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Wirtschaft - Villach
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Bereits am . Dezember

Schön! Dinge wiederverwerten und gleichzeitig für Jobs sorgen

Villach – Ob Möbel, Kleidung oder Dekor-Gegenstände: Wiederverwerten steht hoch im Kurs. "Re-Use", so der englische Begriff, steht für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Nun wird in Villach der nächste Schritt gesetzt: In der Innenstadt sperrt Österreichs erstes Re-Use-Kaufhaus auf.

 4 Minuten Lesezeit (484 Wörter) | Änderung am 27.11.2019 - 12.12 Uhr

„Seit eineinhalb Jahren haben wir gemeinsam mit dem Verein intensiv überlegt, wie man das Thema in der Innenstadt in den Mittelpunkt stellen kann“, so Villachs Bürgermeister Günther Albel. Nun ist es fix: Bereits am 13. Dezember 2019 soll Österreichs erstes „Re-Use“-Kaufhaus unter dem Namen „ReVilla“ in der ehemaligen Geschäftsfläche des „Pleamle“-Outlets auf 270 Quadratmetern in der Bahnhofsstraße eröffnen. Für den Bürgermeister passt das Re-Use-Projekt perfekt zu Villach: „Als nachhaltigste Stadt Österreichs ist es uns ein besonderes Anliegen, gegen die Wegwerfgesellschaft aufzutreten.“

Verein „unruhestandAKTIV“

Betreiber des neuen Kaufhauses ist der Verein „unruhestandAKTIV“, dessen Obfrau Renate Schlatter und ihr Team sind Vorreiter im ökologischen Bereich. Sie möchten zeigen, dass „cool aufbereitete Ware, überwiegend im Vintage-Chic, zeitgemäß ist und einen Marktwert hat“, so Schlatter. Jährlich gäbe es rund 256.000 Tonnen Restmüll und 140.000 Tonnen elektronische Geräte, die entsorgt werden, obwohl sie funktionieren. Es gibt Menschen die keinen Job finden, ReVilla möchte ihr Wissen und ihre Fähigkeiten nutzen und anerkennen. Insgesamt sind zehn Mitarbeiter Vollzeit angestellt, drei weitere arbeiten im Außendienst. Insgesamt deckt der Verein neun der 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung der UNO ab. Diese sind keine Armut, Geschlechtergleichstellung, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, weniger Ungleichheiten, nachhaltige Städte und Gemeinden, verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster, Maßnahmen zum Klimaschutz, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele sowie Industrie, Innovation und Infrastruktur.

Nachhaltigkeit muss ernst genommen werden

„Nachhaltigkeit muss ernst genommen werden“, so Vize-Bürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner.  Doch das ist nur der Anfang: ein umfangreiches Sortiment und die Einbindung von Jugend und Schulen sind geplant. Außerdem ist eine Zusammenarbeit mit der Caritas geplant. „In der ReVillach geht es um Menschen, die sehr lange auf arbeitssuchend sind, diese Menschen werden davon bezahlt, wenn hier etwas gekauft wird“, erklärt Schlatter. Neben einem umfangreichen Angebot von gebrauchten Waren aus Industrie, Handel und von privaten Haushalten können sich auch Gewerbetreibende mit nachhaltigen Produkten sowie Recycling/Upcycling-Werkstätten als Shop-im-Shop einmieten. Die Stadt Villach und das Land Kärnten unterstützen das Projekt mit jeweils 6.500 Euro.

Waren werden ab sofort angenommen

Ab sofort werden Dinge gesucht, die zwar gebraucht, aber noch gut für eine weitere Verwendung sind oder aber auch aufbereitet und repariert werden können. Geld bekommt man für die abgegebene Ware keines, die Kunden bekommen für die Gegenstände ein Wertpapier, welches sie im Shop wiederum einsetzen können. Benötigt werden unter anderem Dekorationsmaterialien, Vitrinen, Schränke, Regale, Werkstatt- und Büromöbel, Stühle, Sofas, Geschirr, Küchengeräte, Verpackungsmaterial, REstbestände, B-Waren, Retouren, Textilien, Schmuck, Sportartikel und vieles mehr. Die Ware kann direkt an das Kaufhaus geliefert werden, bei Bedarf kann sie auch von den ReVilla Mitarbeitern abgeholt werden. „Wir schaffen Arbeitsplätze für Menschen, die schon lange auf der Suche nach Arbeit sind. Damit geben wir gemeinsam den Dingen und den Menschen wieder einen Wert“, so der Verein „unruhestandAKTIV“.

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