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Leute - Klagenfurt
Echte Klagenfurter Helden: Das Team der Bergrettung!
Echte Klagenfurter Helden: Das Team der Bergrettung! © Bergrettung

Klagenfurter Helden:

Von Velden bis zur Sau­alm: Berg­rettung im Ein­satz für Klagenfurt

Klagenfurt – Schnell kann es passieren: Jemand stürzt in unwegsamen Gelände, verirrt sich in den Bergen oder bleibt mit dem Paragleitschirm in einem Baum hängen. In solchen Fällen wird die Bergrettung gerufen. Kurt Müller, Ortsstellenleiter der Bergrettung in Klagenfurt, hat mit uns über die 96 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sowie ihre täglichen Herausforderungen gesprochen. 

 6 Minuten Lesezeit (818 Wörter)

Die Mitglieder der Bergrettung haben schon so manchen Wanderer und so manche Bergsteigerin aus einer Notlage in unwegsamen Gelände befreit. Gegenüber 5 Minuten hat Kurt Müller, Ortsstellenleiter der Bergrettung Klagenfurt, über die ehrenamtliche Tätigkeit gesprochen. Er selbst ist bereits seit rund 33 Jahren mit dabei. „Ich habe es von meinem Vater vorgelebt bekommen und bin praktisch in die Bergrettung hinein gewachsen“, erklärt der leidenschaftliche Alpinist. Mit ihm gibt es zurzeit 96 Bergretter und -retterinnen in der Ortsstelle Klagenfurt. Diese sind auf einem Gebiet von zirka 1.500 Quadratkilometern im Einsatz. „Von der Drau im Süden, über die steirische Landesgrenze im Norden, bis nach Velden im Westen und der Saualm im Osten“, definiert der Bergretter das Einsatzgebiet.

Bergungen oder Sucheinsätze im alpinen Gelände

Pro Jahr rücken die Klagenfurter Alpinisten zu ungefähr 35 Einsätzen aus. Kommt man im alpinen oder unwegsamen Gelände nicht mehr weiter, sollte man die Profis alarmieren. „Dafür gibt es die Notrufnummer 140„, erzählt uns Müller. Natürlich kann man auch jeden anderen Notruf wählen. Der Einsatz werde in weiterer Folge an die richtige Einsatzorganisation weitergeleitet. „Oft werden wir auch vom LAWZ oder dem Roten Kreuz zu Assistenzeinsätzen hinzugerufen.“

Die Bergretter und -retterinnen sind meist für Bergungen oder Sucheinsätze im alpinen Gelände verantwortlich. „Auch in Not geratene Paragleiter haben wir schon von Bäumen geholt“, so der  Ortsstellenleiter. Seit über 30 Jahren unterstützten die Klagenfurter auch den Pistendienst am Nassfeld. „Gemeinsam mit der Ortsstelle Hermagor“, erklärt uns Müller. Auch für Einsätze in den Aufzügen auf der Burg Hochosterwitz oder den Pyramidenkogel ist die Bergrettung aus Klagenfurt zuständig. „Zum Beispiel, wenn einer der Lifte stecken bleibt.“

Für jede Herausforderung bestens ausgebildet

Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sind für jede Herausforderung bestens ausgebildet. „Klettererfahrung sowie den Umgang mit verschiedensten Gerätschaften, wie einem Steigeisen, sollten sich Interessierte schon im Vorfeld aneignen“, erklärt uns Müller. Bei der Ausbildung der Bergrettung erlernt man dann die Rettungstechniken. Die Ausbildung dauert inklusive Probejahr ungefähr vier Jahre. „Im Probejahr werden die neuen Mitglieder in Übungen, Gemeinschaftstouren und auch Einsätze eingebunden.“ Nach diesem Jahr muss eine Anwerterüberprüfung auf der Kölnbreinsperre absolviert werden. „Besteht man diese, kann man mit der eigentlichen Ausbildung beginnen.“ Alle Infos zu der Ausbildung findet ihr unter diesem Link. Zudem werden bei der Bergrettung regelmäßig Übungen und Fortbildungen angeboten. „Damit wir alle auf dem Laufenden bleiben“, betont der Ortsstellenleiter.

„Oft bekommen wir nicht mal ein ‚Danke'“

Im Ernstfall ist jeder der 96 Bergretter und -retterinnen voll bei der Sache. Nicht selten sind die Einsätze körperlich und psychisch extrem anstrengend. „Das geht an niemanden spurlos vorbei“, erzählt uns Müller. „Vor allem, wenn Kinder involviert sind oder eine Person, die man kennt.“ Besonders schockierend: Von vielen Leuten bekommt die Bergrettung nicht mal ein einfaches „Danke“ zu hören.

Daher ist Müller vor allem ein Einsatz in Erinnerung geblieben. „Vor vier Jahren haben wir einer Paragleiterin von einem Baum geholfen. Der Einsatz war relativ aufwendig. Der Ast auf dem sie gehangen hat nur dünn“, beschreibt der Helfer. Die Dame konnte von den Bergrettern unverletzt geborgen werden. „Sie ist uns damals allen um den Hals gefallen“, freut sich Müller. Noch heute steht sie mit der Ortsstelle Klagenfurt in Kontakt und bedankt sich nach wie vor. „Eine Seltenheit“, betont er.

Und das, obwohl alle Bergretter und -retterinnen ehrenamtlich im Einsatz stehen. „Die Helfer bekommen kein Geld dafür. Was wir verrechnen kommt der Bergrettung für Ausrüstung zugute“, erläutert Müller. Auch über Spenden freuen sich die Retter.

So könnt ihr die Ortsstelle Klagenfurt unterstützen:

Spendenkonto Ortsstelle Klagenfurt: 

IBAN: AT49 1700 0001 1600 0938

Standortübermittlung kann Leben retten

Wanderern und Kletterfans empfiehlt der Bergretter immer richtiges Schuhwerk, eine Ausrüstung gegen Kälte, ein Erste-Hilfe-Paket, ausreichend Essen sowie ein aufgeladenes Handy dabeizuhaben. Auch eine App, mit welcher man den eigenen Standort bestimmen kann, sollte man beherrschen. „Oft suchen wir stundenlang, bis wir jemanden finden“, erklärt Müller. „Eine Standortübermittlung hilft uns enorm“, betont der Ortsstellenleiter. Dies ist zum Beispiel über WhatsApp möglich. Die Bergrettung kann so gezielt hinfahren und helfen. Wichtig sei außerdem, die Einsatzkräfte rechtzeitig zu alarmieren. „Viele alarmieren uns erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Eine rechtzeitige Alarmierung ist einfacher und effizienter“, schließt der Bergretter.

Für die 5 Minuten Redaktion sind die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen der Bergrettung ganz klar echte Helden. Und stellvertretend für Klagenfurt sagen wir: „DANKE! Für eure couragierten und mutigen Einsätze!“

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