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Wirtschaft - Kärnten
In der Mitte ist Alexandra Riepl mit ihrem Flora Cola.
In der Mitte ist Alexandra Riepl mit ihrem Flora Cola. © WKK/Anita Arneitz

Kärntnerin erfolgreich mit ihrer "Flora Cola".

Cool: Diese Frau macht ihre eigene Cola

Völkermarkt – Ihr Cola wird zu 100 Prozent in Kärnten angebaut, verarbeitet und produziert – ganz ohne Chemie und Koffein. Alexandra Riepl erobert mit ihrem „Flora Cola“ gerade Gastronomie und Handel. Jetzt wurde sie zur Unternehmerin des Monats gekürt.

 4 Minuten Lesezeit (579 Wörter)

An manchen Tagen geht Alexandra Riepl aus Völkermarkt drei oder vier Mal hinaus auf ihren Acker und pflückt per Hand die Blätter der Eberraute. Denn nur frisch verarbeitet entfalten sie im „Flora Cola“ den vollen Cola-Geschmack – und das ganz ohne Chemie, Koffein, künstliche Aromen, Farbstoffen und irgendwelchen E-Nummern. Flora-Cola ist zu 100 Prozent ein Produkt aus Kärnten, bei dem nichts anderes hineinkommt als vier natürliche Zutaten. An dieser Rezeptur hat Alexandra Riepl lange getüftelt.

Selbstständigkeit wurde ihr in die Wiege gelegt

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Alexandra Riepl mit ihren natürlichen Zutaten.

Alexandra Riepl mit ihren natürlichen Zutaten. - © Anita Arneitz

Als Floristin war sie bereits zwölf Jahre mit einem eigenen Blumenfachgeschäft in Hermagor selbstständig. Die Liebe verschlug sie aber nach Südkärnten, wo sie seit 2007 als Kräuterpädagogin tätig ist. Während der Karenzzeit kam ihr die Idee zum Naturcola und 2016 gründete sie ihr zweites Unternehmen. „Ich komme aus einer Familie, wo bereits die Eltern die Selbstständigkeit vorgelebt haben. Als Unternehmerin kann ich mich selbst entfalten und meine Ideen umsetzen, wie ich sie mir vorstelle“, erzählt Alexandra Riepl. Auch wenn es nicht immer einfach ist.

Kinder und Jugendliche als erste Fans

2017 kam sie mit der Marke „Flora Cola“ auf den Markt. Es folgten weitere Produkte wie „Flora Citron“, eine Zitronenkräuter-Limonade. Beide Produkte gibt es in Glasflaschen oder recycelten PET. „Wir versuchen so nachhaltig wie möglich zu arbeiten. Aber in gewissen Bereichen kommen wir um PET-Flaschen nicht herum. So dürfen an Schulen keine Glasflaschen verwendet werden“, berichtet Riepl. Und gerade Kinder und Jugendliche sind große Fans ihrer Getränke. „So orientieren wir uns auch nach den Richtlinien von SIPCAN und sind stolz ein Teil der ‚gesunden Jause‘ zu sein. Wir sind bereits an vielen Kindergärten sowie Schulen vertreten.“ Auch ihre sechsjährige Tochter liebt Flora-Cola, selbst wenn diese nicht dunkel ist. „Geschmack braucht eben keine Farbe“, lacht Riepl. „Wir machen alles händisch. Das ist wie beim Wein – je mehr Kontrolle, desto besser die Qualität.“

Wachstum mit Regionalität

Für 100 Liter Naturcola-Sirup muss sie an die drei Zeilen Kraut am Acker ernten. Aktuell sind es noch an die 2000 Pflanzen, die von ihr und ihrem Mann Gernot gehegt und gepflegt werden. Da die Nachfrage aber so stark angestiegen ist, wird 2020 expandiert. Im Frühjahr kommen 15.000 Pflanzen hinzu und dann soll auch vom „ehemaligen Discokeller“ (in einem alten Stall, der zurzeit als Produktionsstätte dient) in eine 300 Quadratmeter große moderne Produktionshalle in den Gewerbepark übersiedelt werden. Mit Jahresbeginn steigt ihr Mann Gernot voll in den Betrieb ein und spätestens im Frühling sollen drei Mitarbeiter hinzukommen. Produziert wird das ganze Jahr über immer frisch. „Wir machen alles händisch. Das ist wie beim Wein – je mehr Kontrolle, desto besser die Qualität“, sagt Riepl.

Einzigartiges Produkt in Europa

„Unsere Produkte haben noch viel Potenzial“, weiß die Unternehmerin. Produktion und Vertrieb baut sie ausschließlich mit Eigenmitteln auf. „Das bedeutet zwar etwas persönlicher Verzicht, aber das ist es mir wert.“ Schließlich sind große Visionen immer auch mit unternehmerischem Risiko verbunden. Zugute kommt Riepl aber, dass sie aus ihrer vorherigen Selbstständigkeit viel lernen konnte. So hat sie bereits Lehrlinge ausgebildet und möchte das auch in Zukunft bei Flora-Cola machen. 2019 wurden allein 12.000 Liter Sirup produziert. Seit der Teilnahme an der Messe „Regal“ explodiert die Nachfrage. „Am Anfang haben alle meine Idee belächelt, aber europaweit gibt es kein vergleichbares Produkt.“

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