Weitere Artikel:

24.08.2019 - 21:59Mit dem Wohn­mobil einen Rad­fahrer um­gestoßen24.08.2019 - 21:38Heftige Un­wetter: Kameraden im Ein­satz24.08.2019 - 20:47Drogen­miss­brauch: Teenies lösten Polizei­einsatz aus24.08.2019 - 19:21Drei Stunden Wartezeit vor Karawanken Tunnel24.08.2019 - 19:20Bei Holzarbeiten: Baum fiel auf Stromleitung und fing Feuer
© pixabay

Der Weg in die Industrie 4.0 

Die Digitalisierung der Stahlindustrie

Kärnten – Die immer stärkere Digitalisierung bietet sowohl Vor- als auch Nachteile, welche von Experten durchaus kontrovers diskutiert werden. Problematisch wird aktuell vor allem der Rückstau kleinerer und mittelständischer Unternehmen. Während die großen Stahlhersteller die Digitalisierung effektiv für sich einzusetzen wissen, hängen kleinere Betriebe oftmals zurück.

 5 Minuten Lesezeit (600 Wörter)

Wo die Digitalisierung sichtbar wird

In beinahe allen Wirtschaftsbereichen ist die Digitalisierung kaum mehr wegzudenken. Im Handel mit Stahl und Metallerzeugnissen zeigt sich eine deutliche Verschiebung. Denn in der Vergangenheit lag der Fokus sehr häufig enorm stark auf dem Bereich des Zuschnitts und der grundlegenden Bearbeitung von Halbzeugen. Allerdings hat sich hier in den letzten Jahren ein erheblicher Wandel etabliert, da die Arbeit mit den Halbzeugen immer umfangreicher und facettenreicher wurde. Es kamen viele Anforderungen hinzu, welche vor allem durch digitale Produkte und Anwendungen aus den Bereichen der Industrie 4.0 ermöglicht wurden. So mussten viele Stahlhersteller wie beispielsweise ThyssenKrupp und auch Klöckner ihre Arbeit signifikant umstellen, um den Anforderungen der Digitalisierung entsprechen zu können. Vor allem die in der Praxis so wichtigen Vernetzungen von dezentralen Informationssystemen und Informationsspeichern mit den entsprechenden Produktionsmitteln und die Schaffung der notwendigen, flexiblen Produktionsstrukturen war eine enorme Herausforderung für die meisten Stahlhersteller.

Große Dimensionen und enorme Anforderungen

Die Digitalisierung stellt praktisch jedes Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Stahlhersteller haben dabei vor allem das Problem der sehr groß dimensionierten Maschinenparks und der großen Fertigungsanlagen, welche sich nicht einfach austauschen lassen. Eine der großen Herausforderungen besteht unter anderem darin, die im Bestand befindlichen Maschinen mit neuen Geräten zu vernetzen und somit digitale Ansätze und Methoden in die Produktion einfließen zu lassen. Es müssen somit alte und neue Maschinen und Geräte miteinander verquickt und verwoben werden, da ein vollständiger Austausch wirtschaftlich für die meisten Produzenten überhaupt nicht tragbar wäre. Die damit verbundenen, langen Produktionsausfälle und die enormen Kosten sind selbst für die Marktführer nicht problemlos zu bewältigen.

Der aktuelle Zustand der Digitalisierung in der Stahlindustrie

Aktuell sieht es so aus, dass vor allem die großen Anbieter in der Lage sind, viele Ansätze der Industrie 4.0 bereits jetzt zu schultern und diese in den eigenen Produktionsstätten und Produktionsstandorten umzusetzen. Allerdings gibt es auch noch Schwachstellen, die es zu beseitigen gibt. Diese sind unter anderem darin bedingt, dass die am Markt verfügbare Technik noch nicht die notwendige Reife besitzt, um diese in einer großen und umfangreichen Produktionsumgebung einzusetzen. So gehört unter anderem die Erfassung von Daten noch immer zu den Schwachstellen vieler Anbieter. Diese erfolgt in der Regel manuell und lokal, sodass die Daten von außen oder von anderen Produktionsstandorten nicht genutzt werden können. Hier bietet sich also noch deutlich mehr Raum zur Entfaltung, da somit viele Produktionsprozesse der großen Stahlherstelleroptimiert und somit wirtschaftlicher gestaltet werden könnten.

Beispiele effektiver Einsatzmöglichkeiten sind vorhanden

Einige Stahlhersteller wie Klöckner oder auch ThyssenKrupp sind allerdings bereits in der Lage, durch positive Beispiele zu überzeugen. So haben sich beispielsweise einige Hersteller entschlossen, den Verkauf der eigenen Waren nun über einen Onlineshop zu ermöglichen. Somit können die Kunden durch die Digitalisierung der gesamten Lieferkette enorm profitieren. Vor allem, da die Unternehmen somit viel enger an die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden gebunden werden und somit der Stahlhandel flexibler und agiler wird. Ein wichtiges Argument in Zeiten der starken Konkurrenz und des weltweiten Stahlhandels.

Der Weg in die Industrie 4.0

Insgesamt lässt sich sagen, dass in der Stahlindustrie die ersten Schritte zur Digitalisierung erfolgreich vorgenommen wurden. Es gibt zwar immer noch enorm viel Entwicklungspotential und, vor allem bei den kleinen Anbietern, auch noch enorm viel Rückstand, doch insgesamt ist die gesamte Branche auf einem guten Weg. Dank der großen Unternehmen, welche als Vorreiter agieren und den Markt somit kontrollieren, wird sich die Industrie 4.0 auch in dieser Branche nach und nach durchsetzen.

Kommentare laden
ANZEIGE