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© Facebook-Gruppe

Brennpunkt Bahnhof

Kritische Stimmen: Alkohol­verbot löst das Problem nicht

Villach – In der Facebook-Gruppe "Villacher Interessensgemeinschaft" wurde am Sonntag, dem 25. August, ein Beitrag gepostet, der das beschlossene Alkoholverbot am Villacher Bahnhof stark kritisiert. Die Personen, die zuvor beim Bahnhof meist betrunken für Unruhe gesorgt hatten, seien "nur 200 Meter weitergewandert" und würden immer noch vorbeigehende Leute ansprechen und belästigen. Wir haben uns von der Situation ein Bild gemacht und mit der Stadt über das Thema gesprochen.

 3 Minuten Lesezeit (419 Wörter) | Änderung am 29.08.2019 - 17.48 Uhr

Es ist ein altbekanntes Problem in Villach: Alkoholisierte Menschen, die sich rund um den Bahnhof aufhalten, Passanten ansprechen und für Unruhe sorgen. In den vergangenen Monaten wurde eine Verordnung für ein Alkoholverbot stark diskutiert. Seit 8. Juli 2019 ist das Alkoholverbot auf beiden Seiten des Bahnhofes als Verordnung beschlossen worden und in Kraft getreten. Doch, was von Bürgermeister Günther Albel befürchtet wurde, ist scheinbar auch eingetreten. Das Problem hat sich nicht gelöst, sondern nur auf umliegende Straßen und Plätze verlagert.

Unternehmer und Passanten beschweren sich

Das beschlossene Alkoholverbot wird stark kritisiert. In einem Facebook-Posting der Gruppe „Villacher Interessensgemeinschaft“ äußern sich viele User, dass die Betrunkenen „nur 200 Meter weitergewandert“ seien und dort Flaschen zerschmettern, Sitzbänke blockieren und vorbeigehende Leute ansprechen und um Geld anbetteln würden. In der Facebook-Gruppe hieß es, dass vor allem Frauen regelmäßig mit anrüchigen Sprüchen belästigt werden. Von der Stadt erfahren wir, dass die Verlagerung nicht überraschend sei und die Betrunkenen jetzt an der Draupromenade oder der Bahnhofstraße anzutreffen sind. „Bei der Stadt sind bisher keine Beschwerden eingelangt.“

Missstand wird erhoben

Von Bürgermeister Albel wurde eine Rastererhebung veranlasst, die nun im Zeitraum von zwei Monaten einen eventuellen Missstand erheben soll. Dazu wird ein Ordnungsbeauftragter mehrmals am Tag die betroffenen Bereiche inspizieren und aufklären, ob an diesen Stellen vermehrt alkoholisierte Menschen beobachtet werden konnten. „Erst wenn ein Missstand festgestellt wird, kann eine Vorordnung entstehen, die dann im Gemeinderat vorgelegt wird.“ Als weitere Maßnahme sieht die Stadt eine Ausweitung der Verbotszone. „Wir können den Konsum von Alkohol aber generell nicht in der ganzen Stadt verbieten.“ Scheinbar zeigt die vermehrte Präsenz schon Wirkung, denn in der Facebook-Gruppe wurde gestern, am 28. August, gepostet, dass zum „ersten Mal seit drei Wochen keiner auf der Bank“ zu sehen ist und die Passanten in Ruhe im Sitzen ihr Eis genießen könnten.

Menschen am sozialen Rand

Die meisten Personen mit Alkoholproblemen seien der Stadt bekannt. Streetworker sind vermehrt in dem Gebiet rund um den Bahnhof im Einsatz, um diese Menschen am sozialen Rand der Gesellschaft eine Anlaufstelle zu bieten. „Wir können aber keine Hilfe aufzwingen. Viele der angebotenen Unterstützungen werden nicht angenommen“, heißt es seitens der Stadt. Auch die Polizei ist vermehrt im Einsatz, um gegen die Lärmbelästigungen vorzugehen. Natürlich ist gerade der Bahnhof Villachs Visitenkarte für ankommende Touristen. Deswegen möchte die Stadt das Alkoholverbot in diesem Bereich aufrecht erhalten und, wenn nötig, noch ausweiten.

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