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Mit weniger als 4.000 Euro:

„Alles geht, wenn man will“: Studentin baute sich eigenes „Tiny House“

Völkendorf/Klagenfurt – Klimaschutz ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Die meisten sind sich darüber einig, dass wir Menschen mit den Abgasen und dem Müll, den wir produzieren, einen großen Teil zur Erderwärmung beitragen. Um gegen die zunehmende Bodenversieglung und Ressourcenverschwendung etwas zu unternehmen, hat eine Studentin an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt nun ein besonderes Projekt verwirklicht: Ihr eigenes, energieautarkes "Tiny-House", in dem sie seit Kurzem in Villach wohnt. Wir haben mit ihr gesprochen.

 5 Minuten Lesezeit (659 Wörter) | Änderung am 05.02.2020 - 09.00 Uhr

Der rasche Klimawandel ist ein ernstzunehmendes Problem. Tausende Schüler protestieren daher seit einiger Zeit bei „Fridays for Future“ auf Straßen auf der ganzen Welt. Aktivistinnen wie die junge Schwedin Greta Thunberg versuchen, auf das Problem aufmerksam zu machen und Lösungen zu finden. Maria Kravanja ging noch einen Schritt weiter und hat ihr eigenes „Tiny House“ verwirklicht. „2019 beschloss ich, dass ich mein Leben anders gestalten wollte. Ich wollte bewusster, Ressourcen-schonender und selbstbestimmt leben. Für mich war klar, ein Tiny House würde mir all das ermöglichen“, erzählt und sie Kravanja.

Haus um unter 4.000 Euro

Maria hatte jedoch keine 35.000 bis 120.000 Euro um sich ein Tiny House zu kaufen. „Deswegen beschloss ich, obwohl ich keine Ahnung davon hatte, eines zu bauen“, sagt die umweltbewusste Frau. Ihren ehrgeizigen Plan konnte die Studentin mit unter 4.000 Euro verwirklichen. Sie verbrachte einige Monate in Klagenfurt damit, einen Wohnwagen (ein uraltes Modell, das sie vor dem Schrottplatz bewahrte) abzureißen, den Anhänger komplett neu herzurichten, eine gedämmte Bodenplatte zu bauen, Wände aufzuziehen, Installation und Elektrik vorzunehmen und ihre Inneneinrichtung anzufertigen. „Ich habe einfach bei Baustellen, um nicht mehr benötigtes Holz angefragt“, erklärt die Studentin.

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Seit etwa einem Monat lebt Maria in ihrem eigenen Häuschen.

Seit etwa einem Monat lebt Maria in ihrem eigenen Häuschen. - © KK

Große Pläne für die Zukunft

In den kommenden Jahren möchte sie komplett autark leben können. „Ein finnischer Student hat die Pläne einer Shower Loop öffentlich zur Verfügung gestellt. Diese Dusche möchte ich nachbauen“, sagt die ehrgeizige Studentin. „Der Duschkreislauf funktioniert mit nur 10 Liter Wasser, die durch einen Filter immer wieder verwendet werden können.“ Weiters möchte Maria einen eigenen Stromkreislauf errichten, um nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Rechtlicher Graubereich

Vier Jahre lang hat die Studentin von ihrem eigenen Häuschen geträumt. „Man darf mit einem Tiny House überall stehen, wo man willkommen ist“, erzählt uns die 21-Jährige. Zur Zeit steht ihr umgebauter Wohnwagen auf dem Grundstück ihrer Großtante in Völkendorf. Gemeldet ist die Villacherin auf genau diesem Grundstück, denn „man darf nur dort gemeldet sein, wo es auch ein Fundament gibt“. Der umgebaute Wohnwagen hat keinen TÜV, deswegen „darf ich nicht auf Hauptstraßen damit fahren“, erfahren wir. „Zum Transport über eine Autobahn muss ich das Haus auf einen LKW verladen. So kam mein Häuschen auch bereits einmal von Klagenfurt nach Villach, wo sie nach langer Suche einen Stellplatz finden konnte. Maria möchte ihr Haus aber gerne wieder nach Klagenfurt bringen, um sich einen näheren Weg zur Universität zu ermöglichen.

Studentin mit Visionen

„Als ein recht junger Mensch stand ich immer wieder vor dem Problem, dass mir Menschen erklärten, dass ich allein zu unerfahren wäre und zu wenig Mittel hätte, um etwas zu tun, das unsere Welt ein Stückchen besser machen würde“, gesteht die 21-Jährige. „Für viele klingt all das schwachsinnig, verrückt und vielleicht auch unnütz, aber ich habe mich dazu entschlossen, in und mit meinem Leben etwas zu verändern.“ Die junge Aktivistin möchte mit gutem Beispiel vorangehen und „unseren Planeten zu einem schöneren Ort für uns und unsere Nachkommen zu machen.“ Abschließend möchte sie allen Mut machen, eigene Träume zu verwirklichen: „Auch ein einfacher Mensch, ebenso wie ich, der weder viele Mittel, noch Erfahrung hat, kann etwas bewirken!

Auf der Suche

„Falls jemand einen Platz kennt auf dem ich in/um Klagenfurt willkommen wäre, mit meinem Haus zu stehen oder falls jemand selbst ein ähnliches Projekt hat und Fragen an mich richten möchte, dann könnt ihr mich unter dieser E-Mail erreichen: [email protected]“, so Maria. Bei größeren Gruppen werden auch gerne Info-Veranstaltungen abgehalten. Auf ihrem Instagram Account teil die Studentin regelmäßig ihre Baufortschritte und Bauerfahrungen. 

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