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Wirtschaft - Kärnten
LR Schuschnig: Die Zeit ist reig für die Nutzung von Wasserstoff.
LR Schuschnig: Die Zeit ist reig für die Nutzung von Wasserstoff. © Büro LR Schuschnig

1. Kärntner Wasserstoffgipfel

Wasserstoff-Offensive in Kärnten

Klagenfurt/Villach – Landesrat Schuschnig lud österreichweit führende Experten zum 1. Kärntner Wasserstoff-Gipfel. Know-How-Träger, Wirtschaft, Industrie und Mobilitätspartner unterzeichneten gemeinsame Wasserstoff-Deklaration. Klima- und Energiefonds bestätigt Wasserstoff als Multitalent

 6 Minuten Lesezeit (785 Wörter) | Änderung am 23.07.2019 - 19.13 Uhr

Die Chancen der Nutzung von grünem Wasserstoff als nachhaltige Energieform für Mobilität und Industrie wurden heute, Dienstag, auf Einladung von Wirtschafts- und Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig gemeinsam mit Landesrat Martin Gruber im Rahmen des ersten Kärntner Wasserstoffgipfels diskutiert und weitere Maßnahmen für Kärnten besprochen. Unter der Teilnahme von österreichweit und international namhaften Experten auf dem Gebiet der Wasserstoff-Technologie und renommierten Unternehmen aus Wirtschaft und Industrie wurden im Rahmen dieser Expertentagung die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff in einer breiten Diskussion behandelt. Mit diesem Kick-off wurde die „Kärntner Wasserstoff-Initiative“ gestartet.

Zeit ist Reif für Wasserstoff

„Der erste Kärntner Wasserstoffgipfel zeigt, dass die Zeit für die Nutzung von Wasserstoff reif ist. Für die Mobilitäts- und Energiewende in Kärnten kann dieser Energiespeicher eine zentrale Rolle einnehmen. Dazu braucht es eine breite Vernetzung aller Partner, die etwas beitragen wollen“, ist Schuschnig überzeugt. Denn in Zukunft werde es – so unterstreichen die Wortmeldungen und Vorträge der Experten – einen breiten Antriebsmix geben. Kärnten war ein österreichweiter Vorreiter bei der Elektromobilität. „Doch die Forschung und Technologieentwicklung macht nicht Halt. Deshalb möchte ich, dass Kärnten auch beim Wasserstoff ein Vorreiter wird“, so Schuschnig.

Wichtige Herausforderungen auch für künftigere Generationen

Auch Straßenbaureferent LR Martin Gruber ist von der Wichtigkeit dieser Initiative überzeugt: „Einen Beitrag zu Klimaschutz zu leisten und nachhaltige Antriebs- und Energieformen zu forcieren, zählt zu den wichtigsten Herausforderungen, die wir nur gemeinsam im Sinne künftiger Generationen lösen können.“ Das betreffe sowohl den Verkehr als auch die Wirtschaft und die Industrie, ergänzt Schuschnig. Wasserstoff sei in vielen Bereichen einsetzbar und CO2-neutral, wenn er mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird. „Die Nutzung von grünem Wasserstoff in Mobilität und Industrie – also die Gewinnung mittels Elektrolyse aus nachhaltig produziertem Strom – ist auch das Ziel, das wir mit der Kärntner Initiative verfolgen“, so Schuschnig.

Verkehr als emissionsstärkster Sektor

Der Verkehr sei österreichweit mit einem Anteil von 46 Prozent der Gesamtemissionen derzeit der emissionsstärkste Sektor. Bis 2030 sind von den derzeitigen 22,9 Millionen Tonnen an CO2 Emission um rund 7,2 Mio t CO2 zu reduzieren. Darüber hinaus drohen Milliarden an Strafzahlungen, wenn Österreich und Kärnten die Klimaziele verfehlen. „Aber nicht nur der Verkehr ist davon betroffen. Auch für die Wirtschaft und die Industrie ist die Reduktion durch die verstärkte Nutzung nachhaltiger Energie eine der wesentlichsten Aufgaben der Zukunft“, zeigt Schuschnig auf. „Kärnten produziert bereits jetzt mehr als die Hälfte der Energie und fast 100 Prozent des Strombedarfs in nachhaltiger Erzeugung. Als Mobilitäts- und Wirtschaftslandesrat möchte ich, dass Kärnten das ökologische und wirtschaftliche Potential der anstehenden Energiewende bestmöglich nutzt“, so Schuschnig.

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Präsentiert wurden auch zwei Wasserstoff-Autos.

Präsentiert wurden auch zwei Wasserstoff-Autos. - © Büro LR Schuschnig

Neue Entwicklung- und Anwendungsmöglichkeiten

„Ziel der heute unterzeichneten Deklaration ist es, dass wir gemeinsam Bekenntnis ablegen, die Wasserstoff-Initiative in Kärnten weiter zu stärken und zu forcieren“, so Schuschnig. Im Öffentlichen Verkehr sollen die vielen Entwicklungs- und Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff erarbeitet, der Ausbau der nötigen Tankinfrastruktur entwickelt und auch länderübergreifende Partnerschaften für Testbetriebe und Teststrecken auf die Beine stellen werden. „In diese Studie wird das Wissen von den beteiligten Partnern einfließen. Wir brauchen einen klaren Plan, was in Kärnten sinnvoll und machbar ist. Dafür werden wir auf wissenschaftlicher Basis herausfinden, in welchen Bereichen die Chancen aus Wasserstoff für Kärnten am größten sind“, so Schuschnig.

Österreichweite Strategie notwendig

Wesentliche Grundlage für die Wasserstoff-Initiative sei die österreichweite Wasserstoff-Strategie, die federführend unter Elisabeth Köstinger im Ministerium für Nachhaltigkeit erarbeitet wurde. „Wenn gerade heute der „Klima- und Energiefonds Österreich“ Wasserstoff als wahres Multitalent in der Energiepolitik bestätigt, dann wissen wir, dass wir nicht nur am richtigen Weg sind, sondern es zeigt auch, dass immer mehr Partner und Institutionen diesen Weg österreichweit einschlagen, damit Österreich Wasserstoff-Nation Nummer Eins werden kann. Wir wollen in Kärnten unseren Beitrag dazu leisten“, so Schuschnig.

Zahlreiche renommierte Forschungseinrichtungen vor Ort

Unter den Teilnehmern waren heute aus dem Bereich der Forschung die renommierte außeruniversitäre Forschungseinrichtung HyCentA der TU Graz, H2 Südtirol – Institut für Innovative Technologien Bozen, seitens der Wirtschaft und der Industrie u.a. die Wirtschaftskammer Kärnten die Industriellenvereinigung Kärnten, die Infineon, Siemens und Tribotecc. Seitens der Energiewirtschaft waren unter anderem der Verbund, die OMV und die Kelag vertreten. Von den Verkehrs- und Mobilitätsbetrieben nahmen die ÖBB, Postbus, Hyundai Austria, Klagenfurt Mobil GmbH und der Verkehrsverbund Kärnten teil. Weitere Partner, die sich aktiv an der Wasserstoff-Initiative beteiligen wollen, sind die Großglockner Hochalpenstraßen AG, die Holding Graz und der ÖAMTC.

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