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© LPD/Peter Just

Landesmuseum

Großinvestition in Kärntens Geschichte und Zukunft

Kärnten – Im Landesmuseum wird die Natur- und Kulturgeschichte nun für alle Kärntnerinnen und Kärntner sowie für die Gäste des Landes erlebbar, innovativ und zukunftsweisend aufbereitet.

 7 Minuten Lesezeit (898 Wörter)

„Kärnten in seiner heutigen Form ist die Summe seiner Geschichte“, betont Kulturreferent LH Dr. Peter Kaiser den hohen Stellenwert des Landesmuseums für Kärnten und seines Haupthauses, des Rudolfinums. Dort, in diesem wichtigsten „Gedächtnis und Antlitz des Landes Kärnten“ wird die Natur- und Kulturgeschichte für alle Kärntnerinnen und Kärntner sowie für die Gäste des Landes erlebbar, innovativ und zukunftsweisend aufbereitet. Es erscheint sinnfällig, dass im heurigen Jubiläumsjahr 2020 auch der Baubeginn für die Generalsanierung des Rudolfinums erfolgt. Im ersten Quartal 2020 erfolgen Bauvorbereitung und Baustart und werden nach Bauzeitplan in der Jahresmitte 2022 mit der Eröffnung ihren Abschluss finden. „Für das Landesmuseum stellt diese Investition in die Zukunft der Sammlungen einen historischen Meilenstein dar. Besonders wichtig ist mir dabei die klare Ausrichtung des Rudolfinums auf die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher“, nennt LH Dr. Kaiser einen der wichtigsten Aspekte der Generalsanierung, nämlich die breite Öffnung des Museums für alle Generationen und Anspruchsgruppen.

Rund 13 Millionen werden investiert

Eine Investition in Kärntens Geschichte und Zukunft: In Summe investiert das Land Kärnten 13,2 Millionen Euro (9,5 Millionen Euro für Baukosten/3,7 Millionen Euro für Einrichtungskosten) in die Generalsanierung. Es ist damit aktuell das größte Hochbauprojekt des Landes Kärnten und schließt an die erste Stufe der Neupositionierung des Landesmuseums an, dem Bau des neuen Sammlungs- und Wissenschaftszentrum. Dieses ist seit dem Vorjahr in Betrieb und nunmehr befindet sich auch die zweite Stufe, die Generalsanierung des Rudolfinums, in der Umsetzung.

„Das Besondere an diesem Großprojekt ist die gleichzeitige Investition in Kärntens Geschichte und Zukunft“, bringt es Finanzreferentin LH-Stv.in Dr.in Gaby Schaunig auf den Punkt und betont zudem den hohen Stellenwert des nicht unerheblichen Mitteleinsatzes für unser Bundesland. Wichtig zu erwähnen ist auch die positive Beurteilung des Kärntner Landesrechnungshofes, der dieses Großvorhabens im Jahr 2019 eingehend prüfte. Dabei bestätigte der Landesrechnungshof das Projekt unter Vornahme minimaler Korrekturen, etwa bei der Erhöhung der Reserven.

Modern und zeitgemäß

Neben moderner Technik sollen auch insbesondere die baulichen Maßnahmen eine besucherzentrierte und zeitgemäße Vermittlungsarbeit unterstützen. „Ein Besuch im neuen Museum soll überraschen, unterhalten und natürlich auch zum Nachdenken anregen, aber vor allem soll das neu gestaltete Rudolfinum zur Wiederkehr einladen“, so der federführend in die Neuplanungen involvierte Leiter der Abteilung 14 – Kunst und Kultur, Igor Pucker, der aufgrund seiner früheren Funktion als Direktor des Landesmuseums im Sinne der Kontinuität die Entwicklungsarbeiten des Rudolfinums auch weiterhin begleitet.

Neu konzipiert werden nicht nur die Form der Präsentation, sondern vor allem die Inhalte. Das Landesmuseum, eines der größten Mehrspartenmuseen Österreichs, hütet einen Sammlungsschatz, bestehen aus mehr als zwei Millionen Objekten. Thematisch werden nicht nur in der kontinuierlichen Forschungsarbeit, sondern auch in der künftigen Ausstellung alle wichtigen wissenschaftlichen Sparten ihren Niederschlag finden, von der Erdgeschichte über die Entwicklung der Kärntner Natur hin zu den historischen Meilensteinen und natürlich werden auch die jüngsten Entwicklungen und Zukunftsperspektiven Kärntens thematisiert.

Aufräumen als Neuanfang

Ausgewählt wurde der vorliegende Entwurf zur Generalsanierung des Rudolfinums aus 26 Einreichungen im Rahmen eines internationalen Architektenwettbewerbes. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Winkler + Ruck, die das Rudolfinum gemeinsam mit Architekt Ferdinand Certov planen. „Der Entwurf führt das Gebäude auf seine ursprüngliche klare Grundstruktur zurück, entfernt störende nachträgliche Einbauten und erreicht sämtliche zur funktionalen Ertauglichung erforderlichen Maßnahmen durch minimale homöopathische Eingriffe“, erklärt Architekt Roland Winkler seine Entwurfsstrategie, die vor allem unter dem Leitthema des Aufräumens steht. Sein Ansatz des Ausräumens sieht vor, dass nicht weniger, sondern mehr entsteht: Mehr Licht und mehr Raum.

Besondere bauliche Gestaltungsmerkmale des Rudolfinums Neu sind das Glasdach, welches nun auch die neu geschaffenen Innenhöfe überspannen soll. Die beiden nach einem Bombentreffer im zweiten Weltkrieg notwendig gewordenen massiven Einbauten links und rechts des Foyers sollen nunmehr in die Präsentation der Objekte, konkret der Römersteinsammlung, einbezogen werden. Neu gestaltet werden soll auch das Umfeld des Rudolfinums. Hier wird eine Verkehrsberuhigung – nach Möglichkeit bis hin zur Verkehrsbefreiung – der Museumgasse und eine Neugestaltung des Umfeldes angestrebt, als Initiale unter Bedachtnahme der architektonischen Neugestaltung des gesamten Glacis.

Dimensionen eines Großvorhabens

Die baulichen Planungs- und Umsetzungsarbeiten werden seitens der Abteilung 2 – Finanzen, konkret vom Landesimmobilienmanagement übernommen. „Die Vorbereitungen und Planungen bis hin zur Auftragsvergabe der Bauaufträge sind bei einem Großprojekt wie diesem eine gewaltige Herausforderung, insbesondere bei einem Museumsbau“, umreißt der Leiter des LIM, DI Reinhard Bachl die aufwändigen Vorarbeiten. Insgesamt wurden bisher 20 Vergabeverfahren durchgeführt, um nun die 20 Bestbieter mit der Durchführung der Arbeiten betrauen zu können. Besonders stolz sei man, so LH Dr. Kaiser, dass „19 dieser Aufträge an Kärntner Firmen vergeben werden“ konnten. In Summe betragen die Baukosten 9,5 Millionen Euro.

Wichtig zu betonen sei, so LH Dr. Kaiser abschließend, dass mit dem Beschluss der Landesregierung zur Generalsanierung des Rudolfinums auch ein eindeutiges Bekenntnis zur Neuausrichtung des Landesmuseums als Gesamtes abgegeben wurde. „Die Standorte Sammlungs- und Wissenschaftszentrum und das Rudolfinum sowie die Außenstellen des Landesmuseums ergänzen sich wunderbar und machen einerseits ein professionelles wissenschaftliches Arbeiten und andererseits die optimale Präsentation der Sammlung und damit die Vermittlung der Landesgeschichte möglich“, hält der Kulturreferent fest und freut sich auf die Eröffnung des Rudolfinums im Jahr 2022.

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