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Leute - Villach
Debatte
Hier musste die Leserin mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen.
Hier musste die Leserin mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen. © Leserin

Wut im Alltag:

„Habe ein Kind und wurde Sozial­schmarotzerin genannt“

Villach – Eine junge Mutter hat sich bei uns gemeldet, weil sie auf offener Straße von einem Taxifahrer wüst beschimpft worden sein soll. Die Frau zeigt sich entsetzt: "Ich frage mich, warum Leute grundlos so boshaft sind." Sie ist die zweite Leserin, die sich in wenigen Tagen bei uns meldete. Eines ist allen gemein, warum schimpft man einfach so mit fremden Menschen?

 3 Minuten Lesezeit (439 Wörter)

Es war ein schöner Nachmittag als die junge Mutter mit ihrer knapp fünf Monate alten Tochter Richtung Neukauf in Villach spazieren ging. „Da stand vor einem Haus ein Taxifahrer so blöd, dass ich mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen musste“, schildert uns die Frau. Als sie an dem Fahrzeug vorbei ging, machte sie den Fahrer auf ihre Situation aufmerksam. Daraufhin soll sie der Taxifahrer lautstark beschimpft haben.

„Er nannte mich eine Sozialschmarotzerin“

„Der Taxifahrer ließ lautstark Dampf ab, angefangen von dem, dass ich zu jeder anderen Zeit spazieren gehen könnte, dass ich hässlich bin, dass ich eine S**** bin und was mir am meisten zugesetzt hat war, dass er mich einen Sozialschmarotzer nannte, weil ich ein Kind habe“, erzählt uns die Mutter aufgebracht. Als die Frau mit der Polizei drohte, sei der Taxifahrer ohne weiteren Kommentar weggefahren. Daraufhin hat sich die Mutter auf den Weg zur Taxizentrale gemacht und dort von dem Fall erzählt. „Die Chefin hat ihn in die Firma beordert, um den Vorfall zu klären und er gab alles zu. Sie sagte auch, dass sie es nicht versteht warum er sich nicht entschuldigt“, erzählt uns die Frau.

„Eine Anzeige würde nichts bringen“

Gleich darauf war die junge Mutter bei der Polizei, um den Fall anzuzeigen. „Dort sagte man mir, dass man Ehrendelikte nur übers Bezirksgericht anzeigen kann“, so die Leserin. „Am nächsten Tag ging ich also zum Bezirksgericht und dort haben sie mir nahegelegt, den Fall nicht anzuzeigen, da ich beweisen muss, dass er mich beschimpfte beziehungsweise glaubhafte Zeugen vorbringen muss“, erzählt uns die Betroffene. Sie solle sich im Klaren darüber sein, dass ihre Aussage gegen seine Aussage stehen würde und im Zweifel für den Angeklagten entschieden werden könnte. „Das heißt für mich, dass es Nerven, Zeit und auch viel Geld kosten kann.“ Daraufhin hat die Mutter den Fall nicht angezeigt und sich an 5 Minuten gewandt.

Ohne Konsequenzen?

„Am meisten ärgert es mich, dass so jemand einfach davon kommt und wildfremde Personen beleidigen darf und keine Konsequenzen zu befürchten hat bzw. sich nicht mal dafür entschuldigen muss“, so die Mutter,  „Da fragt man sich, ob die Leute alle boshaft sind.“

#Debatte: Deine Meinung ist uns wichtig!

Diese Begebenheit ist kein Einzelfall. Bereits mehrere Leser haben uns von unfreundlichen Menschen berichtet. Vor allem im Straßenverkehr häufen sich die Beschwerden. Uns stellt sich die Frage, ist das nun Alltag? Habt ihr auch Erfahrungen damit? Wurdet ihr auch schon beschimpft? Was glaubt ihr, warum häufen sich solche Vorfälle? Sagt es uns in den Kommentaren.

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