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Politik - Kärnten
Interview
AK-Abschlußsitzung
AK-Abschlußsitzung © Oskar Hoeher

Hauptversammlung der Bundesarbeiterkammer

Bundesarbeiter­kammer tagte im Congress Center

Villach – 5 Minuten sprach heute im Congress Center Villach mit BAK-Präsidentin Renate Anderl, AK-Präsidentin Wien, und dem stv. BAK-Präsidenten Günther Goach, AK-Präsident Kärnten. Dabei ging es hauptsächlich um die Zukunft der Arbeiterkammer und den ArbeitnehmerInnen.  

 5 Minuten Lesezeit (655 Wörter) | Änderung am 28.11.2019 - 13.54 Uhr
Herr Goach, für das bessere Verständnis, erlauben Sie mir die Frage, was ist eigentlich der genaue Aufgabenbereich der Arbeiterkammer?

Goach: Der genaue Aufgabenbereich der Arbeiterkammer ist natürlich jener, dass wir auf die Rechte der arbeitenden Menschen achten, beispielsweise Rechtschutz, Konsumentenberatung und wir engagieren uns auch sehr im Bildundungsbereich.

Welche Veränderungen kommen auf ArbeitnehmerInnen in Zukunft zu?

Goach: Wir befinden uns momentan mitten in der Digitalisierung, was eine große Herausforderung darstellt. Das heißt, die Digitalisierung findet überall Einzug und die menschliche Arbeitskraft wird letztlich zurückgedrängt. Das sind sicherlich die größten Herausforderungen und gerade hier ist es wichtig eine starke Interessensvertretung wie die Arbeiterkammer zu haben, weil wir die Leute dahingehend entsprechend unterstützten und fit machen. In Kärnten beispielsweise haben wir einen „DigiCheck“, wo wir den Menschen die Möglichkeit geben, niederschwellig einzusteigen in diese Digitalisierung, um dann letztendlich am Arbeitsmarkt eine entsprechende Chance zu haben.

Wie groß ist die Vernetzung zwischen der Bundesarbeiterkammer und den Arbeiterkammern der einzelnen Bundesländer und was erwarten Sie sich von der heutigen Hauptversammlung?

Goach: Grundsätzlich ist es ja ein freiwilliger Zusammenschluss aller neun Bundesländer, aber ich glaube es ohne zu übertreiben sagen zu können, dass die Vernetzung sehr gut funktioniert und wir momentan eine hervorragende Präsidentin haben, die diesen „Haufen“ sehr gut zusammenhält. Es ist letztendlich aber auch im Eigeninteresse, weil grundsätzlich die Musik in Wien spielt und wir natürlich in den Bundesländern mit den entsprechenden Informationen versorgt werden. Da hat die Bundesarbeiterkammer natürlich eine entsprechende Aufgabe zu bewältigen. Natürlich gibt es hin und wieder unterschiedliche Meinungen, aber das muss sein. Gerade solche Veranstaltungen wie heute tragen dazu bei, um wieder die Dinge entsprechend zu kanalisieren und dann wieder für die ArbeitnehmerInnen aktuelle Informationen bereit zu stellen. Wir sind also der stabile Faktor hinter den Arbeitnehmenden Menschen.

Frau Anderl, welchen Einfluss haben die aktuellen Regierungsverhandlungen für die Arbeiterkammer und was erwarten Sie sich von Seiten der Politik?

Anderl: Seitens der Arbeiterkammer wünschen wir uns wieder den Einfluss in einer Bundesregierung. Warum sage ich das? Es geht uns darum, dass wir die Anliegen der ArbeitnehmerInnen natürlich auch in die Bundespolitik hineinbringen wollen, weil nur dort können Gesetze beschlossen werden. Wir erwarten uns also von einer neuen Bundesregierung, dass die Anliegen der ArbeiterInnen wieder ernst genommen werden und das liegt uns sehr am Herzen. Das war bei der letzten gewählten Bundesregierung nicht wirklich der Fall und ich glaube es ist jetzt wieder an der Zeit gehört zu werden.

Wie realistisch ist die oft diskutierte Vier Tage Woche in Zukunft?

Anderl: Ich bin davon überzeugt, dass es viele Unternehmen gibt, wo es sehr realistisch ist. Man muss sich ansehen wie es sich in Produktionsbetrieben verhält, aber ich würde sagen überall wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wir haben einzelne Betriebe, die eine vier Tage Woche haben und wir haben auch Betriebe, die zurückgegangen sind auf eine 30 Wochenstunde, bei vollem Lohnausgleich. Das bedeutet es gibt mittlerweile Betriebe die moderner denken, die im 21. Jahrhundert angekommen sind und die auch merken, dass sie dann kein Problem mehr haben gute Beschäftigte zu finden. Die Unternehmen merken dann auch, dass die Beschäftigten motivierter sind, dass die Krankenstandstage zurückgehen und die Menschen zufriedener sind.

Wie wollen Sie die Vermögensschere zwischen Arm und Reich minimieren?

Anderl: Die Wirtschaft geht momentan nicht Berg auf, das heißt wir haben aktuell eine flache Situation und wir brauchen in dieser Zeit gute Lohn- und Gehaltsverhandlungen, denn wenn wir den ArbeitnehmerInnen gutes Geld in die Hand geben, dann geben sie das automatisch wieder in den Konsum und wir können so den Wirtschaftsmotor ankurbeln. Wir werden in diesem Land auch Geld und Maßnahmen brauchen für die Pflege und auch hier wird mehr Geld notwendig werden.

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AK-Abschlußsitzung

AK-Abschlußsitzung - © Oskar Hoeher

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