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Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz überreicht „ke“- Intendant Gerhard Lehner gemeinsam mit Kulturabteilungsleiterin Mag. Manuela Tertschnig dir Urkunde zum Anerkennungspreis.
Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz überreicht „ke“- Intendant Gerhard Lehner gemeinsam mit Kulturabteilungsleiterin Mag. Manuela Tertschnig dir Urkunde zum Anerkennungspreis. © Wedenig

Auszeichnung

Anerkennungspreis für „ke“-Intendant Gerhard Lehner

Klagenfurt – Der diesjährige „Anerkennungspreis für besondere kulturelle Leistungen“ der Landeshauptstadt Klagenfurt in Höhe von 5.000 Euro geht an den Theaterintendanten, Regisseur, Schauspieler, Sänger und Musiker Gerhard Lehner. Seit 1987 leitet Lehner das „klagenfurter ensemble“, im Jahre 2010 wurde er zum Leiter der Mittelbühne Theater HALLE 11.

 4 Minuten Lesezeit (507 Wörter) | Änderung am 20.12.2019 - 08.53 Uhr

„Wie spannend und vielseitig Theater sein kann und wie souverän man mit überschaubarem Budget über Jahrzehnte eine zeitgenössische Kunstinstitution führen kann, zeigt uns Theatermacher Gerhard Lehner“, sagt Kulturreferentin Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, die dem langjährigen „ke“- Intendanten heute, Donnerstagnachmittag, den Anerkennungspreis für besondere kulturelle Leistungen der Landeshauptstadt Klagenfurt übergab.

Das Leben und Schaffen des Gerhard Lehner

Seit 33 Jahren entwickelt Gerhard Lehner das „klagenfurter ensemble“ und seit den ersten Jahren auch die städtische Mittelbühne „Theater HALLE 11“, zu einer hochprofessionellen, überregional beachteten Bühne mit einem unkonventionellen Spartenmix typisch „lehner’scher“ Handschrift. „Klagenfurt darf stolz sein, ein kritisches Theater dieser Qualität zu haben“, so die Bürgermeisterin. So heterogen das Repertoire des „klagenfurter ensemble“, welches heuer 40 Jahre alt wurde und sein breites Spektrum bereits an vielen Spielorten auf die Bühne brachte, so ungewöhnlich ist auch Lehners Lebensweg.

Der 1954 in St. Pölten geborene, ehemalige Solist der Wiener Sängerknaben, zog nach seinen Studienabschlüssen in Betriebswirtschaft und Jus 1979 nach Kärnten. Hier absolvierte er die Schauspielprüfung, genoss eine Gesangsweiterbildung am Mozarteum Salzburg und trat dem damals noch ambitionierten Laientheater „ke“ bei, dessen Führung er 1987 übernahm. Immer auf der Suche nach den großen Fragen in der Kunst und der Ausreizung von Grenzen im Theater, widmet er sich seither mit Professionalität, geschäftlichem Geschick und großem Zuspruch seiner Passion, dem Theater mit all seinen Kommunikationsebenen.

Internationaler Erfolg

Seit Theatergründung gab es 150 Eigenproduktionen, 115 davon waren Uraufführungen. Mit zirka 120 Aufführungen pro Jahr, rund 150 Gastspielen in Kairo, Rom, Dublin, mehreren deutschen Städten und in ganz Österreich verweist das „ke“ über eine stolze Bilanz. 2019 gab es fünf Produktionen, mit „dem 13. Gesang der Hölle“, einer Paraphrase Alighieris Inferno von Peter Wagner, bespielte das „ke“ im Rahmen von FOR FOREST das Klagenfurter Stadion. „Ich war dabei und bin stolz darauf“, kommentierte Burgtheaterdirektor Martin Kušej.

Der Weg des „ke“ ging vom internationalen Sprechtheater und Kammeropernwerk immer mehr in Richtung Literatur von Kärntner Theaterautoren (Turrini, Widner, Handke, Gstettner, Staudinger, TimberTrattnig, Liepold-Mosser, Wölfl, Winkler uva). Verwandte Ausdrucksformen wie Tanz, Musik, Performance, Site Specific Theatre, Elektronische Medien oder Film loteten innovative Kommunikationsstrukturen am Theater aus, womit auch der Wechsel vom herkömmlichen „Geschichtenerzählen“ zum „Geschichtenentstehenlassen“ vollzogen wurde.

„Möglichst viel Freiraum“

„Wir wollen die Welt nicht erklären“ sagt Gerhard Lehner, „wir erkunden sie mit dem von uns entwickelten künstlerisch geprägten Sensorium. Und lassen das Publikum mit möglichst viel eigenem Freiraum daran teilhaben. Zu diesem Zweck verzichten wir auf thematische Vorgaben, verfolgen keinen Bildungsauftrag, kümmern uns wenig um Auslastungszahlen, konzentrieren unsere Kraft lieber auf die jeweils folgende Produktion und bleiben weiterhin neugierig auf die unerhörten Stoffe, die uns die mit großer Sorge beobachtete Entwicklung unserer Gesellschaft an den Theaterstrand spült“.

Gerhard Lehner erhielt 2013 den Würdigungspreis für Darstellende Kunst des Landes Kärnten, ist Mitbegründer der österr. Theater Allianz und seit 2018 Vorsitzender des Fachbeirates für darstellende Kunst im Kärntner Kulturgremium.

 

 

 

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