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Leute - Klagenfurt
SYMBOLFOTO © Pixabay

Eine 5 Minuten Leserin erzählt:

„Ich war fast sieben Jahre auf der Straße“

Klagenfurt & Wels – Aktuell bittet das "Eggerheim" dringend um Sachspenden für Obdachlose. Aufgrund des Aufrufs meldete sich auch unsere 5 Minuten Leserin Jacqueline bei uns: "Ich bin bereit Kleidung von mir und meinem Freund auszumisten und den Obdachlosen zu schenken. Weil wir wissen, wie es ist KEIN zu Hause zu haben." 

 2 Minuten Lesezeit (303 Wörter) | Änderung am 20.10.2019 - 19.25 Uhr

Jacqueline lebte selbst fast sieben Jahre lang auf der Straße. „Es ging los, als mein damaliger Freund mit mir Schluss machte“, erinnert sich die junge Frau. Das war im Jahr 2010. Sie schlief damals bei verschiedenen Verwandten oder Bekannten in Wels. „Mein Tagesablauf bestand darin zu schauen, wo ich essen kann und wo schlafen.“

„Ein Bekannter gab mir K.O. Tropfen!“

Nicht immer gelang ihr das auch. „Im tiefsten Winter ließ mich eine Freundin um 3 Uhr früh einfach vor der Türe stehen“, erzählt uns die 5 Minuten Leserin. „Ein anderer Bekannter gab mir K.O. Tropfen!“ Es kam auch vor, dass Jacqueline aus Angst die ganze Nacht wach bleiben musste oder aus Mangel an Alternativen am Bahnhof in Wels übernachtete. „Ich habe einfach nur gehofft, dass ich nie zu Drogen greifen werde oder sogar sterben.“

„Dort wurde mir geholfen“

Im Jahr 2017, also sieben Jahre später (!), kam die 5 Minuten Leserin ins Obdachlosenheim in Wels. „Ab 18 Uhr durften wir rein, um 7.30 Uhr mussten wir wieder draußen sein“, erinnert sie sich. Tagsüber war Jacqueline im Tageszentrum. „Dort wurde mir geholfen eine Arbeit zu suchen, sparen zu lernen oder eine eigene Wohnung zu finden. Auch meinen Lebensgefährten lernte ich dort kennen“, erzählt sie uns. „Es war unser Zuhause. Tagsüber hielten wir uns dort auf. Vorausgesetzt wir hatten einen Job.“ Jacqueline war damals bei der Bahn.

„Es gibt immer einen Ausweg“

2013 zog sie dann nach Klagenfurt. Dort lebt sie aktuell mit ihrem Lebensgefährten zusammen in einer Wohnung. Noch heute geht Jacqueline zur Caritas, um Lebensmittel zu holen, wenn der Kühlschrank zu Hause leer ist. „Wenn man es nicht hat, ist man froh, etwas zu bekommen“, betont die 5 Minuten Leserin. „Es gibt immer einen Ausweg, man sollte den Kopf niemals hängen lassen. Da sind immer Menschen die helfen.“

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