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Politik - Kärnten
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Equal Pay Day 2019

„Einkommens­gerechtigkeit für Frauen muss zur Realität werden“

Kärnten – Der Equal Pay Day fällt auch in diesem Jahr wieder auf den 21. Oktober. Kommenden Montag werden vollzeitbeschäftigte Männer in Kärnten als auch österreichweit im Schnitt jenes Einkommen erhalten haben, für das vollzeitbeschäftigte Frauen noch bis Jahresende arbeiten. Damit hat sich Österreich im Vergleich zum Vorjahr um einen Tag verbessert, Kärnten stagniert.

 5 Minuten Lesezeit (628 Wörter) | Änderung am 18.10.2019 - 07.22 Uhr

„Die Lohnschere verkleinert sich nur schleppend, der Gender Pay Gap liegt immer noch bei 19,6 Prozent. Es ist also enorm wichtig, beim Thema Einkommensgerechtigkeit am Ball zu bleiben. Mit dem Referat für Frauen und Gleichbehandlung versuchen wir mit gezielten Maßnahmen Verbesserungen zu erreichen und Benachteiligungen für Frauen im Einkommensbereich zu reduzieren“, gab heute, Donnerstag, Frauenreferentin Landesrätin Sara Schaar bekannt.

Maßnahmen zur schnelleren Schließung der Einkommensschere

Neben Berufswahl, Branche oder Alter wirken sich Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitarbeit auf die Einkommenssituation von Frauen aus. Strukturelle Forderungen wie die Schaffung ausreichender Kinderbetreuungsangebote und vollständige Lohntransparenz haben weiterhin oberste Priorität, ebenso wie die Sensibilisierung hin zur gerechten Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit: „Unbezahlte Arbeit wie Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen wird immer noch hauptsächlich von Frauen geleistet, wofür sie lange Erwerbsunterbrechungen oder Teilzeitarbeit in Kauf nehmen“, betonte Landesfrauenbeauftragte Martina Gabriel.

Finanzen-Leben-Zukunft

Um Frauen verstärkt die Konsequenzen ihrer Entscheidungen, wie finanzielle Abhängigkeiten und drohende Armut aufzuzeigen, hat das Referat für Frauen und Gleichbehandlung ein neues Kursangebot ins Leben gerufen. „Am 31. Oktober starten wir mit ‚Finanzen-Leben-Zukunft. Finanziell unabhängig und selbstbestimmt‘ ein kostenloses Angebot für Frauen. Der Workshop wird mit Unterstützung der Kärntner Frauenberatungsstellen in allen Kärntner Bezirken abgehalten und widmet sich Fragen wie zum Beispiel: ‚Was bedeutet Vollzeit, Teilzeit, Geringfügigkeit für mich und meine Pension? Wie kann finanzielle Unabhängigkeit auf persönlicher Ebene gelingen? Was ist wichtig, um Risikosituationen im Leben abzufedern?‘ Und noch einiges mehr“, berichteten Schaar und Gabriel.

Von Frauen für Frauen

In Zusammenarbeit mit den Kärntner Volkshochschulen und den Frauenberatungsstellen gibt es darüber hinaus noch das vom Frauenreferat geförderte Angebot „Von Frauen für Frauen“. Das Ziel der Fortbildungen, die ebenso kostenlos besucht werden können, ist die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstbestimmtheit. „In den Kursen geht es um Themen wie Befreiung aus Abhängigkeiten, Entscheidungs- und Veränderungsprozesse“, so Gabriel.

Alle Termine und Infos zu den Finanzbasics-Workshops „Finanzen-Leben-Zukunft. Finanziell unabhängig und selbstbestimmt“ findet man auf der Homepage des Frauenreferates: www.frauen.ktn.gv.at. Achtung: Die Zahl der Teilnehmerinnen ist begrenzt.

Frauen verdienen im Durchschnitt 20 Prozent weniger

„Wir sprechen freimütig über Urlaube, Essen und Fernsehgewohnheiten – ja wir präsentieren diese Themen sogar in den sozialen Medien. Aber über was sprechen wir, noch immer, ungern? Richtig, das Gehalt. Glücklicherweise bricht der Equal Pay Day jedes Jahr aufs Neue mit diesem Tabu und macht Geld zum Topthema. Und das ist auch unbedingt notwendig: Denn nach wie vor ist in Österreich der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern drastisch hoch!“, so SPÖ Kärnten Frauenvorsitzende Ana Blatnik, zum bevorstehenden Equal Pay Day am 21. Oktober. Der Druck auf Arbeitnehmerinnen wird von Jahr zu Jahr größer. Mehr leisten, jeden Tag funktionieren – und trotzdem ist die Summe am Gehaltszettel kleiner als beim männlichen Kollegen. Für Österreichs Frauen ist diese ungerechtfertigte Unterbezahlung bittere Realität. Frauen verdienen in Österreich für die gleiche Arbeit im Schnitt um 20 Prozent weniger als Männer.

SPÖ fordert: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

Die SPÖ hat einen konkreten Plan vorgelegt, wie sich die Lohnschere zwischen Männern und Frauen umgehend schließen lässt und sich dabei vorwiegend am isländischen Modell orientiert. Seit Jänner 2018 gilt in Island ein Gesetz, das es Unternehmen verbietet, Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit ungleich zu bezahlen – weltweit das erste dieser Art. Betroffene Frauen müssen nicht mehr nachforschen, ob sie schlechter bezahlt werden. Stattdessen müssen Unternehmen die faire Bezahlung dokumentieren“, erläutert Blatnik und schließt: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das sollte heute wirklich eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen ist eine Blamage für Österreich.“

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