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Kunstprojekt:

Wörthersee-Stadion wird mit Bäumen ge­füllt, als Mahn­mal der CO2-Bilanz

Kärnten – Der Aufbau des Kunstprojekts „For Forest“ ist in vollem Gange. Mit über 300 Bäumen will der Initiator Klaus Littmann die Diskussion über die CO2-Bilanzen fördern.

 4 Minuten Lesezeit (595 Wörter)

Rund 100 Bäume waren schon vergangene Woche in dem Wörthersee-Stadion in Klagenfurt platziert, die die ungebrochene Anziehungskraft der Natur symbolisieren sollen. Das Kunstprojekt wird mit 40 Mitarbeitern vorangetrieben, da es am 4. September fertig werden soll. Vier Tage vor der offiziellen Medienvorstellung und Eröffnung. Das Aufstellen eines Baumes dauert ungefähr eine Stunde, bis er an dem richtigen Platz angekommen ist und verzurrt wurde.

Das Projekt wird von privaten Geldgebern, Spendern, Stiftungen und Unternehmen finanziert. Das ist außergewöhnlich, weil solche Image-Aktionen normalerweise von Unternehmen unterstützt werden, die sich für den Umweltschutz einsetzen. Große Kooperationen, wie Red Bull, Swarowski und NetBet sind neben Umweltorganisationen wie dem WWF, Green Hereos und dem Österreichischen Umweltschutzverein bekannt für solche Umweltaktionen. In diesem Fall ist der Künstler und internationale Vermittler für zeitgenössische Kunst Klaus Littmann ganz alleine für dieses Projekt zuständig. Seit er das Bild „Die unendliche Anziehungskraft der Natur“ von Max Peintner gesehen hat, hat sich in seinem Kopf die Idee festgesetzt, dieses auffällige Kunstwerk in die Realität umzusetzen.

Die Umsetzung hätte fast überall stattfinden können. Die Suche nach einem passenden Stadium stellte sich aber als schwierig heraus. Der einzige Grund, warum sich das Stadion in Klagenfurt als passend erwies, war, dass das Stadium nicht ausgelastet ist.

An Kritik fehlt dem Kunstprojekt nicht

Das Kunstprojekt, das letztendlich auf die Ausbeutung der Umwelt und den Umweltschutz hinweisen soll, wird von vielen Organisationen kritisiert. Anstatt nationale Bäume zu wählen, wurden sie aus drei verschiedenen Regionen aus Italien angeliefert, was den Kritikern nach nicht für eine gute CO2-Bilanz spricht.

Außerdem wird der Transport jedes einzelnen Baums mit einem Traktor in das Stadium kritisiert. Der Initiator Littmann stellt sich seinen Kritikern und behauptet, dass die Auswahl der Bäume aus logischen Gründen stattgefunden hat. Sie hätten auch aus Wäldern in Österreich kommen können, die Transportwege um die einzelnen Baumsorten aus den hiesigen Wäldern zu holen, wären aber viel länger und die CO2-Belastung dadurch viel größer gewesen.

Auch der Transport jedes einzelnen Baumes in das Stadion hat einen Grund. Laut Littmann kann nur so garantiert werden, dass kein Baum beschädigt wird. Er gibt auch zu bedenken, das jeder einzelne Baum in Österreich nach der Veranstaltung eingepflanzt wird und die CO2-Bilanz in den nächsten hundert Jahren wieder ausgleichen wird. Die Bäume direkt ohne Zwischenlager in das Stadium zu bringen, wäre nicht möglich gewesen. Nach dem Transport müssen die Bäume etwas ruhen, um sich an das Klima und die Bedingungen zu gewöhnen.

20.000 Euro Strafe für jede Fotografie

Bis die Ausstellung am 8. September, um 14 Uhr, geöffnet wird, ist das Fotografieren unter einer Strafandrohung von 20.000 Euro untersagt. Bis alles steht, wie es sich der Künstler vorstellt, könnte kein Foto der Idee des Künstlers gerecht werden.

Laut Littman hört sich das so an: „Man stellt sich so vieles vor. Das Wichtigste war für mich tatsächlich der erste Baum und der Moment, als er vom Waagrechten ins Senkrechte aufgerichtet wurde. Und es ist sogar noch besser, als ich mir vorgestellt habe. Die Proportionen sind perfekt.“

Den Besuchern empfiehlt der Künstler öfters zu kommen, da sich je nach Tageszeit und Lichteinfall die Wahrnehmung ändert. Selbst bei künstlichem Licht und in der Nacht ändert sich der Eindruck. Von den unteren Rängen erhalten die Besucher einen ganz anderen Blick auf die Montage, als von den oberen Rängen, die sich über den Kronen befinden.

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