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"Aggressionen entstehen durch falsche Erziehung"

ÖRV Finkensteiner Moor: „Kein Hund hat etwas auf der Rassen­liste verloren“

Finkenstein – Wir haben einen kleinen Neuzugang. Seit einigen Monaten erfreut sich der kleine Staffordshire Bullterrier Quentin an unserem Büroalltag. Doch der Welpe muss noch viel lernen. Daher besucht er gemeinsam mit seinen Besitzern regelmäßig die Hundeschule des ÖRV Finkensteiner Moor. Das Quentins Rasse in vielen Bundesländern, als Kampfhund eingestuft ist, stört dort niemanden. "Die Aggressionsproblematik entsteht erst durch den falschen Umgang mit den Hunden", betont Obmann, Rene Franc im Interview.

 4 Minuten Lesezeit (555 Wörter) | Änderung am 27.10.2019 - 20.51 Uhr

Durch die gemeinsamen Stunden in der Welpengruppe des Österreichischen Rassehundeverband (kurz: ÖRV) lernt Quentin die verschiedenen Verhaltensweisen anderer Rassen kennen. So übt er spielerisch gewisse Zeichen zu deuten und damit richtig umzugehen. Aber auch Quentins Besitzer erlernen, die Körpersprache ihres Hundes zu erkennen: „Es geht darum zu verstehen, wie die Hundehalter richtig mit ihrem Vierbeiner umgehen können und deren Sprache zu sprechen“, erklärt Rene Franc, Obmann vom ÖRV Finkensteiner Moor. Ziel des Vereins ist es durch Schulungen die Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu fördern.

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Spielerisch lernen die Vierbeiner die verschiedenen Verhaltensweisen anderer Rassen kennen.

Spielerisch lernen die Vierbeiner die verschiedenen Verhaltensweisen anderer Rassen kennen. - © KK

„Aggressionen entstehen durch falschen Umgang“

Das Quentins Rasse in vielen Bundesländern, als Kampfhund eingestuft ist, stört den Hundeprofi nicht. Seiner Meinung nach hat keine Hunderasse etwas auf der sogenannten Rassenliste verloren. „Es kommt kein Welpe auf die Welt und denkt sofort: ‚Ich möchte jetzt jemanden beißen.‘ Die Aggressionsproblematik entsteht durch den falschen Umgang mit den Hunden“, betont der Profi. Bei kleineren Hunderassen fällt eine schlechte Erziehung laut dem Hundetrainer weniger auf. „Einen aggressiven Chihuahua kann jeder mit zwei Fingern leicht zurückhalten. Wenn ein 60 Kilo schwerer Rottweiler aggressives Verhalten aufzeigt, sieht die Sache anders aus.“ Franc betont jedoch, dass die Erziehung von jedem Hund wichtig sei. Der Verein steht den Hundehaltern dabei gerne zur Seite.

„Ein erzogener Hund genießt viel mehr Freiheiten“

Dabei ist es von Vorteil, wenn man schon in der Welpenschule damit anfängt. „Wenn ein Hund die Unarten einmal gelernt hat, ist es schwierig dieses Verhalten wieder aus seiner Denkweise herauszubekommen“, erklärt Franc. In der Welpenphase könne man den Vierbeiner gleich auf die richtige Bahn lenken, damit er sich in seiner Umwelt gut zurechtfindet. Zudem gibt der Hundetrainer zu bedenken: „Ein erzogener Hund genießt viel mehr Freiheiten. Man verwendet eine längere Leine, kann gut und oft mit ihm spielen oder ihn zu anderen Artgenossen lassen.“

„Auch die Hundehalter werden geschult“

In der Hundeschule wird aber nicht nur Hund, sondern auch die Hundehalter geschult. Wichtig sei laut dem Experten, dass diese verstehen, dass sie den Hund nicht nur begleiten sollen, sondern auch führen, damit das Tier in unserer Gesellschaft gut zurechtkommt. Das ist leider nicht immer der Fall: „Die Tiere werden von den Leuten, zum König der Familie emporgehoben. Das ist beinahe so, als würde man einen Lehrling in eine Führungsposition drängen“, erläutert der Obmann des ÖRV. „Viele Hunde kommen mit diesem Druck nicht zurecht und entwickeln dann Angstaggressionen.“ Aus diesem Grund kommt es oft auch zu Beißattacken. Der Hund fühle sich in die Enge getrieben. „Dabei sollten Menschen immer berücksichtigen, dass auch der Hund aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen ist. Die Verantwortung liegt immer beim Hundehalter„, gibt Franc zu bedenken.

„Damit jeder den richtigen Partner zu Hause hat!“

Hundefans, die darüber nachdenken, sich einen Hund anzulegen, rät Franc: „Wählt den Hund auf keinen Fall nach dem Aussehen aus, sondern überlegt euch genau, was ihr mit dem Hund unternehmen möchtet.“ Bei der Wahl der passenden Hunderasse steht der ÖRV den Interessierten gerne zur Seite. „Damit jeder den richtigen Partner zu Hause hat!“, schließt Franc.

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Franc: „Die Verantwortung liegt immer beim Hundehalter.“

Franc: „Die Verantwortung liegt immer beim Hundehalter.“ - © KK

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