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Feuerwehren betreiben Öffentlichkeitsarbeit und veröffentlichen passende Informationen. Auch Medien berichten über die Tätigkeiten und aktuelle Geschehnisse. Was jedoch gar nicht geht: Gaffen und behindern.
Feuerwehren betreiben Öffentlichkeitsarbeit und veröffentlichen passende Informationen. Auch Medien berichten über die Tätigkeiten und aktuelle Geschehnisse. Was jedoch gar nicht geht: Gaffen und behindern. © FF Arnoldstein

Notwendig geworden:

Sichtschutz – FF Arnoldstein gibt Gaffern keine Chance

Arnoldstein – Immer öfter kommt es bei Unfällen vor, dass Passanten stehenbleiben und das Geschehene neugierig beobachten. Meistens wird dabei nicht daran gedacht, dass dies Einsatzkräfte behindern kann, oder die Privatsphäre der verletzten Personen missachtet. Die FF Arnoldstein hat deshalb kürzlich einen Sichtschutz für das Abschirmen von Unfällen gekauft. Warum entscheiden sich immer mehr Feuerwehren dazu, so einen Sichtschutz zu kaufen?

 4 Minuten Lesezeit (544 Wörter)

Abschnittsfeuerwehrkommandant Michael Miggitsch hat uns mehr darüber erzählt, was die FF-Mannen so tagtäglich erleben. In so eine Situation möchte wohl niemand kommen. Man fährt nichts ahnend mit dem Auto auf der Straße und plötzlich sieht man Einsatzkräfte, kaputte Fahrzeuge, Feuerwehr und Polizei. Verständlich, dass man erst mal langsamer wird und automatisch reagiert. Man sieht hin. Was aber immer wieder vorkommt: Zahlreiche Menschen bleiben stehen, steigen aus und gehen zum Unfallort.

„Leute verhalten sich pietätlos“

Das kann die Einsatzkräfte behindern. Viele Feuerwehren, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr Arnoldstein, verwenden deshalb bereits einen Sichtschutz. Dieser schirmt nicht nur die Verletzen vor den Blicken der Passanten ab, sondern verhindert zum Beispiel auch, dass aufgewirbelter Dreck auf den Patienten landet, wenn ein Rettungshubschrauber im Einsatz ist. „Gerade wenn auf der Autobahn ein Unfall passiert, werden die Leute mit dem PKW oder LKW langsamer um zu gaffen und Fotos zu schießen. Damit verhalten sie sich nicht nur pietätlos, sondern behindern und gefährden auch den Verkehr“, erzählt uns ABI Michael Miggitsch. Er appelliert an alle Passanten, sich in solchen Situationen in die Lage der Patienten zu versetzen. „Niemand fühlt sich wohl, wenn man verletzt ist und die Leute auch noch um einen herum stehen und gaffen„, so Miggitsch. Dabei leisten die Feuerwehren selbst ebenfalls Kommunikationsarbeit. Meistens werden Fotos gemacht, dabei aber ein großzügiger Abstand gehalten. Später erfolgt ein entsprechender Medienbericht oder Journalisten sind selbst vor Ort. Dass man also aussteigt und „gafft“, ist nicht notwendig. Es erfolgen meist sowieso Berichte.

Auch an die Rettungsgasse möchte der Abschnittsfeuerwehrkommandant erinnern, um Einsatzkräften ein schnelles Vorankommen zu garantieren. Im Ernstfall zählt jede Sekunde.

„Wollen Sie tote Menschen sehen?“

Anfang Mai 2019 wurde ein Video in den sozialen Medien veröffentlicht, auf dem ein Polizist gaffende Passanten anspricht und sie mit der Frage konfrontiert, ob sie denn wirklich tote Menschen sehen wollen. Die meisten Passanten gingen danach beschämd weiter. „Es ist für uns durchaus eine Möglichkeit, die Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren und eine Geldstrafe zu verhängen. Sie müssen merken, was sie da eigentlich tun“, schildert der bayrische Polizist in dem Video. Auch ABI Michael Miggitsch findet solche drastischen Maßnahmen durchaus positiv. „Viele Passanten denken nicht daran, dass solche Situationen für die Unfallbeteiligten schon schlimm genug sind. Ein korrektes Verhalten muss dringend wieder in das Bewusstsein der Menschen gebracht werden„, so der Feuerwehrkommandant.

Leserplattform 5 Minuten: Aber bitte behindert keine Einsatzkräfte!

5 Minuten arbeitet seit Gründung mit den Lesern zusammen und versteht sich als Gemeinschaftsprojekt. Daher ist es auch kein Wunder, dass wir dankbar für das Zuschicken von Fotos sind. Gerade, wenn sich ein Leser bei uns mit einem aktuellen Vorfall meldet, fragen unsere Redakteure in der Regel nach, ob ein Foto vom Einsatz gemacht wurde. Wichtig ist uns jedoch, dass auf die Bitte von Michael Miggitsch Rücksicht genommen wird. Bitte stört keine Einsatzkräfte vor Ort und verletzt nicht die Privatsphäre der eventuellen Opfer. Für Fotos aus reichlicher Distanz, auf der etwa die Einsatzwägen zu sehen sind (reicht völlig) sind wir sehr dankbar, weil wir damit arbeiten können.

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