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Was tun, bei Sehschwächen?

Fehlsichtigkeit – ein negativer Begriff für ein verbreitetes Phänomen

Kärnten – Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit – das sind die drei verbreitetsten Sehschwächen in der Bevölkerung. Unzählige Menschen leiden darunter und sind aufgrund ihrer Sehschwäche auf eine individuell für sie abgestimmte Brille und/oder auf Kontaktlinsen angewiesen. Was die meisten Menschen vergessen, bzw. vernachlässigen, ist die Tatsache, dass die Augen mit ganz bestimmten Übungen gezielt trainiert werden können. Dies kann für Entspannung sorgen und die Augen sogar jünger halten. Wie kann das Training helfen und welche Übungen werden bei welchen Sehproblemen empfohlen?

 10 Minuten Lesezeit (1266 Wörter)

Sehschwächen haben einen bitteren Beigeschmack. Eine Schwäche, das ist klar, möchte natürlich niemand haben. Fest steht, dass der Begriff „Fehlsichtigkeit“ letztlich einfach negativ konnotiert ist. Obwohl damit nur gemeint ist, dass jemandes Sehvermögen nicht der physiologischen Norm entspricht. Doch ebendieser Norm entspricht ungefähr jeder zweite Europäer nicht:

Fakten

Unter Myopie, also Kurzsichtigkeit „leiden“ ganze 30,6 Prozent.
Unter Hyperopie, Weitsichtigkeit, leiden 25,2 Prozent.
Bei 23,9 Prozent ist ein Astigmatismus, die Stabsichtigkeit, der Grund für unscharfes Sehen ohne Sehhilfe.
Auf eine solche Sehhilfe in Form einer Brille oder Kontaktlinsen sind Menschen mit Sehschwäche angewiesen, wenn sie ihre Augenmuskulatur schonen und vor allem, wenn sie wieder scharf und beschwerdefrei sehen möchten. Glücklicherweise hat auch die Brille längst ihren Ruf als Strebergestell abgelegt. Früher war es Marilyn Monroe, die die Brille durch ihre Rolle in „Wie angelt man sich einen Millionär“ zu einem beliebten Modetrend machte. Heute nimmt Harry Potter sogar den Jüngsten die Angst, mit einer Brille uncool zu wirken. Weder eine Fehlsichtigkeit, noch deren Behebung mittels einer Brille oder Kontaktlinsen sind also heute noch unnormal. Dennoch: Brillen und Kontaktlinsen kosten Geld und sie nerven viele, die auf sie angewiesen sind. Augentraining, so versprechen einige Therapeuten, kann unter UmständenAbhilfe schaffen. Indem die Sehschwäche verringert oder ihr gar vorgebeugt wird, damit sie erst gar nicht entsteht. Aber wie soll das funktionieren?

Das Prinzip hinter dem Training der Augen

Als Urvater und Begründer des Augentrainings gilt der amerikanische Augenarzt William Bates. Er entwickelte in den 1920er Jahren ein Sehtraining, das zur Entspannung der Augen beitragen und die Augenmuskeln kräftigen sollte. Mit seiner Methode wollte er es allen Patienten ermöglichen, bis ins Alter ohne künstliche Sehhilfe auszukommen. Solange die Augen nicht überanstrengt und ausreichend trainiert würden und solange sie genügend Sonnenlicht und Wärme abbekämen, sollte dies laut Bates möglich sein. Das Prinzip hinter dem Augentraining besagt somit ganz einfach: Eine körperliche genau wie eine seelische Überanstrengung der Augen führen zu unscharfem Sehen und somit zu einer Sehschwäche. Und diese Sehschwäche lässt sich verhindern, indem mit einigen Übungen der Sehstress reduziert wird und mit anderen Nacken und Schultern entspannt werden. Gerade heutzutage, wo die meisten Menschen am Computer arbeiten und viel Freizeit drinnen und am Handybildschirm oder zum Spielen oder Serienschauen vor dem TV verbringen ist vor allem Kurzsichtigkeit fast schon vorprogrammiert.Aktuell ist bereits ein eklatanter Anstieg dieser Sehschwäche zu verzeichnen, was mit den steigenden Bildschirmzeiten in Verbindung gebracht wird. Mit Hilfe bestimmter Muskelübungen, mit denen die Augenbewegungen dynamischer und gezielter werden, sollen sich die Augenstellung und die Weite der Linse beim Sehen bewusst kontrollieren lassen. Zwar sei der Effekt, den das Training erzeuge, nicht immer in Dioptrien zu messen, dennoch könnten viele Patienten nach regelmäßigem Training eine Verbesserung ihrer Probleme bestätigen. Doch ist an diesem Prinzip und somit an der Wirksamkeit des Augentrainings aber auch wirklich etwas dran?

Die Schulmedizin und ihre Einstellung zu den Augenübungen

Viele Sehschulen nahmen die Lehre William Bates als Grundlage für ihre Sichtweise dem Sehen und dessen Beeinträchtigung gegenüber. Doch William Bates konnte die Wirksamkeit seiner Sehübungen nie wissenschaftlich belegen. Einige Schulmediziner sind daher heute der Meinung, dass es absurd sei, Fehlsichtigkeit mit Hilfe von Muskeltraining behandeln zu können. Die Muskeln seien lediglich dafür zuständig, das Auge zu bewegen. Für die Fehlsichtigkeit hingegen seien alleine die Länge des Auges und Krümmungen der Linse und Hornhaut verantwortlich. Und diese wiederum seien eben nur mit Sehhilfen in Form künstlicher Linsen zu beheben. Schädlich jedoch seien die Übungen für die Augen nicht, da sind sich im Grunde alle Ärzte und Forscher einig. Bestenfalls entspannen sich die Augen dadurch mehr und man bekommt weniger schnell Kopfschmerzen beispielsweise vom Starren auf einen Bildschirm. Fest steht, dass es zwar keine aussagekräftigen Studien gibt, die den Effekt der Augenübungen bis heute beweisen konnten. Dennoch hilft Augentraining vielen Betroffenen und wird genau deshalb auch von vielen Ärzten immer wieder empfohlen. Wann sich Augentraining eignet und welche Methoden es gibt, die Augen zu trainieren, klären wir im Folgenden.

Verschiedene Möglichkeiten die Augen zu trainieren

Es ist an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich zu erwähnen: Selbst die besten der folgenden Übungen sind vermutlich nicht in der Lage, bestehende Sehschäden zu beheben. Und schon gar nicht sollen sie als Ersatz für eine Brille oder Kontaktlinsen dienen. Wer die Sehhilfe weglässt und sich alleine auf das Augentraining verlässt, riskiert mitunter, dass die Augenmuskulatur dauerhaft zu sehr gestresst wird. Das schadet den Augen auf Dauer somit eher, als dass es hilft. Das Augentraining als Zusatzmaßnahme kann aber vor allem helfen, einer weiteren Verschlechterung der Sehkraft vorzubeugen. Außerdem regt es die Sehmuskulatur an und kann Verspannungen lösen.

Hier kann Augentraining helfen

Bei WeitsichtigkeitBei Kindern hängt Weitsichtigkeit mit der Verkürzung des Augapfels zusammen. Das sorgt dafür, dass nicht alles scharf gesehen werden kann. Augentraining kann hier nicht viel helfen. Wer jedoch erst im Alter an Weitsichtigkeit zu leiden beginnt, kann durch diverse Sehübungen ein entspannteres Sehen erlangen.

Bei KurzsichtigkeitAuch bei Kurzsichtigkeit ist die Brechkraft beeinträchtigt. Gerade Stress kann die Sehkraft verschlechtern. Hier helfen Übungen, welche die Muskulatur der Augen stärken oder die Augen einfach entspannen, oft wahre Wunder. Hinterher werden Objekte oft wieder deutlich schärfer wahrgenommen
Beim Schielen: Wer schielt, kann durch Augentraining erreichen, die Augen besser zu stabilisieren und kontrollieren zu können. Gerade bei Kindern kann ein gezieltes Training hier zu großen Erfolgen führen. Durch Übungen, die beide Augen gleichermaßen herausfordern, können Patienten außerdem oft ein besseres Gefühl für die Fehlstellung der Linse entwickeln und diese bestenfalls korrigieren.

Palmieren

Palmieren, also das Abschotten der Augen mit den Handflächen, ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Methoden zum Entspannen der Augen. Das Palmieren ist wohl die bekannteste unter den Übungen für die Augen. Sie wird grundsätzlich, neben Dingen wie Spazierengehen und Schulterkreisen, als Übung zur Entspannung während der Bildschirmarbeitfür jeden empfohlen. Beim Palmieren werden ganz einfach die Handflächen kurz angewärmt (etwa indem sie aneinander gerieben werden) und dann auf die geschlossenen Augen gelegt. Nun wartet man, bis die Dunkelheit hinter den geschlossenen Lidern vollkommen wahrnehmbar ist. Dadurch schalten auch die Sehzellen ab und die Augen können sich entspannen. 

Augenyoga

So simpel diese Übung auch ist, so effektiv hilft sie beim Entspannen der Augen: Beim Augenyoga werden die Augen zunächst langsam von links nach rechts und zurück bewegt. Anschließend geht die Bewegung von oben nach unten und zurück und schließlich das Ganze noch diagonal auch wieder jeweils von rechts oben nach links unten und auf der anderen Seite. Egal ob mit geschlossenen oder mit offenen Augen und mit oder ohne Finger für eine bessere Koordination – schon nach wenigen Malen berichten viele Patienten von einer Erweiterung des Gesichtsfeldes und einer wie auch immer bemerkbaren Stärkung der Augenmuskulatur.

Schärfeverlagerung

Bewusstes Fokussieren bestimmter Objekte soll dazu dienen, die Augenlinse länger beweglich zu halten und vor einer schnellen Verhärtung zu schützen. Als Objekt kann ganz einfach schon ein Finger dienen, der etwa 20 Zentimeter vor die Augen gehalten und fokussiert wird. Abwechselnd dazu fokussiert man dann den Hintergrund und wieder den Stift. Wichtig ist, als Kurzsichtiger mit der Fokus auf dem Finger zu beginnen und als Weitsichtiger mit dem Fokus auf der Ferne, also dem Hintergrund.

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