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Wie geht es jetzt weiter?

Wild-Camper ab­geschleppt – „Er wollte keine Hilfe an­nehmen“

Villach – Ein Mann, der keine andere Schlafmöglichkeit hatte, stand wochenlang mit einem alten Campingbus auf einem Parkplatz und lebte in dem Fahrzeugwrack - eigentlich verboten. Die Reaktionen der Community waren großteils verständnisvoll. "Solange er niemanden etwas tut und alles sauber hält, soll man ihn doch in Ruhe lassen", so die meisten Kommentare. Ganz so einfach ist es aber doch nicht. Das Fahrzeug musste abgeschleppt werden.

 2 Minuten Lesezeit (334 Wörter)

„Ich ärgere mich jetzt schon einen Monat lang täglich über den Campingbus auf einem Parkplatz in Langauen“, schrieb uns eine 5-Minuten-Leserin vor ein paar Tagen. Viele ähnliche Beschwerden folgten. Daraufhin haben wir bei den zuständigen Behörden nachgefragt. „Wir wissen, um welchen Campingbus es sich handelt und dieser wird auch in naher Zukunft mit Sicherheit abgeschleppt“, erzählte uns Alfred Winkler, Geschäftsgruppenleiter der Behördenverwaltung. Dies ist nun eingetreten. Der Fall sei aber nicht ganz einfach gewesen.

Mann lehnte jegliche Hilfe ab

„Dadurch, dass der Bus bewohnt ist und der Besitzer keine andere Schlafmöglichkeit hat, möchten wir eine Lösung erarbeiten, mit der alle zufrieden sind“, erklärte Winkler damals im Gespräch. Leider musste man nun doch harte Maßnahmen ergreifen. Der Campingwagen wurde am Nachmittag des 8. Augusts abgeschleppt. Die zuständigen Behörden seien sich der missliche Lage des Mannes aber bewusst gewesen. Deshalb wurde auch so lange nach einer annehmbaren Lösung für alle Seiten gesucht. „Wochenlang wurde vergeblich versucht, den Mann dazu zu bewegen, in eine Sozialwohnung in Villach zu ziehen. Leider möchte er diese Hilfe nicht annehmen“, so Winkler gegenüber 5 Minuten. Auch eine Sozialarbeiterin war vor Ort gewesen, um dem Mann gut zuzureden – ohne Erfolg.

Hilfe steht nach wie vor bereit

Zum Abschleppzeitpunkt befand sich der Mann nicht vor Ort. Trotzdem wurde der Einsatz fortgesetzt. „Die Besitztümer des Mannes wurden eingesammelt und er wurde darüber informiert, wohin er sich wenden kann, wenn er diese wieder zurückhaben oder Hilfe in Anspruch nehmen möchte“, so Winkler. Eine andere Möglichkeit gebe es zu diesem Zeitpunkt nicht. Auch die Umgebung rund um den Campingwagen sei bereits völlig zugemüllt gewesen. Seit Wochen hatte man den Mann vor einer Abschleppung gewarnt. Natürlich werde weiterhin versucht, dem Mann die Hand zu reichen. „Eine Sozialwohnung und andere benötigte Hilfeleistungen stehen nach wie vor bereit, wenn er diese in Anspruch nehmen möchte“,versichert Winkler.

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