haben die Fahrgäste aus dem stehenden Bus einfach herausgeschaut. Niemand stieg aus und half. Was ist denn mit den Leuten los?„, fragt der Busfahrer im Gespräch mit 5-Minuten.

„Erste-Hilfe beginnt schon beim Notruf“

„Ich verstehe einfach nicht, wie man da nur zuschauen kann“, erzählt der Villacher, der auch als Rettungssanitäter aktiv ist. Der Vorfall am Mittwoch war jedoch nicht der erste dieser Art. „Vor gar nicht so langer Zeit hat es einen ähnlichen Vorfall gegeben, als ich den Bus gefahren bin“, sagt er und fügt hinzu: „Auch damals hat niemand geholfen!“ Für den Busfahrer komplett unverständlich: „Die Erste-Hilfe beginnt schon beim Absetzen eines Notrufes. Das kann jeder!“

Schülerin zeigte Hilfsbereitschaft

Nach einiger Zeit bekam der Busfahrer am Mittwoch dann doch Hilfe. „Eine Schülerin der Tourismusschule hat die Situation gesehen und ist sofort hergekommen um Hilfe zu leisten“, erzählt er. Das Mädchen war gerade aus der Schule gekommen und wusste, was zu tun war. „Dieser Schülerin muss ein ganz großer Dank ausgesprochen werden. Sie hat geholfen, wo die meisten anderen nur zuschauen und darauf warten, dass der Bus wieder weiterfährt“, bedankt sich der Leser.

„Menschen müssen wieder hilfsbereiter werden“

In seiner Arbeit als Linienbusfahrer und besonders auch als Rettungssanitäter ist dem Villacher ganz klar aufgefallen: „Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung lässt zu Wünschen übrig.“ Er appelliert daher an alle, nicht einfach wegzusehen, sondern einzuschreiten und zu helfen. Auch, wenn es dabei nur um das Absetzen eines Notrufes geht. „Würde es mir schlechtgehen, würde ich mir natürlich auch wünschen, dass jemand da ist um zu helfen. So geht es wahrscheinlich jedem von uns“, meinte der Villacher abschließend. Wir von der 5-Minuten-Redaktion unterstützen den Appell des Busfahrers.

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