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Leute - Kärnten
© Pixabay

Heldin des Alltages:

„Mit meiner Mutter­milch­spende konnte ich anderen Babys helfen!“

Spittal an der Drau – Muttermilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. Das belegen zahlreiche Studien. Das Superfood für Babys ist nur begrenzt erhältlich und ein wertvolles Gut. Manche Mütter sind mit sehr viel Milch gesegnet. So auch Lisa aus der Nähe von Spittal an der Drau. Die Mutter von drei Kindern hat ihre überschüssige Milch daher gespendet, damit andere Babys auch mit wertvoller Muttermilch ernährt werden können, deren Mütter weniger Glück mit ihrer eigenen "Produktion" haben.

 4 Minuten Lesezeit (570 Wörter)

„Ich wollte Müttern, die nicht so viel Glück hatten mit Muttermilch gesegnet zu sein, etwas Gutes tun“ beschreibt uns Lisa ihre Beweggründe der Muttermilchspende. „Ich hab selbst erfahren müssen wie kräftezehrend es sein kann, ein Frühchen auf die Welt zu bringen. Wenn man dann noch vielleicht wenig bzw. zu wenig Milch hat, dann belastet das noch zusätzlich“, erzählt uns die Mutter dreier Kinder.

„Ich hatte zu viel Milch“

„Nachdem Anatoli mein drittes Kind ist, hatte ich schlicht und einfach so viel Milch, die mein Sohn diese niemals alleine trinken hätte können“, erfahren wir. „Zum Spaß hab ich auch immer gesagt, dass ich wohl aus einer guten Milchleistungslinie stamme“, kichert Lisa. Da Anatoli ein Frühchen war, brauchte er anfangs nur ein paar ml pro Mahlzeit, um satt zu werden. „Ich hatte 200 ml (ist sicher eine Ausnahme) pro Pumpvorgang und mein Sohn brauchte nur etwa 30 ml am Tag“, erinnert sich die Mutter. Aber auch Mamis, die stillen oder aus anderen Gründen abpumpen, können ihre überschüssige Milch spenden. Abpumpgeräte kann man in Sanitätshäusern auch ausleihen, wenn man sich selbst keines anschaffen möchte.

Wie kann ich spenden?

Lisa hat sich nach einer Lösung umgesehen und wurde bei der Humanmilchbank in Wien fündig. Spenden geht ganz einfach: Formular (online zu finden) ausfüllen, unterschreiben, scannen und senden. „Dann folgt noch ein schnelles Telefongespräch mit einer Diätologin und schlussendlich nur noch vereinbaren wann und wie die Milch nach Wien gelangt“, beschreibt Lisa den Vorgang. „Aufgrund der Spendenmenge von rund 60 Liter Muttermilch war das Krankenhaus Wien Nord so nett und hat einen Abholtransport organisiert“, erzählt uns die Mutter. „Nach dem Abpumpen sollte die Milch am besten sofort tiefgekühlt werden. Im Kühlschrank ist sie zwar auch haltbar, jedoch nicht so lange. Im Tiefkühlschrank hält die Milch dann 6 Monate“, weiß die Dreifachmama.

Wer bekommt die wertvolle Milch?

Lisa hatte nie ethische Bedenken, dass ein anderes Baby ihre Milch trinkt: „Im Prinzip trinken wir auch Milch, die für ein anderes Baby bestimmt wäre (Kuhmilch). Ich mache da keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.“ Verteilt wird die gespendete Milch bei der Humanmilchbank nach einem klaren Abgabesystem. Je unreifer ein Baby geboren wurde, desto dringender braucht es Frauenmilch. Daher werden zuerst die Frühgeborenen- und die Kinderabteilungen der Spitäler in der Umgebung versorgt. „Wenn ausreichend Milch lagernd ist, können auch Privatpersonen Frauenmilch kaufen“, heißt es auf der Website. Die Milch unterliegt strengen hygienischen Auflagen und wird bakteriologisch untersucht – sowohl vor als auch nach der Verarbeitung.

„Viel mehr Mamis sollten spenden“

„Selbst bei Müttern, die nicht so viel Milch wie ich produzieren, landen oft viele wertvolle ml im Abfluss“, zeigt sich Lisa nachdenklich. „Bei uns ist das Interesse meiner Meinung nach auch groß. Nur leider wissen zu wenige Frauen Bescheid darüber wie unkompliziert das Spenden ist.“ Lisa würde sich mehr Informationen und Aufklärung zu dem Thema wünschen. „Und mehr Unterstützung seitens der Krankenhäuser“, sagt sie. Lisa möchte noch mehr Frauen dazu animieren ihre Muttermilch zu spenden. „Jeder Milliliter zählt! Ich weiß, es ist oft hart mit dem Abpumpen und es bringt einen oft zur Verzweiflung, aber das Gefühl etwas Gutes für andere Mütter und Babys zu tun gibt einem viel Kraft“, gibt Lisa Mut.

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