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Aktuell - Villach
Interview
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Die Angehörigen leiden

Mama von Julia H.: „Viele diskutieren mit, aber die wenigsten kannten sie!“

Feffernitz – Julia H. wurde nur 31 Jahre alt. Sie wurde vor wenigen Wochen in Feffernitz ermordet. Ein dramatisches Verbrechen, das viele Kärntner erschütterte, denn schließlich verloren eine junge Frau und ihr ungeborenes Kind gewaltsam ihr Leben. Es bleiben auch ihre drei kleinen Kinder zurück. Die Angehörigen empfinden unendlichen Schmerz. Wir sprachen mit der Mutter von Julia vor allem darüber, was danach passierte...

 4 Minuten Lesezeit (575 Wörter) | Änderung am 14.09.2019 - 20.10 Uhr

Eine unbeschreibliche Tragödie. Viele Menschen sind daher noch immer zutiefst betroffen und verfolgen die mediale Berichterstattung. Diese zeichnet österreichweit jedoch ein sehr privates Bild. Die Berichterstattung reicht dabei von Vermutungen über den Tathergang bis zur Veröffentlichung von privaten Nachrichten. Obwohl die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, sickern viele Details durch.

Für viele bedenklich…

Viele Menschen klagen daher auch an, dass zu viel Privates preisgegeben wird. Wann geht das alles zu weit und so mancher Leser kommentierte sinngemäß: Hätten die junge Frau und ihre Kinder das gewollt? Werden sie dadurch nicht nochmals zum Opfer? Denkt niemand an die Angehörigen? Was, wenn die Kinder die Beiträge später lesen? 5 Minuten Villach hat sich daher dazu entschieden, mit der Mutter von Julia H. selbst zu sprechen:

Interview mit der Mutter von Julia H.:

5 Minuten Villach: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie Berichte über das Gewaltverbrechen an ihrer Tochter und ihrer Enkelin lesen?

Was sich mittlerweile aus dem ohnehin verstörenden Gewaltverbrechen entwickelt hat, ist in meinen Augen unfassbar, ja geradezu demütigend. Eine junge Frau stirbt und was passiert danach? Ihr gesamtes Leben wird auf einen kleinen Bereich reduziert und in der Öffentlichkeit breitgetreten und dabei hat sie keine Chance mehr, sich dazu zu äußern. Sie kann auch nicht mehr selbst erzählen, warum sie ihr Kind so gerne wollte.

Sie sprechen von den Mutmaßungen über ihr Privatleben?

Ja, ihre sexuellen Beziehungen waren ihre private Angelegenheit. Ein kleiner Teil ihres Lebens. Wir sprechen von meiner Tochter, die vor wenigen Wochen noch ein ganz normales Leben führte, die einkaufte, kochte, lachte, sich um ihre Kinder sorgte und eben sexuell aktiv war. Viele Menschen und Medien diskutieren mit, aber die meisten kannten sie nicht, oder nur flüchtig.

Sie kannten Julia gut. Erzählen Sie uns von ihr?

Julia war eine liebevolle Mutter. Ihre Kinder waren ihr Ein und Alles. Sie war mit den Kindern viel in der Natur unterwegs. Auch, wenn es regnete. Am Bach, am Spielplatz, im Wald oder am Bauernhof, um Tiere zu streicheln. Sie hatte so ein großes Herz. Zum Beispiel brachte sie Katzen, die kein Heim hatten zu sich Nachhause. Zwei Katzen fanden bei ihr ein liebevolles Zuhause.

Wie geht es den Kindern von Julia?

Sie wurden innerhalb weniger Minuten in ein Leben katapultiert, das sie sich nicht ausgesucht haben. Die Kinder brauchen jetzt natürlich sehr viel Geborgenheit und Sicherheit. Sie brauchen Liebe und Wärme. Ihre Mutter kann ihnen dies nicht mehr geben.

Was wünschen Sie sich von der Öffentlichkeit, auch im Sinne der Kinder?

Ihre Mutter war möglicherweise, wie wir alle, nicht perfekt. Jetzt ist sie weg. Für immer. Wir, die wir noch leben, können diesen jungen Menschen Respekt entgegenbringen. Das haben sie verdient. Das geht, indem wir ihre Mutter in Ehren halten und später, wenn die Kinder davon hören oder (Anm. d. Red.: u.a. so einen Artikel)  lesen werden, werden sie in liebevoller Erinnerung an ihre Mama denken. Und daran können wir alle arbeiten. Wir können über ihre Stärken reden und über ihre liebevollen Seiten. Wir können uns an sie als junge Frau erinnern, die ihr Leben so lebte, wie sie es für richtig gehalten hat. Das ist das, was wir tun können, was hilfreich und respektvoll ist.

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