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Antrag auf Opferschutzkommission läuft:

Unfassbar: mindestens 120 weitere Opfer im „Fall Wurst“

Kärnten – In den 2000er Jahren schockierte der „Fall Dr. Franz Wurst“ über die Grenzen Kärntens hinaus. Der Heilpädagoge wurde wegen sexueller Nötigung zahlreicher minderjähriger Patienten des Landeskrankenhaus Klagenfurt verurteilt. Die 2013 eingerichtete Opferschutzkommission zahlte bereits rund 1,5 Millionen Euro an Betroffene als Entschädigung.

 1 Minuten Lesezeit (236 Wörter) | Änderung am 21.10.2019 - 14.26 Uhr

Die Sozialreferentin Beate Prettner informierte, dass nach Schließung der Opferschutzkommission im Jahr 2017 die Kinder- und Jugendanwaltschaft mit der Weiterführung der Geschäfte der Opferschutzstelle betraut wurde. Die Hauptaufgaben dieser Opferschutzstelle liegt in der Findung der Beweisführung über die Unterbringung auf der ehemaligen heilpädagogischen Abteilung des LKH Klagenfurt oder im ehemaligen Landesjugendheim Görtschach bzw. ihre Unterbringung bei einer Pflegefamilie durch die Jugendwohlfahrt belegen. Personen die Heim- oder Krankenakten aus ihrer Kindheit suchen werden hierbei unterstützt. Außerdem wird ihnen bei Anträgen nach dem Heimopferrentengesetz geholfen und die Psychotherapiekosten durch das Land Kärnten koordiniert und abgerechnet.

Schon mehr als 120 Personen angesucht

„Mittlerweile suchen mehr als 120 Personen bei der Opferschutzstelle an“, erklärte Prettner. Sie brachte daher in der heutigen Regierungssitzung den Antrag ein, die unabhängige Opferschutz-kommission wieder zu reaktivieren. Laut Prettner sei nach vorsichtigen Schätzungen davon auszugehen, dass noch mindestens 140 Personen finanzielle Ansprüche an das Land Kärnten stellen könnten, weil ihnen in ihrer Kindheit bzw. Jugend Gewalt in Einrichtungen des Landes Kärntens zugefügt worden sei. „Dazu kommt, das im Jänner 2020 die von mir beauftragte Aufarbeitungsstudie abgeschlossen sein und präsentiert wird: Im Zuge dessen wird sich das Land Kärnten in einem offiziellen Akt zu dem passierten Unrecht bekennen und dafür die Verantwortung übernehmen. Es ist davon auszugehen, dass sich aufgrund dieses Landesaktes noch weitere Betroffene melden werden“, so die Sozialreferentin.

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