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Wirtschaft - Villach
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124 Jahre alte Konstruktion wird erneuert:

Gailbrücke wird auf neue „Beine“ gestellt

Arnoldstein – Im Zuge der Elektrifizierung der Gailtalbahn wird die 124 Jahre alte Gailbrücke bei Arnoldstein gegen eine neue Konstruktion ausgewechselt. Ein 750-Tonnen-Raupenkran wird das alte Tragwerk am 30. August 2019 gegen das neue tauschen.

 2 Minuten Lesezeit (327 Wörter) | Änderung am 29.08.2019 - 18.46 Uhr

Rund 60 Mio. Euro investieren die ÖBB in das infrastrukturelle Upgrading der Gailtalbahn insgesamt, das im Vorjahr begonnen und heuer im Dezember abgeschlossen wird. Bereits am kommenden Freitag, den 30. August 2019, erfolgen die technisch aufwändigen Hebevorgänge beim alten und neuen vormontierten Tragwerk. Das Arbeitsgerät, das bis zu 750 Tonnen schwere Lasten heben kann, wird derzeit auf der Baustelle montiert. Der umliegende Baustellenbereich darf während der Hebevorgänge aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden; ebenso ist das Parken auf der B 111, der Gailtalbundesstraße, nicht gestattet.

Stahl aus dem Jahre 1895

„151 Tonnen ist sie schwer, die alte Stahlfachwerkbrücke über die Gail, deren Träger und Knotenbleche noch mit geschmiedeten Nieten aus dem Jahre 1895 verbunden sind“, schwärmt Regionalleiter Siegfried Moser von der ÖBB-Infrastruktur AG über die Baukunst längst vergangener Tage. „Auf Grund des hohen Alters der Brückenkonstruktion und von verschiedenen technischen Notwendigkeiten heraus, haben wir uns entschlossen, das alte Tragwerk gegen ein neues, dem Stand der Technik entsprechendes, zu tauschen.“ Was so einfach klingt, ist es in der Realität aber nicht. Moser: „Für uns entscheidend ist die Hydrologie von Kärntens zweitlängstem Fluss, der Gail, die keine Hilfskonstruktionen im Flussbett erlaubt.“

750 Tonnen Raupenkran im Einsatz

Die alte Brücke hat eine Spannweite von 61,60 m Länge und weist eine Breite von 5 m auf. Weder für die Oberleitung noch für einen notwendigen Randweg ist genügend Platz. Die neue Brücke ist 50 m lang, 7 m breit und rund 235 Tonnen schwer. Sie soll nicht nur einen modernen Bahnbetrieb ermöglichen, sondern bietet mit dem Begleitweg optimale Voraussetzungen für die Erhaltungsarbeiten. Ein Raupenkran mit einer Hubkraft von 750 Tonnen wurde positioniert, der die alte Tragwerkskonstruktion Ende August in einem Stück aus- und die neue einheben kann. Auf Grund des knappen Zeitfensters bleiben für den eigentlichen Brückentausch nur drei Wochen Zeit. „Jeder Arbeitsschritt, jeder Kranhubvorgang sind minutiös geplant. Das bedeutet, dass jeder Handgriff punktgenau passen muss“, sagt Moser abschließend.

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