Zum Thema:

15.10.2019 - 17:36Fridays For Future bildet „Menschen­kette“ rund um Stadionwald12.10.2019 - 13:07Gigantisches Kunst­werk lässt Pyramiden­kogel erstrahlen27.09.2019 - 17:59Heeressportlerin Sara Vilic holte Meistertitel24.09.2019 - 09:52Wer schafft es am schnellsten auf den Pyramiden­kogel?
Leute - Klagenfurt
© KK

Am Pyramidenkogel:

Weltgrößtes drei­dimensionales Gemälde für Klimaschutz

Klagenfurt – Der Pyramidenkogel zwischen dem Wörthersee und dem Keutschacher Seental wird Schauplatz eines der spektakulärsten Kunstobjekte sein, das jemals im Kampf für Umweltschutz und gegen die drohende Klimakatastrophe realisiert wurde. 

 4 Minuten Lesezeit (546 Wörter)

Auf einer Fläche von 1.350 Quadratmetern entsteht zu Füßen des weltweit höchsten Holz-Aussichtsturmes ein dreidimensionales Bild, in welchem die Porträts von US-Präsident Donald Trump, des chinesischen Staatschefs Xi Jinping und des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi als Hauptverursacher der Weltverschmutzung dargestellt werden. Zu Füßen der drei Politiker sieht man ein von Plastik übersätes Meer.

3D-Bild unterhalb des Aussichtsturms

Nachdem im vergangenen Jahr der unvergessliche Sänger und Komponist Udo Jürgens auf einem riesigen 3D-Bild unterhalb des Aussichtsturmes gewürdigt worden war, wird diese europaweit beachtete Aktion heuer noch übertroffen. Weltweit werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen jährlich bis zu 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, viele Tonnen davon gelangen in die Meere. Mehr als 140 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben inzwischen in fünf riesigen Strudeln durch die Ozeane. Ein Großteil der Plastikflut in den Meeren stammt aus Flüssen, mit Abstand am meisten hat der Jangtse – der längste Fluss Chinas – in die Meere gespült. Auf dem zweiten Platz rangiert Indiens größter Strom, der Ganges. Der Großteil der Plastikflut, welche in die Ozeane gelangt, stammt aus Asien, vor allem aus China. Flüsse in Afrika tragen hingegen nur acht Prozent zur Verschmutzung der Weltmeere mit Kunststoff bei, europäische etwa 0,3 Prozent.

Im Zeichen des Klimaschutzes

Der zweite große Faktor der Umweltverschmutzung sowie vor allem aber der drohenden Klimakatastrophe ist der Kohlenstoff (CVO2), von dem jährlich mehr als 35 Milliarden Tonnen freigesetzt werden. Dies ist eine massive Erhöhung der Gesamtmasse an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre von 3000 Gigatonnen um jährlich etwa 1 Prozent und führt unweigerlich zu einem Anstieg der Temperaturen, deren Auswirkungen verheerend sind. Die Meere werden ansteigen und viele Millionen von Menschen in den Küstengebieten bedrohen. Mehr als die Hälfte der weltweiten Emissionen verursachten die Volksrepublik China, USA, Indien und Russland. Der Bürgermeister der Pyramidenkogel-Gemeinde Keutschach am See, Karl Dovjak, will mit diesem aufsehenerregenden Projekt ein unübersehbares Zeichen setzen. Dovjak: „Bei diesem 3D-Bild geht es vor allem darum bewusst zu machen, dass wir alle etwas tun können. Das Wichtigste ist aber, dass die Staatsführer der großen Nationen begreifen, dass man nicht so weiter tun kann, als ob nichts wäre!“

Über die Künstler

Geschaffen wird das Werk von dem aus Polen stammenden und in Deutschland lebenden Künstler Gregor Wosik, und der ebenfalls aus Polen stammenden Bildhauerin Anna Mrzyglod. Die künstlerische Betreuung liegt in den Händen des Kärntner Künstlers David Holzinger. Das Bild wird auch bei Dunkelheit zu sehen sein. Dazu werden fluoriszierende Farben und UV-Licht verwendet. Wosik hatte bereits im Jahre 2009 gemeinsam mit fünf europäischen Straßenmalkünstlern im holländischen Rijssen das bis dahin größte derartige Projekt verwirklicht: Ein 750 qm großes 3D-Bild entstand innerhalb von drei Tagen und wurde von Guinness offiziell als Weltrekord anerkannt. Im Jahre 2012 wurde dieser Rekord noch überboten: Im deutschen Wilhelmshaven realisierten Wosik und drei weitere Künstler ein 3D-Bild mit einer Größe von etwa 1.570 Quadratmetern. Das gigantische Meisterwerk wird je nach Witterung Mitte Oktober fertiggestellt sein. Zu sehen sein wird das dreidimensionale Bild bis zum 21. November. Die beste Sicht auf das Bild hat man von der obersten Plattform des Pyramidenkogel-Turmes.

Kommentare laden
ANZEIGE