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Wirtschaft - Villach
Art Yupha stellte kurzerhand ein Zelt auf, denn für sie musste eine Lösung für Raucher her - möglichst gemütlich und warm für die Wintermonate
Art Yupha stellte kurzerhand ein Zelt auf, denn für sie musste eine Lösung für Raucher her - möglichst gemütlich und warm für die Wintermonate © KK

Viele Wirte warten ab

Ab 1.11. Rauchverbot: „Na, dann stell ich halt ein Zelt für Raucher auf!“

Villach – Noch wenige Tage, bis das neue Gesetz in Kraft tritt. Das sorgt bei vielen Rauchern und Gastronomen für viel Unsicherheit oder sie sind sogar stinksauer. Die anderen wiederum freut es. Währenddessen stellt eine Wirtin kurzerhand ein Zelt auf. „Wir wollten eine einfache Lösung für Raucher.“

 4 Minuten Lesezeit (496 Wörter) | Änderung am 15.10.2019 - 20.48 Uhr

Mitten in der Innenstadt, im Grünen und mit Blick auf die Drau steht seit heute ein kleines Zelt. Das wurde vorsorglich aufgestellt, denn ab 1. November tritt das Nichtraucher-Gesetz in Kraft. Wir sprachen im Vorfeld mit einigen Wirten und die Mehrheit von ihnen blickt sorgenvoll auf das Datum. 

Wirte bleiben locker

Einige haben für einen Umbau bereits viel Geld investiert. Das zahlt ja niemand, heißt es bei einigen Wirten vor Ort. „Die meisten Stammleute sind alles Raucher. Viele aber auch Nichtraucher, die regelmäßig kommen und das Rauchen stört sie überhaupt nicht. Ich finde, das persönliches Recht der Raucher wird angegriffen. Ich erwarte Einbußen durch die Umstellung, ja“, erzählt eine Gastronomin am Hauptbahnhof. Andere Wirte fühlen sich gelinde gesagt „gepflanzt“. Das Hin und Her und die „Übergangsfristen“ sorgten bereits in den letzten Jahren für viel Ärger. „Jetzt fühlt man sich als Wirt komplett bevormundet. Als Raucher auch.“

Viele warten ab

Im Café Silvia heißt es: „Fast alle Kunden sind Raucher, die gerne nach Feierabend noch auf ein Bier und Zigarette zur Entspannung kommen.“ Die meisten sind sich sicher, dass es vorallem kleinere Betriebe hart treffen wird. Inwieweit Sanktionen durchgeführt werden, wenn jemand gegen das Gesetz verstößt? Für viele noch unklar. Einige erzählen, sie würden noch abwarten, was wirklich passiert.

Lösung: Draußen, gemütlich & warm

Geschäftsführerin von „Artis Draulounge“, Art Yupha, stellte heute kurzerhand ihr Zelt auf: „Wir haben darüber gesprochen, was wir rund um den 1. November tun werden. Kunden meinten bereits, dass sie ihr Bier halt dann zu Hause trinken werden. Bei uns sind alle Gäste willkommen, egal ob Raucher und Nichtraucher und ich wollte unbedingt eine Lösung für Raucher haben, die gemütlich ist. Daher haben wir uns von Deutschland die Idee mit dem kleinen aber feinen Gastgarten-Zelt abgeschaut“, so die junge Villacherin. Ihr Lokal  „Arti´s Draulounge“ hat sie vor fünf Monaten eröffnet. Das Zelt ist gemietet und somit mit Kostenaufwand verbunden, „aber das ist es mir wert.“ Die überdachte „Außenlounge“ wurde liebevoll eingerichtet und sorgt bereits für Begeisterung: „Ein Kunde meinte heute, recht habt ihr. Coole Aktion!“ Loungemusik wird im neuen Zelt gespielt und ganz wichtig: Wenn es richtig kalt wird, werden Heizstrahler montiert.

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„Wir wurden schon gefragt, ob heute jemand heiratet. Nein, das ist unsere Lösung für Raucher ab November.“

„Wir wurden schon gefragt, ob heute jemand heiratet. Nein, das ist unsere Lösung für Raucher ab November.“ - © 5min

Das Rauchverbot in der Gastormonie per 1.November 2019:

Das Gesetz zum Rauchverbot in der Gastronomie in Österreich gilt ab dem 1. November. Demnach darf an öffentlichen Orten, an denen Speisen und Getränke hergestellt, verkauft oder konsumiert werden, nicht mehr geraucht werden. Rund 900.000 Unterschriften bekam das Nichtraucherschutz-Volksbegehrens „Don’t smoke“. Die Abgeordneten aller Parteien (ausgenommen FPÖ) stimmten den Antrag auf ein Rauchverbot in der Gastronomie zu. Das Verbot gilt auch für Shishas und E-Zigaretten. 

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