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Politik - Villach
SYMBOLFOTO © Naturpark Dobratsch

Neues Pilotenprojekt

Kostenlose Naturpark­busfahrten in den Semesterferien

Villach – Ein Runder Tisch zum Thema Verkehr am Dobratsch wurde kürzlich mit Naturparkreferentin Irene Hochstetter-Lackner und Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlichster Interessensgruppen abgehalten. Ein neues Pilotprojekt sieht kostenlose Naturparkbusfahrten in den Semesterferien vor. Gleichzeitig in diesem Zeitraum soll es eine Blockabfertigung für PKWs geben.

 4 Minuten Lesezeit (532 Wörter) | Änderung am 05.02.2020 - 09.11 Uhr

Der Naturpark Dobratsch ist eine in Kärnten einzigartige Erfolgsgeschichte und ein überaus beliebtes Erholungsgebiet nicht nur für viele Villacherinnen und Villacher. Besonders im Winter gibt es aber immer wieder Diskussionen um die Verkehrslage am Berg. Im Sinne einer nachhaltigen Lösung für das wichtige Naturschutzgebiet und die Reduzierung des Individualverkehrs hat Naturparkreferentin Vizebürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner Vertreterinnen und Vertreter betroffener Interessensgruppen und Organisationen (Tourismusregion/Tourismusverband, Stadt Villach, Land Kärnten, Villacher Alpenstraße, Villacher Alpenarena, BH Villach, Stadtpolizei, Naturpark, Bergwacht, Alpenverein, ÖBB Postbus GmbH) zu einem runden Tisch geladen.

Kostenloses Angebot

„Das vorläufige Ergebnis ist ein äußerst attraktives Angebot vor allem für Familien, die gerne Zeit im Naturpark verbringen“, sagt Hochstetter-Lackner. „Ich habe vorgeschlagen, in den Semesterferien, ab Samstag 8. Februar die Fahrten mit dem Naturpark-Bus als Pilotprojekt kostenlos anzubieten.“ Neu dabei: Beim Willroiderparkplatz und beim Westbahnhof gibt es eigene Haltestellen, an denen man sein Fahrzeug bequem stehen lassen und in den Bus umsteigen kann. Den Fahrplan gibt es hier.

Mehrere Fahrten

Zusätzlich wird auch die Zahl der Fahrten erhöht. „Wir erhöhen diese Zahl in den Ferien massiv, also drei pro Tag hinauf und drei hinunter“, sagt Hochstetter- Lackner. „Unser Ziel ist es, allen Besucherinnen und Besucher die Auffahrt auf den Villacher Hausberg mit dem Bus schmackhaft zu machen. Ich bin überzeugt, dass es allen Menschen möglich sein muss, mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Dobratsch zu gelangen. Damit einhergehend möchten wir die Anzahl der auffahrenden Fahrzeuge reduzieren und damit den Naturpark als wichtiges Naturschutz- und Wasserschutzgebiet entlasten. Die Mitnahme von Taschen, Rodeln und Skiern etc. ist übrigens problemlos mit dem Bus möglich.“ Sollte die Zahl der Fahrzeuge, die auffahren, die Parkplatzsituation überfordern, wird eine Blockabfertigung durchgeführt. Auch wird der Naturpark in ständigem Kontakt mit der Polizei stehen. Die Auffahrenden werden im Sinne eines Miteinanders ersucht, die Parkregeln zu befolgen „Als Naturpark-Referentin geht es mir auch darum, das Bewusstsein für die Wichtigkeit eines respektvollen Umganges miteinander am Berg zu stärken“, sagt Hochstetter-Lackner. „Nach den Semesterferien wird das Projekt evaluiert, danach gemeinsam über die weitere Vorgehensweise entschieden.“

Nach nachhaltiger Lösung wird gesucht

Das Angebot des Gratis-Busses ist als erste, kurzfristige Pilotmaßnahme zu verstehen. „Um Schnellschüsse zu vermeiden und eine nachhaltige Lösung zu schaffen, haben wir als erstes Ergebnis mit den unmittelbar betroffenen Interessensgemeinschaften und Organisationen eine Arbeitsgruppe gebildet. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, unter Abwägung der unterschiedlichen Interessen eine zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten“, sagt Hochstetter-Lackner.

Im Zuge des runden Tisches haben sich einige zu berücksichtigende Themenbereiche herauskristallisiert. So waren sich die Expertinnen und Experten einig, dass die Sensibilität des Dobratsch und Naturparkes als Naturschutzgebiet einen Infrastrukturbeitrag durch die Nutzenden durchaus vertretbar macht.

Wichtige Handlungsfelder sind

  • Die Verdichtung der Taktfrequenz und die Stärkung des öffentlichen Verkehrs.
  • Die Nutzung des Berges mit Augenmaß, der Naturpark würde eine starke Zunahme der Besucherinnen und Besucher wohl nicht vertragen.
  • Lenkungsmaßnahmen für den Individualverkehr, hier wurde von den Expertinnen und Experten ein Infrastrukturbeitrag in den Raum gestellt.
  • Die Wahrung der sozialen Verträglichkeit. Allen, die es möchten, soll es möglich sein, „ihren“ Hausberg zu besuchen.

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