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Zum Weltsuizidpräventionstag:

„Ich mag nicht mehr leben“: Ein Gespräch kann helfen

Kärnten – Suizid ist nach wie vor ein Tabuthema, leider hatte Kärnten österreichweit im vergangenen Jahr die höchste Selbstmordrate im Vergleich mit den anderen Bundesländern. Die TelefonSeelsorge Kärnten, die zur Gänze von der Caritas Kärnten getragen wird, steht unter der kostenfreien Telefonnummer 142 seit 42 Jahren täglich im Dienste der Suizidprävention.

 3 Minuten Lesezeit (458 Wörter)

Zum 17. Mal findet heuer am 10. September 2019 der Weltsuizidpräventionstag, der von der WHO 2003 ins Leben gerufen wurde, statt. 111 Menschen haben sich laut Statistik Austria in Kärnten im Jahr 2018 das Leben genommen, davon 90 Männer und 21 Frauen; 11 mehr als im Jahr zuvor.

Viel mehr betroffene Männer

Im vergangenen Jahr gab es 318 Gespräche mit akuter Suizidalität. Auffällig ist, dass die Suizidrate bei den Frauen in Kärnten zum Glück gesunken ist (von 8,2 auf 6,5), bei den Männern jedoch ist sie von 26,7 auf 32,7 gestiegen. Speziell in der Suizidprävention bei Männern gilt es vermehrt anzusetzen. Ganz speziell gefährdet scheinen hierbei die Männer im Alter zwischen 55 und 85 zu sein. Dieser Gruppe muss in der Suizidprävention besonderes Augenmerk geschenkt werden. Nach wie vor wenden sich eben mehr Frauen als Männer an die TelefonSeelsorge Kärnten. Daher wird es eine besondere Herausforderung sein, Männern in Not- und Krisensituationen darin zu bestärken, dass sie Hilfsangebote annehmen. Gemeinsam mit den TelefonSeelsorgestellen der anderen Bundesländer arbeiten wir daran, unsere Beratungsangebote für Männer attraktiver und selbstverständlicher zu gestalten.

Reden hilft, Schreiben auch

Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr Ansprechpartnerin für Hilfesuchende in schwierigen Lebenssituationen und in Krisen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören zu, beraten und geben wichtige Informationen über Hilfsangebote weiter. Die Anonymität ist bei den Anfragen via Telefon, E-Mail oder Chatberatung gesichert. Wichtig ist ein empathischer, achtsamer Umgang mit den Mitmenschen. Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen, dass einem Menschen, der in ganz große Bedrängnis gekommen ist, durch das Reden und/oder das Aufzeigen von Möglichkeiten in Hilfseinrichtungen geholfen werden kann. Allein die Ermutigung, Hilfe anzunehmen, kann Leben retten. Die TelefonSeelsorge bietet nicht nur kostenlos eine telefonische Beratung rund um die Uhr an, wir sind auch via Mail- oder Chatberatung erreichbar.

Kostenfreier Ausbildungskurs

70 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich zurzeit bei der Telefonseelsorge Kärnten. TelefonSeelsorge gibt es, weil engagierte Menschen ihre Zeit zur Verfügung stellen und sich in einem kostenfreien Ausbildungskurs auf diese Aufgabe am Telefon vorbereiten. Neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen werden gesucht und ausgebildet. Der nächste Ausbildungskurs wird Anfang 2020 starten und gibt engagierten, einfühlsamen Menschen die Möglichkeit, Beratungskompetenz für diese anspruchsvolle, ehrenamtliche Tätigkeit zu erwerben. Die Grundausbildung in Klagenfurt dauert ungefähr ein halbes Jahr und findet einmal in der Woche berufsbegleitend, also am Abend, statt. Die Tätigkeit bei der TelefonSeelsorge kann als Praktikum für Ausbildungen im psychosozialen Bereich anerkannt werden.

Interessierte melden sich bitte vormittags bei der TelefonSeelsorge Kärnten unter der Telefonnummer 0463 / 55 5 60 DW 23 oder DW 33 oder schreiben eine E-Mail an: telefon@caritas-kaernten.at.

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Die TelefonSeelsorge hat ein offenes Ohr für deine Sorgen und Ängste.

Die TelefonSeelsorge hat ein offenes Ohr für deine Sorgen und Ängste. - © Daniel Gollner

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