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"Tiere leiden, Umwelt wird belastet, Landwirtschaft geschädigt"

Kälbertransporte: Tierschutzvolks­begehren fordert kompletten Stopp

Kärnten – Das Tierschutzvolksbegehren hat anlässlich der in Kärnten nun wieder aufgeflammten Diskussion rund um Kälbertransporte ins Ausland seine Position bekräftigt. Seit Mai 2019 haben bislang über 60.000 Menschen unterschrieben. Der Stopp von Tiertransporten ist eine zentrale Forderung des Programms.

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„Da die durchgängige Versorgung im Säuglingsalter auf Transporten laut Veterinärmedizinern grundsätzlich nicht gewährleistet werden kann, sind diese komplett einzustellen“, fordert das Tierschutzvolksbegehren. Tiertransporte sollten demnach generell eine Dauer von 4 Stunden nicht überschreiten dürfen und Schlachtungen ausschließlich am nächstgelegenen Schlachthof durchgeführt werden.

„Ein Kreislauf, der großen Schaden bringt“

„Heimische Kälber sollen auch bei uns in Österreich bleiben. Es kann nicht sein, dass wir die Tiere in elendslangen Transporten ins Ausland karren, nur weil sie dort günstiger gemästet und geschlachtet werden können, während wir das Kalbfleisch zum Spottpreis importieren. Das ist ein Kreislauf, der einigen wenigen großen Profit, aber uns allen großen Schaden bringt. Denn die Tiere leiden, die Umwelt wird belastet und die heimische Landwirtschaft geschädigt. Und damit zahlen wir am Ende alle den hohen Preis für das billige Kalbfleisch“ so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

75 Prozent Kalbfleisch kommt aus dem Ausland

Die Mastbedingungen im Ausland, etwa in Holland, unterscheiden sich dramatisch von jenen in Österreich. So verbringen die Kälber in Holland ihre Zeit zumeist in dunklen Boxen und auf Vollspaltenböden. Ihr Eisen- und Bewegungsmangel zeigt sich in dem besonders hellen Fleisch, welches immer noch fälschlicherweise als Qualitätskriterium verstanden wird. Qualitätsvolles Fleisch erkennt man hingegen auch an einer rosa Färbung. Derzeit stammt schätzungsweise über 75 Prozent des in Österreich konsumierten Kalbfleisches aus dem Ausland, obwohl genügend heimische Ware zur Verfügung stehen könnte.

„Wir müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Tiertransporte deutlich verschärfen und für mehr Transparenz sorgen. Wenn wir den Betrug am Konsumenten beenden würden, dann müsste auf den Speisekarten ‚Ausländisches Fleisch vom kranken Kalb‘ stehen, denn darum handelt es sich in den meisten Fällen. Doch die Wirtschaftskammer blockiert die Transparenz in der Gastronomie und stützt damit die Täuschung der Konsumenten. Diese wissen oftmals gar nicht, was ihnen da am Teller vorgesetzt wird, während die Kälber im Transporter vorbeirauschen“ so Bohrn Mena abschließend.

Schon über 60.000 Unterschriften

Das Tierschutzvolksbegehren sammelt seit Mai 2019 Unterstützungserklärungen, bislang haben über 60.000 Menschen unterschrieben. Der Stopp von Tiertransporten ist eine zentrale Forderung des Programms, an dessen Erstellung auch Tierärzte mitgewirkt haben, ebenso die Forderung nach einer verpflichtenden Kennzeichnung von Lebensmitteln in Gastronomie und öffentlichen Küchen. Unterschreiben kann man noch auf jedem Gemeindeamt und online mit Handysignatur bis Ende 2020, die Eintragungswoche soll im Frühjahr 2021 stattfinden. Mehr Infos unter www.tierschutzvolksbegehren.at.

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