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Wirtschaft - Klagenfurt
© StadtPresse/Spatzek

Erste Studienergebnisse zeigen

Wohnungs­losigkeit: Männer und junge Menschen stärker betroffen

Klagenfurt – 25 Institutionen haben an der Studie „Phänomen Wohnungslosigkeit“ der BAWO im Auftrag der Sozialabteilung teilgenommen. 628 Fälle in Klagenfurt wurden näher beleuchtet. Im Frühjahr sollen auf Basis der Ergebnisse entsprechende Handlungsfelder festgelegt werden.

 3 Minuten Lesezeit (415 Wörter) | Änderung am 16.12.2019 - 14.58 Uhr

Akuter Wohnungsbedarf ist ein Thema, mit dem vor allem die städtische Sozialabteilung nicht nur vor Weihnachten befasst ist. Um den Ist-Stand in Klagenfurt zu erheben und daraus resultierende Handlungsfelder festzulegen, hat die Stadt bei der „BAWO“ (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe) eine Studie in Auftrag gegeben. Am Montag haben Sozialreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler und Wohnungsreferent Stadtrat Frank Frey die Zwischenergebnisse präsentiert. „Klagenfurt ist mit dieser Studie in Kärnten Vorreiter. Sie zeigt Handlungsbedarf besonders bei von Wohnungslosigkeit betroffenen Minderjährigen sowie die Binnenmigration aus anderen Kärntner Bezirken auf“, betont Pfeiler. Erhoben wurden 628 Fälle von akuten Wohnungsbedarf in den verschiedenen Formen. Die Experten unterscheiden Obdachlosigkeit (auf der Straße lebend – ohne Unterkunft), Wohnungslosigkeit (ohne festen Wohnsitz – in Notschlafstellen, Frauenhäusern etc.), Ungesichertes Wohnen (ohne Hauptwohnsitz – temporäre Unterkunft bei Freunden, von Delogierung bedroht) und Ungenügendes Wohnen (In Wohnprovisorien wie Wohnwägen, Garagen, Zelten).

„Das Problem Wohnungsbedarf ist männlich“

“25 Institutionen haben im Zeitraum von einem Monat an der Studie teilgenommen. Die Datenlage zur Wohnungslosigkeit in Kärnten verbessert sich dadurch weiter“, erklärt Cornelia Kössldorfer von BAWO. Erstes Ergebnis der Studie: Das Problem des akuten Wohnungsbedarfs ist männlich (308 der erfassten Fälle). Von den erfassten Männern haben 21 Prozent den Wohnstatus obdachlos, 37 Prozent wohnungslos, 31 Prozent ungesichert und 11 Prozent ungenügend. Von den 168 erfassten Frauen sind 12 Prozent obdachlos, 34 Prozent wohnungslos, 43 Prozent ungesichert und 11 Prozent in einem ungenügenden Wohnstatus. „Für alle Personen, die sich in Klagenfurt als wohnungslos melden, finden wir im Normalfall eine Lösung. Auch unsere Delogierungsprophylaxe hilft. Trotzdem ergibt sich die Notwendigkeit, in Zukunft seitens der Raum mehr Wohnraum zu schaffen“, erklärt Frey. Ein weiteres Ergebnis besorgt Experten der BAWO und die Politik: Die große Anzahl mitziehender Minderjährigen (104) und junger Erwachsener (60). Damit sind etwa 40 Prozent der erhobenen Personen unter 30 Jahre alt. Das macht zugeschnittene Maßnahmen erforderlich, ist sich die Stadtpolitik einig.

Endbericht Februar 2020

Handlungsbedarf sehen Pfeiler und Frey vor allem beim Land Kärnten, was das Thema Binnenmigration betrifft. Bei der Obdachlosigkeit hat es im letzten Jahr einen Zuzug von 44 Prozent gegeben, vor allem aus anderen Kärntner Bezirken. Bei der Ungesicherten Wohnversorgung waren es sogar 60 Prozent, die aus anderen Bezirken nach Klagenfurt kamen. Das heißt die Stadt hat hier einen Mehrbedarf für ganz Kärnten abzudecken. Trotzdem steigen Transferzahlungen an das Land auch im Sozialbereich weiter an. Der Endbericht der Studie wird Ende Februar 2020 den teilnehmenden Institutionen vorgelegt. Gemeinsam sollen dann definierte Handlungsempfehlungen festgelegt und Schwerpunkte gesetzt werden.

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