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Politik - Kärnten
v.l.n.r.: AMS Landesgeschäftsführer Peter Wedenig, Prof. Enzo Weber und LHStv. Gaby Schaunig
v.l.n.r.: AMS Landesgeschäftsführer Peter Wedenig, Prof. Enzo Weber und LHStv. Gaby Schaunig © Büro LHStv.in Schaunig

Digitalisierung, Industrie 4.0 & Arbeit 4.0

Kick-off für Entwicklung der Kärntner Arbeitsmarkt­strategie 2021+

Kärnten – AMS Kärnten und Land Kärnten bekennen sich auch weiterhin zum Territorialen Beschäftigungspakt. Veränderte Arbeitsmarktsituation prägt die Strategieüberarbeitung. Arbeitssuchende über 50 sollen besonders gefördert werden. 

 4 Minuten Lesezeit (566 Wörter)

Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zu schaffen ist eines der Schwerpunktthemen des Territorialen Beschäftigungspaktes (TEP) und des Programms der Kärntner Landesregierung. Insbesondere jene Personen zu unterstützen und zu fördern, die nicht von konjunkturellen Hochs profitieren, ist eines der zentralen Wirkungsziele des TEP: „Alter, Geschlecht, Zugang zu Bildung sowie der Ausbildungsgrad, Herkunft, Gesundheit – all das und vieles mehr sind Diskriminierungskategorien, die die eigenen Chancen am Arbeitsmarkt entscheidend prägen. Entlang dieser Kategorien müssen Strategien, Projekte und Initiativen ansetzen, um nachhaltig arbeitsmarktpolitische Verbesserungen zu implementieren“, erläutert Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig.

Digitalisierung, Industrie 4.0 & Arbeit 4.0

Bereits seit 1998 gilt der TEP in Kärnten als Erfolgsgeschichte – die Kernpartner und Fördergeber des Paktes, Land Kärnten und AMS Kärnten, kooperieren mit Sozialpartnern und Bildungsträgern. Gerade die Tatsache, dass in Kärnten die Strategiepapiere regelmäßig überarbeitet würden, stelle sicher, dass das Bundesland stets am Puls der Zeit bliebe und flexibel auf sich verändernde Bedingungen reagieren könne.  Die Auftaktveranstaltung zur „Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsstrategie 2021+“, welche die Ausarbeitung des neuen Strategiepapiers einleitete, zeigte bereits, welcher Fokus die Weiterentwicklung der Maßnahmen prägen wird. Insbesondere gelten die Themenbereiche rund um Digitalisierung, Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 als spürbare Herausforderungen und fungieren als ein aus dem Arbeitsmarkt ausschließendes Kriterium. Es bedarf der Formulierung von Zielen für Qualifizierungs-, Fort-, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen – auch über den Bereich derzeitiger Megatrends hinaus -, um Durchlässigkeit zu fördern und Bildung als praxisnahes, lebenslanges Lernen zu stützen. So stelle man den Zugang zum Arbeitsmarkt für alle Kärntnerinnen und Kärntner langfristig sicher und gestalte das Bundesland für Unternehmerinnen und Unternehmer auch weiterhin attraktiv, betonte die Arbeitsmarktreferentin.

Mangel an Fachwissen

Aus Sicht des Arbeitsmarktservice Kärnten liegt die größte Herausforderung darin, den Betrieben Personal zur Verfügung zu stellen, das den aktuellen und zukünftigen Anforderungen entspricht. AMS Landesgeschäftsführer Peter Wedenig sieht die Notwendigkeit der Überarbeitung der bisherigen Strategie in einer geänderten Arbeitsmarktsituation: „Während der Markt im Jahr 2014 noch von hoher Arbeitslosigkeit, annähernd Nullwachstum und sinkender Beschäftigung geprägt war und wir uns mit zunehmender Armut und Abwanderung konfrontiert sahen, stehen wir heute in vielen Bereichen einem Mangel an Fachwissen gegenüber. Entwicklungen wie Globalisierung, Technisierung, Digitalisierung und Tertiärisierung, die – jede für sich – große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Qualifikationsanforderungen haben, wirken umso stärker zusammen. Daher stimmen wir uns hinsichtlich Qualifizierungsmaßnahmen noch intensiver mit den heimischen Betrieben ab.“

TED investiert 38 Millionen Euro

Gemeinsames Ziel sei es, mit dieser Strategie einen Zukunftskompass für den Kärntner Arbeitsmarkt zu entwickeln. „Dennoch gibt es eine Gruppe, nämlich jene der Älteren, die von Qualifizierungsmaßnahmen unterdurchschnittlich profitiert. Um arbeitslosen Personen über 50 den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern, braucht es daher alternative Angebote“, betonte Wedenig. 2019 finanziert der TEP mit rund 38 Millionen Euro unter anderem Beschäftigungsmaßnahmen wie Eingliederungsbeihilfen und sozialökonomische Beschäftigungsprojekte, Qualifizierungsmaßnahmen wie Stiftungen und Lehrgänge, Unterstützungsmaßnahmen wie Berufs- und Bildungsorientierung für Schülerinnen und Schüler sowie Projekte aus dem Europäischen Sozialfonds. „Sieht man die Situationsentwicklung für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kärnten, so ist die essentielle Bedeutung der abgeschafften ‚Aktion 20.000‘ klar ersichtlich. Ein Anstieg von 0,9 Prozent bei Arbeitslosen über 50 im Vergleichsmonat Juni 2019 zu 2018 verdeutlicht die Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen“, appelliert Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Schaunig.

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