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Leute - Klagenfurt
Die Niemandshunde von Bihać leben auf einer Mülldeponie unter schwierigsten Bedingungen.
Die Niemandshunde von Bihać leben auf einer Mülldeponie unter schwierigsten Bedingungen. © Die Niemandshunde von Bihać

Tierliebe geht über Grenzen:

„Die Hunde gehen an Hunger oder Krankheiten elendig zugrunde“

Klagenfurt/Bihać – Traurig und trostlos ist das Leben der Hunde auf einer Mülldeponie in Bosnien. Die Klagenfurterin Aleks hat das Schicksal der vergessenen Vierbeiner ihrer Heimatstadt Bihać nie los gelassen. Also hat sie vor gut zwei Jahren einen Verein gegründet, um den Tieren zu helfen.

 6 Minuten Lesezeit (768 Wörter)

Der Verein „Die Niemandshunde von Bihać“ besteht aus einem kleinen, aber sehr willensstarkem Team, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, die vergessenen und verlassenen Hunde der Straßen und der Mülldeponie von Bihać zu versorgen und ihr Leid zu lindern. „Bihać ist meine Heimatstadt, ich habe sie zwar bereits als Kind verlassen, aber meine Ferien und Urlaube habe ich überwiegend dort verbracht“, erzählt uns Aleks aus Klagenfurt. „Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, war es nach dem Krieg mehr als chaotisch in dieser Stadt. Leider hat sich bis heute Vieles nicht zum Guten entwickelt“, beschreibt die Gründerin des Vereins. „Was die verlassenen und vergessen Hunde dieser Stadt betrifft, hat sich die Lage sogar deutlich verschlechtert.“

Hunde leben im Dreck und Müll

„Viele Jahre habe ich von der Deponie in Bihać nichts gewusst. Ich bin nur durch Zufall über Facebook auf einen jungen Mann gestoßen, der dort mehrmals wöchentlich alleine hinfuhr, um die dort lebenden Hunde mit dem Nötigsten zu versorgen“, erinnert sich Aleks. Im Februar 2017 hat sie sich dann selbst auf den Weg gemacht, um sich die Lage vor Ort anzusehen. „Damals ist mein Herz zerbrochen! Diese Hunde hatten Nichts, nur ein paar improvisierte Hütten und eben diesen jungen Mann, der sie notdürftig mit Futter versorgte, das er gespendet bekam“, schildert die Klagenfurterin. „An diesem Tag habe ich zwei neugeborene Welpen an meiner Brust gewärmt, um sie am Leben zu halten. Und ich habe entschieden, dass ich etwas tun muss.“

Verwahrloste Hunde fanden ein neues Zuhause

Im August 2017 fiel die Entscheidung den Verein zu gründen, um so viele Hundeleben wie möglich zu retten. „Wir fuhren mindestens einmal monatlich mit unseren Futter- und Sachspenden nach Bihać und besuchten die Deponie“, erzählt Aleks. Zusammen mit dem Team aus Slowenien ließen sie Hütten für die Hunde aufbauen. „Schwache, kranke und verletzte Hunde nahmen wir mit und ließen sie tierärztlich versorgen und organisierten für sie Pflegeplätze“, so die Tierfreundin. „Die Hunde wurden mühevoll aufgepäppelt, geimpft, gechippt und kastriert. Viele Hunde haben durch unsere Arbeit liebevolle Plätze im Österreich gefunden.“

Betriebsstätte gesucht

Die Vermittlung der Tiere nach Österreich ist seit Jänner 2019 nicht mehr möglich, da es dafür einer Betriebsstätte bedarf. Diese hat der Verein leider nicht. „Wir suchen noch immer jemanden, der eine Hundepension oder einen großen Bauernhof hat, wo wir eben eine solche Betriebsstätte einrichten könnten“, sagt Aleks.

Kastration als Nothilfe

Um Nachhaltigkeit im Tierschutz zu schaffen, bedarf es aber nicht nur Fütterung und Vermittlung, man muss das „Problem“ an der Wurzel packen. „Kastrationen sind das um und auf im Tierschutz“, erzählt Aleks, die dafür jedoch oft kritisiert wird. „Wir haben das Leid unkastrierter Hündinnen gesehen, die immer und immer wieder Junge bekommen haben. Sie sterben an Hunger oder gehen an Krankheiten elendig zugrunde. Im Winter erfrieren diese armen Geschöpfe oder werden auf den Straßen überfahren“, erläutert die Vereinsgründerin, die an diesem Weg festhalten möchte. Der Verein würde gerne ein weiteres Kastrationsprojekt starten. Im vergangenen Jahr wurde bereits eines durchgeführt. „Sobald wir finanziell wieder etwas verschnaufen können, werden wir das auch umsetzen“, so Aleks.

„Wir sind auf Spenden angewiesen“

Der Verein finanziert sich rein aus Spendengeldern. Staatliche Unterstützung gibt es für das Team weder in Österreich, noch in Bosnien. „Hunderte Hunde auf der Deponie werden von uns mindestens zweimal wöchentlich mit Nahrung versorgt. Dazu kommen nahezu täglich Hilferufe von einheimischen Tierschützern, die wiederum die Hunde auf den Strassen versorgen“, beschreibt Aleks. „Neben all den Futterspenden, die wir bekommen, benötigen wir monatlich etwa 1.500 bis 2.000 Euro für Futterzukauf.“ Hinzu kommen noch etwa 40 Hunde, die der Verein in Bosnien auf bezahlten Pflegeplätzen untergebracht hat. „Auch hier müssen wir monatliche Kosten von 1.000 bis 1.300 Euro stemmen. All das ist nicht leicht und bereitet uns oft schlaflose Nächte“, so die Tierschützerin.

„Die Schulden häufen sich“

„Aktuell schulden wir unseren Tierärzten noch etwa 1.500 Euro für die notwendigen Operationen zweier Hunde, die wir angeschossen gefunden haben. Im Futtershop sind wir noch etwa 1.500 Euro schuldig. Diese Summe wächst jedoch täglich, da immer wieder Futter auf unsere Rechnung geholt wird“, ist Aleks besorgt. Für Unterstützung jeglicher Form sind wir mehr als dankbar!“

So kannst du helfen:

Spendenkonto:

Die Niemandshunde von Bihac

IBAN: AT813504700075130260

BIC: RVSAAT2S047

Paypal: spende@niemandshunde-bihac.com

 

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