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Leute - Klagenfurt
© Barmherzige Brüder

Ein Sichtbares Zeichen der Ordensspitäler: 

Krankenhäuser erstrahlen solidarisch in orangem Licht

Klagenfurt/St.Veit – Rund um den Globus erstrahlen während der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen"  Gebäude oder Monumente in orangem Licht. 2019 liegt der Schwerpunkt der UN Women Kampagne in Österreich in der Kooperation mit Krankenhäusern und den dort eingerichteten Opferschutzgruppen. Auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan lässt den Kirchenturm des Gebäudes und den Eingangsbereich des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt in orange erstrahlen.

 4 Minuten Lesezeit (504 Wörter)

Der orange leuchtende Kirchturm des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit und der strahlende Eingang des Elisabethinen-Spitals sollen darin erinnern, dass die hier eingerichteten Opferschutzgruppen wichtige Partner in der Erkennung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sind.

Die Zahlen sprechen für sich…

Jede dritte Frau weltweit und jede fünfte Frau in Österreich ab dem 15. Lebensjahr ist laut Statistik von UN Women Opfer von physischer und/oder sexueller Gewalt. Auch in Österreich und Kärnten stellt Gewalt gegen Frauen nach wie vor ein großes Problem dar und es gibt es eine Vielzahl an Opfer. In Österreich war etwa jede fünfte Frau über 15 Jahren bereits Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Täter ist in rund 70 Prozent aller Fälle der Partner oder Ehemann. Das ist ein Grund dafür, dass viele gewaltsame Übergriffe im Verborgenen geschehen und auch nicht angezeigt werden.“

„Die gemeinsame Opferschutzgruppe der des Krankenhauses St. Veit und des Elisbethinen-Spitals wurde für volljährige Betroffene häuslicher Gewalt eingerichtet. Darin vertreten sind ÄrztInnen aus den Bereichen Gynäkologie, Unfallchirurgie und Innere Medizin, Pflegekräfte sowie MitarbeiterInnen von Psychologie und Sozialdienst vertreten. „Wir senden mit der orangen Beleuchtung ein klares Signal aus: Stoppt die Gewalt an Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft,“ schildert die Initiatorin DGKP Petra Koch.

Mit Fingerspitzengefühl und geschulter Sensibilität

„Unsere Aufgabe ist es die KrankenhausmitarbeiterInnen für das Thema zu sensibilisieren und zu schulen. Sie sollen Anzeichen frühzeitig erkennen und das nötige Wissen haben, um in einer solchen Situation die richtigen Handlungen zu setzen,“ berichtet Petra Koch, die derzeit auch das Präsidentinnenamt des Soroptimist Clubs Klagenfurt innehat. Oft ist es für Pflegekräfte und ÄrztInnen nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob eine Verletzung oder Beschwerde die Folge von Gewalt ist oder nicht.

Gut geschultes und sensibilisiertes Gesundheitspersonal trägt aber wesentlich dazu bei, dass Frauen, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, das Krankenhaus als einen Ort sehen, an dem man ihnen mit Respekt und Einfühlungsvermögen begegnet. Die MitarbeiterInnen in den Krankenhäusern nehmen in einer solchen Situation eine Schlüsselstellung ein. „Der Umgang mit möglichen Gewaltopfern setzt viel Fingerspitzengefühl voraus. Ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen kann helfen“, sagt Dr. Isolde Sauper, Präsidentin des Soroptimist-Clubs St. Veit und betont, dass vielen betroffenen Frauen der Mut eine Anzeige zu erstatten fehle, insbesondere dann, wenn es sich bei den Täter um den eigenen Ehemann handelt.

Aufgeklärt sein, bescheid wissen

Während der Arzt verpflichtet ist, Anzeige zu erstatten, wenn er Gewaltanwendung gegen Kinder und Jugendliche feststellt, ist das bei Erwachsenen nur bei schwerer Körperverletzung wie etwa Knochenbrüchen oder wenn innere Organe betroffen sind, der Fall. Bei leichter Körperverletzung muss die betroffene Person zustimmen.

Die Opferschutzgruppe des Krankenhauses St. Veit und des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt macht mit Buttons, Foldern, Flyern und Videos auf das Thema und die Initiative aufmerksam. Darüber hinaus wird Infomaterial des Gewaltschutzzentrums Kärnten auf den Ambulanzen und Damen-Toiletten aufgelegt.

 

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