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Regionalitäts-Charta unterzeichnet

Offensive zur Verwendung heimischer Lebensmittel

Kärnten – Heute wurde die Regionalitäts-Charta von Land, Sozialpartnern, Städte- und Gemeindebund unterzeichnet. Heimischen Produkten wird bei Wahl von Lebensmitteln Vorzug gegeben und ihr Einsatz landesweit mithilfe von Kriterienkatalog verstärkt.

 4 Minuten Lesezeit (555 Wörter)

„Die Verwendung von regionalen und ökologisch-nachhaltigen Produkten und ein Bewusstsein für eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu forcieren, ist die Aufgabe einer verantwortungsbewussten Politik“: So lautet der erste Satz der „1. Kärntner Regionalitäts-Charta zur Verwendung regionaler Lebensmittel“, die heute, Montag, im Rahmen der der gemeinsamen Regierungssitzung mit den Sozialpartnern unterzeichnet wurde. Basis dieser Charta ist ein Kriterienkatalog, der Mindest- und Qualitätskriterien im Lebensmitteleinkauf vorsieht. „Dazu zählen beispielsweise die Einhaltung der österreichischen Tierhaltungsverordnung, Gentechnikfreiheit sowie kontrollierte Herkunfts- und Gütesiegel“, erklärten Landeshauptmann Peter Kaiser, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Agrarreferent Landesrat Martin Gruber.

Regionalität & gesunde Ernährung fördern

Ziel sei es, mit der Charta sowohl Regionalität als auch gesunde Ernährung zu fördern, die Landwirtschaft und die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken, die Wertschöpfung zu erhöhen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, erläuterten Kaiser und Gruber im Pressefoyer. Der Kriterienkatalog würden für Milch- und Milchprodukte, Frischfleisch, verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren, Ei und Eiprodukte, Frischobst und -gemüse sowie Apfelsaft gelten. Auch würden die Beschaffungsrichtlinien an diese neue Situation angepasst, sodass das Bestbieterprinzip angewendet werden könne.

Vorrang für heimische Qualitätsprodukte

„Damit öffnen wir heimischen Qualitätsprodukten die Tür in die Großküchen und geben ihnen Vorrang vor Billigimporten“, erklärte Gruber. Im Gegensatz zu Landeseinrichtungen sei der Kriterienkatalog für Städte und Gemeinden nicht verpflichtend. Allerdings bekennen sich laut Gruber Städte- und Gemeindebund, die an der Regionalitäts-Offensive mitgearbeitet haben, mit der heutigen Unterzeichnung der Charta dazu, diese Grundsätze in den Gemeinden zu forcieren.

Reduzierung von Plastikmüll und Lebensmittelabfällen

Mit dem Kriterienkatalog haben die Kooperationspartner auch Grundsätze beschlossen, die sie beim Lebensmitteleinkauf künftig beachten sollen. Wie zum Beispiel, dass bei Ausschreibungen die Qualität mindestens 50 Prozent der Zuschlagskriterien ausmacht, dass die saisonale Verfügbarkeit von frischen Produkten sowie die Stärken regionaler Unternehmen im Vergabeverfahren berücksichtig werden. Darüber hinaus sollen möglichst kleine Lose ausgeschrieben werden, um auch kleineren Produzenten und Betrieben die Chance zu geben, sich an Ausschreibungen für Großküchen zu beteiligen. Im Hinblick auf den Klima- und Umweltschutz bekennen sich alle Beteiligten dazu, Plastikmüll etwa durch Mehrwegsysteme zu reduzieren, die Menge an Lebensmittelabfällen so gering wie möglich zu halten und auf richtige Abfalltrennung zu achten.

Absicherung heimischer Lebensmittelproduzenten

„Ernährung wirkt sich grundlegend auf unsere Gesundheit aus: Eine ausgewogene Ernährung reduziert das Risiko für viele Erkrankungen“, betonte Gesundheitsreferentin Prettner. Sie wies auf die Tatsache hin, dass bereits mehr als 40 Prozent der Kärntner ihre tägliche Hauptmahlzeit außer Haus einnehmen: „Ob kleine Kinder in der Krabbelstube und später im Kindergarten, Schüler in der Schulkantine oder im Hort, Erwachsene in Betriebsküchen, Senioren in Altenheimen oder Pflegeheimen, Patienten in Krankenhäusern – die Tendenz steigt und damit die Bedeutung der Gemeinschaftsküchen“, so Prettner. Wie die Gesundheitsreferentin betonte, befassen sich Initiativen wie „Gesunde Küche“ und „Gesunde Schuljause“ bereits intensiv mit der Verbesserung des gesundheitsförderlichen Angebotes in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen. Gruber wies noch darauf hin, dass im Gegensatz zu bisherigen Initiativen, die nur Empfehlungen waren, die Regionalitäts-Offensive „eine ganz gezielte und direkte Maßnahme ist, mit der wir als öffentliche Hand einen Beitrag leisten, um die Existenz der heimischen Lebensmittelproduzenten abzusichern.“

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