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Debatte
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Kritik am Krampuslauf

„Wenn Tradition zur Gewalt genutzt wird…“

Klagenfurt – Ein Posting zum Krampusumzug Annabichl 2019 sorgt aktuell für viel Aufruhe in den Sozialen Medien. Ein Facebook User schildert darin seine Erfahrungen zu der Veranstaltung. „Peitschenstriemen im Gesicht und am Gesäß, weinende Kinder, enttäuschte Eltern... All dies sind keine Gerüchte sondern knallharte Fakten“, so die ersten Zeilen des Beitrags. In den Kommentaren findet man gemischte Meinungen zum Thema.

 5 Minuten Lesezeit (676 Wörter) | Änderung am 25.11.2019 - 15.29 Uhr

Jahr für Jahr werden in ganz Kärnten traditionelle Krampusläufe veranstaltet, die meist von einer großen Menschenmenge besucht werden. Dabei lassen sich unerwünschte Zwischenfälle oft leider schwer vermeiden. „Wenn Tradition zur Gewalt genutzt wird…“, schreibt ein verärgerter Facebook User und leitet damit seine Kritik am heutigen Krampuslauf in Annabichl ein. „Neben meiner Familie stand ein junges Pärchen, welches schwere Verletzungen von sich zog und weinend und verletzt nach Hause ging. Und NEIN, die machten gar nix“, schreibt der Facebook User weiter. Auch zu „blutig gepeitschten Kniestellen, Peitschenstriemen im Gesicht und am Gesäß, weinenden Kinder und enttäuschten Eltern“ soll es beim diesjährigen Krampuslauf in Annabichl gekommen sein. Dass man bei Krampusumzügen hin und wieder mit ein paar blauen Flecken rechnen muss, dürfte wohl jedem Fan des Brauches bekannt sein. Doch wurde hier wirklich übers Ziel hinausgeschossen?

Facebook Beitrag

Update: Posting gelöscht

Wie Wolfgang Germ 5 Minuten mitteilte, hat der Verfasser des FB-Postings sein Posting zurück gezogen. Es wird nun geprüft, ob eine Rufschädigung vorliegt, da der User die Krampusgruppe und die Veranstalter ins schlechte Licht gerückt hat. Auch der Verfasser des Postings kontaktierte uns, nachdem er es gelöscht hat. „Ich habe das Posting deshalb gelöscht, da es schon massive verbale Angriffe gegen meine Person gab“, so der Facebook-User.

„Schwarze Schafe gibt es überall – mit und ohne Maske“

„Sollte man sich zur Wehr setzen, kommen gleich einige alkoholisierte Schläger in „Krampuskostümen“ auf einen zu. Die hochqualifizierten Begleiter der jeweiligen Gruppen sind dann der Überzeugung, dass man einfach zu Hause bleiben sollte, wenn einem dies nicht passen möge und forderten trotz allem rotzfrech noch eine Spende“, kritisiert der Facebook User weiter. In den Kommentaren, mittlerweile sind es schon mehr als 400, wird ebenfalls fleißig über das Thema diskutiert – und die Meinungen gehen dabei weit auseinander. „Schwarze Schafe gibt es überall, mit und ohne Maske. Gegen überbordende Gewalt muss selbstverständlich angegangen werden. Aber dass die Lobby der „Supersoftis“ die Perchten und Krampusse am liebsten mit Seidenschals statt mit Ruten „bewaffnen“ würden, das geht dann doch zu weit!“, äußert sich zum Beispiel eine Facebook Userin dazu. „Ich würde gerne mal das Spektakel sehen, ohne danach auszusehen als hätte mich eine Horde Männer zusammen geschlagen. Schade, dass es nicht so ist“, schildert eine weitere Userin ihre Erfahrung.

Was sagen die Veranstalter dazu?

„Wir veranstalten den Krampuslauf mittlerweile das zwölfte Mal und laden gezielt Gruppen ein. Jeder Krampus hat eine Nummer, um ihn zu identifizieren und der Lauf wird von Securitys beobachtet, damit alles geordnet abläuft“, erfahren wir von Vizebürgermeister Wolfgang Germ. „Es kann leider immer passieren, dass sich Einzelne nicht an die Spielregeln halten, das ist auch bei größeren Umzügen so. Es ist traurig und tut uns leid, doch wir können für einzelne Aktionen nichts dafür. Wir erwarten uns, dass dieser Vorfall aufgeklärt wird“, so Germ. „Ich selbst habe die Situation nicht gesehen und kann darüber nur mutmaßen. Es gibt zwei unterschiedliche Meinungen, wie sich der Vorfall zugetragen haben soll“, so Brauchtumsdirektor Josef Pickl-Hafner, der bei dem Krampuslauf in Annabichl die Krampusgruppen vermittelt hat. „Wie ich gehört habe, soll es eine Zeugin geben, die gesehen hat, dass der besagte Krampus nicht aggressiv reagiert hätte.“ Gemeinderätin Ulrike Herzig äußerte sich wie folgt zu dem Thema: „Ich kann ebenso bestätigen, dass es zu keinen solchen Vorkommnissen kam. Wir waren heute bei der Polizei. Es liegen weder Anzeigen noch Ähnliches vor. Auch Videos oder Fotos gibt es keine.“ Auf Anfrage bei der Polizei konnte uns bestätigt werden, dass zu dem Vorfall KEINE Anzeige eingegangen sei.

Debatte: Uns interessiert deine Meinung!

Wie stehst du zum Thema Krampusumzüge? Gehst du gerne hin oder meidest du sie eher? Findest du, dass es viel zu grob zugeht oder muss man auf solchen Veranstaltungen einfach mit ein paar blauen Flecken rechnen? Diskutiere mit der Community in den Facebook Kommentaren.

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