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Wirtschaft - Klagenfurt
Entwicklung in einem Drei-Phasen-Plan:
Entwicklung in einem Drei-Phasen-Plan: "Erst in Phase drei könne man den Standort überlegen." © 5min.at

Messe-Studie liegt vor:

Mathiaschitz: „Die Stand­ort­frage der Messe hat Zeit“

Klagenfurt – Die Studie zur Weiterentwicklung der Klagenfurter Messe geht in die Endfertigung. Am Mittwoch, den 9. Oktober 2019, wurde der Zwischenbericht von Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz und ihren Koalitionspartnern präsentiert. In der Studie wird die Messe genau unter die Lupe genommen. Schon jetzt stellt Mathiaschitz fest, dass die Studie zwar eine gute Grundlage für künftige Entscheidungen ist, es aber zurzeit noch kein Ja oder Nein zu Verbleib oder Übersiedelung geben kann.

 5 Minuten Lesezeit (690 Wörter) | Änderung am 11.10.2019 - 09.03 Uhr

Was kann die Messe, […] und wie muss sie sich für die Zukunft weiterentwickeln. Diese Fragen galt es zu klären und für eine dementsprechende Studie wurde aus drei Bewerbern das renommierte Österreichische Institut für Raumplanung (ÖIR) ausgesucht. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor. Diese beschäftigen sich unter anderem mit dem aktuellen Standort. Aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Innenstadt und verminderter Kosten für die notwendigen Neubauten wird der jetzige Standort vorangereiht. Mathiaschitz stellte fest, dass die Studie jetzt eine gute Grundlage für künftige Entscheidungen ist, es aber derzeit kein Ja oder Nein zu Verbleib oder Übersiedelung an einen anderen Standort geben kann.

„Notwendig sei eine Ausrichtung für die Zukunft“

Laut der Bürgermeisterin müsse man genau prüfen, was für die Stadt finanziell machbar ist. Sie zählte mehrere Fakten auf: Der jetzige Standort bringe Impulse für die Innenstadt, die Messe müsse sich für die Zukunft rüsten, Hallen und Seminarräume müssen erneuert werden, ein Teil des Messegeländes könne besser genutzt werden, ohne die Messe selbst zu reduzieren. Notwendig sei eine Ausrichtung für die Zukunft. Halle 5 und Seminarräume würden laut Mathiaschitz nicht den Anforderungen der künftigen Entwicklung entsprechen und müssen neu gebaut werden, eine multifunktionale Veranstaltungshalle mit rund 1.400 Plätzen wird vorgeschlagen.

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StR Frank Frey, Bgm. Maria-Luise Mathiaschitz, Stephanie Kirchmayr-Novak, Christof Schremmer (beide ÖIR), Robert Piechl (Stadtplanung) und StR Markus Geiger

StR Frank Frey, Bgm. Maria-Luise Mathiaschitz, Stephanie Kirchmayr-Novak, Christof Schremmer (beide ÖIR), Robert Piechl (Stadtplanung) und StR Markus Geiger - © StadtPresse/Fritz

Entwicklung in einem Drei-Phasen-Plan

Für die Zukunft am jetzigen Standort soll die Entwicklung in einem Drei-Phasen-Plan vor sich gehen: Bau Multifunktionshalle und Eingangsbereich gegenüber Landesarchiv mit einem städtischen Platz, Verwertung der Freiflächen Richtung Rosentalerstraße für Wohnungen, Büros, Geschäfte, kulturelle Einrichtungen und in Phase 3 je nach Messestrategie eventuell neue Bebauung statt der Hallen 3 und 4. Prognosen sagen, dass Messen künftig weniger Platz benötigen werden. Eine Investition von rund 30 Millionen Euro wäre am jetzigen Standort notwendig. Bei einer Übersiedelung würden inklusive Abrisskosten am aktuellen Standort Kosten zwischen 70 und 100 Millionen Euro anfallen. „Allerdings ist dies nur eine Einschätzung, da wir keinerlei Unterlagen zur diskutierten Situierung Flughafen haben“, erklärt Christoph Schremmer vom ÖIR, der mit seiner Kollegin Stephanie Kirchmayr-Novak die Studie vorstellte.

Für die Bürgermeisterin hat die Standortfrage Messe Zeit, die ersten beiden Phasen sollen aber rasch umgesetzt werden. Per Ausschreibung soll auch ein strategischer Partner für den Bau der Veranstaltungshalle gesucht werden. Erst in Phase drei könne man den Standort überlegen, dann wisse man schon besser, wie sich Messen in der Zukunft entwickeln werden und auch abschätzen, wo sie dann am besten aufgehoben sind.

Frey: „Eine Studie mit Hand und Fuß“

Stadtrat Markus Geiger zeigte sich begeistert von der Erarbeitung des Konzeptes. Hier zeige sich deutlich, dass die Messe gut geführt ist, einen guten Standort hat und gute Arbeit leiste. Stadtrat Frank Frey lobte das Institut, dass es jetzt eine Studie „mit Hand und Fuß“ als Entscheidungsunterlage gibt. „Die Fußläufigkeit zur Innenstadt und zum Bahnhof ist für den Klimaschutz wichtig“.

Kritik seitens der FPÖ

Scharfe Kritik an SPÖ-Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz übte am Mittwoch der Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Mag. Gernot Darmann. „Es ist nichts anderes als das Verbrennen von Steuergeld, eine Studie anfertigen zu lassen, die das vorweg schon bestehende Vorurteil der Bürgermeisterin bestätigt, ohne jemals Detailinfos zu dem angedachten neuen Messekonzept am Flughafen in der Hand zu haben. Eine solche Studie ist zwar teuer, aber vermutlich nichts wert“, betonte Darmann. „Ich sehe ein solches privates Investment in eine neue Messeinfrastruktur weiter als große Chance für Kärnten. Die Politik ist hier gefordert, zu servicieren und nicht schon vorab zu blockieren“, erklärte Darmann. Er gehe davon aus, dass den Studienerstellern keine Detailinformationen zum geplanten neuen Messestandort am Flughafen vorgelegen sind. „Dann frage ich mich, wie kann man in einer Studie zwei Standorte vergleichen, wenn man gar nicht weiß, was bei dem möglichen Messestandort am Flughafen überhaupt geplant ist, wie die Umsetzung stattfinden soll und welche Besucherströme etc. errechnet werden“, so Darmann.

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