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Leute - Villach
Die 13-jährige Somila hat diesen Sommer insgesamt 35 schutzlosen Vögelkindern geholfen.
Die 13-jährige Somila hat diesen Sommer insgesamt 35 schutzlosen Vögelkindern geholfen. © KK

Tierschutz-Engagement des Jahres

13-Jährige umsorgt liebe­voll eltern­lose Wildvögel­kinder

Villach – Ein Herz für Vögel hat die 13-jährige Somila. Sie kümmert sich gemeinsam mit dem Tierschutzverein Villach ehrenamtlich um elternlose Jungvögel. Die Initiative „Fressnapf hilft!“ hat dieses Projekt nun in der Kategorie "Tierschutz-Engagement des Jahres" ausgezeichnet.

 5 Minuten Lesezeit (693 Wörter) | Änderung am 05.12.2019 - 12.42 Uhr

Als eine ehrenamtliche Außenstelle des Kärntner Tierschutzvereins Villach, haben die Tierschützer Susanne Macalka und ihre beiden Töchter Somila und Savitri, kleine elternlose Wildvögel aufzunehmen und sie aufzuziehen. Jetzt hat die Initiative „Fressnapf hilft!“ das Vogelprojekt mit dem „Tierisch engagiert“-Award 2019 ausgezeichnet.

Junge „Vogelmama“

„Das Tierheim Villach hat uns für den Award vorgeschlagen, weil wir geholfen haben, junge Wildvögel aufzuziehen, die im Tierheim abgegeben wurden“, erzählt uns Susanne Macalka. „Wir haben das sehr gern und ehrenamtlich gemacht, wobei die eigentliche Preisträgerin und Vogelmutter meine jüngere Tochter Somila ist. Sie hatte die Idee und hat die meiste Arbeit geleistet“, ist Susanne stolz. Somila ist 13 Jahre alt und hat im Vorjahr drei kleine Vögel aufgezogen – zwei Mauersegler und einen Sperling.

Freude am Helfen

„Die Aufzucht hat mir viel Freude bereitet und so habe ich mir gewünscht, auch heuer wieder welche aufzunehmen“, beschreibt Somila. „Wir haben beim Tierheim Villach nachgefragt, ob nicht hin und wieder ein kleiner Wildvogel abgegeben wird. Wir bekamen zuerst drei Amselbabies und dann kamen noch einige andere Arten dazu“ erzählt die Tierliebhaberin. „Im Laufe des Sommers waren es drei kleine Enten, ein Rotschwanz, viele Haus- und Feldsperlinge, Meisen, noch mehr Amseln, Zeisige, Mauersegler, Schwalben, eine Türkentaube und auch eine verletzte Nebelkrähe“, berichtet die 13-Jährige.

„Kühlschrank voller Maden“

Aus drei Tieren wurden schließlich 35 Vögel mit verschiedenen Bedürfnissen. „Ganz junge Vogelkinder – auch die, die später zu Körnerfressern werden – müssen unbedingt mit Insektenbrei gefüttert werden, wobei man aufpassen muss, weil nicht jeder kleine Vogel alles fressen darf“, weiß Somila. „Das ist deswegen wichtig, weil wir Babyvögel bekommen haben, die starben, weil sie zuvor von ihren Rettern (wirklich gut gemeint) mit Mehlwürmern gefüttert worden waren. Ein Spatz starb an Darmverschluss, er war mit einem Regenwurm gefüttert worden und die Erde in dessen Darm war dann für den Vogel tödlich“, erklärt Mama Susanne. „Wir haben uns eingelesen, um keine Fehler zu machen und hatten den Kühlschrank voller Maden und Larven“, grinst sie. „Wir haben dem Futter Vitamine und Mineralstoffe beigemischt und so gut es geht versucht, das Futter nachzustellen, dass die Vogeleltern füttern würden“ ergänzt die 13-Jährige. „Dabei entwickelt man großen Respekt den fleißigen Vogeleltern gegenüber, die diese Unmengen an Insekten erst fangen müssen, um ihre Kinder füttern zu können“, erzählt Somila.

Nestwärme für Vögelchen

Ursprünglich hatte die Familie gar nicht daran gedacht, gleich mehrere Vögel aufzunehmen, weil sie nicht wussten, dass so viele im Tierheim abgegeben werden. „Es war aber schön zu beobachten, dass es gut für die Kleinen ist, wenn sie mit „Nestfreunden“ aufwachsen, auch wenn diese nicht von derselben Art sind“, erzählt die 13-Jährige. „Für meine Tochter (und auch für den Rest der Familie) war es eine sehr schöne Erfahrung, auch wenn es zeitweise schon ziemlich stressig war“, schmunzelt Susanne. „Es ist etwas ganz Besonderes, einem Wildvogel so nahe kommen zu können“, sagt Somila abschließend.

Tierheim leistet Großartiges

„Wir möchten uns auch bei dem Tierheim bedanken, das als besonderer Zufluchtsort für alle Tiere da ist und bei den besonderen Menschen, die sich Tag für Tag für die Lebewesen einsetzen, denn hier zählt jedes einzelne Tierleben“, so Susanne. „Auch an die Retter möchte ich einen Dank aussprechen“, sagt Susanne. „Sie sind Menschen, die sich nicht wegdrehen, sondern ein 3cm großes Vogelbaby aufheben und bis nach Villach fahren, um es abzugeben. Ich weiß, dass einzelne Leute sogar aus Spittal bzw Hermagor gekommen waren“, ist Susanne beeindruckt.

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