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Ein Zugseil riss

Junge Forst­arbeiter bei tragischen Unfall verstorben

Großkirchheim – Schon seit Monaten war ein Forstbearbeitungsbetrieb in einem Wald oberhalb von Winklsagritz mit Aufräumarbeiten nach vorjährigen Stürmen beschäftigt. So auch am gestrigen 12. September. Dabei kam es zu einem tragischen Unfall, der zwei jungen Forstarbeitern aus Rumänien das Leben kostete.

 3 Minuten Lesezeit (395 Wörter) | Änderung am 13.09.2019 - 07.52 Uhr

Die gefällten Bäume wurden im Wald mit einer Seilkrananlage, einem sogenannten „Kippmast“, welcher auf einem Spezial-LKW befestigt war, aus dem steilen unwegsamen Gelände bergwärts bis zum Kippmast (Bergstation) gebracht und von dort mit dem LKW abtransportiert. Die Länge dieser Anlage vom Talanker (Seilbefestigung an einem Baum) bis zur Bergstation betrug ungefähr 500 Meter. Das Seil lief über eine Stütze, welche sich ungefähr im unteren Drittel befand. Auf dem Tragseil befand sich ein Laufwagen, welcher durch ein Zugseil gezogen wurde.

Zugseil riss

Ein 28-jähriger Maschinist aus Rumänien arbeitete am 12. September 2019 beim Kippmast (Bergstation). Seine zwei Arbeitskollegen, zwei weitere Forstarbeiter aus Rumänien, im Alter von 21 und 29 Jahren, arbeiteten im Wald im unteren Drittel der Seilbahntrasse. Gegen 18.45 Uhr kam es aus bisher unbekannter Ursache zu einem Seilriss des Zugseiles, worauf der Laufwagen ungebremst mit hoher Geschwindigkeit Richtung Talanker fuhr.

Laufwagen prallte mit hoher Geschwindigkeit auf

Nach ersten Erhebungen dürften die beiden Forstarbeiter nach Arbeitsschluss mit der Laufkatze bergwärts gefahren sein, als es zum Seilriss kam. Ob die beiden auf Grund der Geschwindigkeit der ungebremst talwärts rasenden Laufkatze von dieser herabgeschleudert wurden, oder ob sie absprangen, konnte noch nicht festgestellt werden. Erhebungen an Ort und Stelle ergaben einwandfrei den Seilriss, ebenso lagen der zerschmetterte Laufwagen und ein Teil des Zugseils im Bereich des Talankers. Dort dürfte der Laufwagen mit hoher Geschwindigkeit aufgeprallt sein.

Notarzt konnte nur noch Tod feststellen

Die beiden Forstarbeiter lagen ungefähr 50 Meter unterhalb der Stütze, fünf Meter voneinander entfernt zwischen gefällten Bäume und Steinen. Sie wiesen schwerste Kopfverletzungen und multiple andere Verletzungen auf. Der Notarzt des Rettungshubschrauber C 7 aus Lienz stellte vor Ort den bereits eingetretenen Tod der beiden fest.

Leichen unter schweren Bedingungen geborgen

An der Bergung der beiden Leichen aus dem steilen unwegsamen Gelände  waren eine Polizeistreife, Mitglieder der FF Winklern, Mörtschach und Großkirchheim (70 Personen), ein Rettungsteam der Rettung Winklern sowie 12 Bergrettungsmännern der Bergrettung Heiligenblut beteiligt, da aufgrund der Dunkelheit eine Bergung mit dem Hubschrauber nicht mehr möglich war. Die beiden Leichname wurden in die Räumlichkeiten der Bestattung nach Außerfragant, Gemeinde Flattach, gebracht.

Ermittlungen laufen

Die diensthabende Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt ordnete die Sicherstellung der gesamten Seilkrananlage an.  Die beiden Leichen wurden noch nicht zur Beerdigung freigegeben. Weitere Erhebungen werden am Vormittag des 13. September 2019 geführt werden.

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