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In der Mensch-Tier-Werkstatt soll Kindern individuell geholfen werden und sie sollen im Umgang mit den Tieren mehr Selbstbewusstsein entwickeln.
In der Mensch-Tier-Werkstatt soll Kindern individuell geholfen werden und sie sollen im Umgang mit den Tieren mehr Selbstbewusstsein entwickeln. © KK

"Jeder ist willkommen!"

Ein Hof für alle: Mensch-Tier-Werkstatt eröffnet neu in Rosegg

Rosegg – Egal ob groß oder klein, alt oder jung, Mensch oder Tier – in der Mensch-Tier-Werkstatt am Begegnungshof Moser in Rosegg soll sich jeder wohlfühlen. Noch im heurigen Frühjahr soll sie neu eröffnet werden. Kinder können auf dem Hof dann mit Hunden, Katzen, Pferden und vielen weiteren Tieren arbeiten. Wir haben mit einer der Initiatorinnen der Werkstatt, der bekannten Tier-Therapeutin Iris Moser-Spitzenstätter über das Projekt und ihren Werdegang gesprochen.

 8 Minuten Lesezeit (969 Wörter) | Änderung am 10.02.2020 - 17.12 Uhr

Noch heuer im Frühjahr eröffnet die Mensch-Tier-Werkstatt am Begegnungshof Moser in Rosegg neu. Dort soll sich jeder wohlfühlen, egal ob groß oder klein, alt oder jung. Drei engagierte Frauen nehmen das großartige Projekt in die Hand und stehen schon in den Startlöchern. Iris Moser-Spitzenstätter, Marcella Fröhlich und Nina Feichter arbeiten als Team und ergänzen sich perfekt in ihren Aufgabenbereichen und Ausbildungen.

Die Mensch-Tier-Werkstatt in Rossegg

Mit Hunden, Katzen, Pferden und vielen weiteren besonderen Tieren arbeiten die Kinder auf dem Hof zusammen. Dabei werden von den Leiterinnen umfangreiche Therapien und Aktivitäten angeboten, bei denen die Nähe zu und die Zusammenarbeit mit den Tieren im Mittelpunkt stehen. ,,Es ist uns wichtig, dass wir den Kindern nicht sagen: ,Du bist jetzt hier und wirst therapiert‘. Vielmehr möchten wir die Kinder dazu einladen, eine schöne Zeit mit uns, den Tieren und anderen Kindern zu verbringen. Ganz nebenbei fließt die individuelle Arbeit an Lernfeldern mit ein. Dafür ist ein multiprofessionelles Team unumgänglich‘“, schildert uns Moser-Spitzenstätter.

,,Jeder ist willkommen‘‘

Nicht nur Kindern wird auf dem Begegnungshof in Rosegg mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Auch Elterncoaching und Seminare, sowie Supervision oder Team-Buildingeinheiten für Firmen sollen angeboten werden. Hier werden beispielsweise Themen wie Mobbing behandelt und mit den Tieren am Selbstbewusstsein der Kinder gearbeitet.

Das multiprofessionelle Team

Marcella Fröhlich hat sich aus persönlichen Gründen schon früh dem Thema Behinderung unter vielzähligen Aspekten angenommen. Sie ist studierte Sozial- und Integrationspädagogin, sowie Supervisorin, Coach und Organisationsentwicklerin. Nina Feichter ist Mutter eines Sohnes mit Trisomie 21. Mit ihrer Ausbildung und der Erfahrung als Mutter kann sie Eltern, die Ängste oder Sorgen haben, wieder Mut machen und ihnen Hoffnung schenken. Iris Moser-Spitzenstätter ist ausgebildete Behindertenpädagogin und zertifitierte tiergestützte Therapeutin. Sie arbeitet bereits seit dem Jahr 2008 mit Delphinen in Mexiko und therapiert dort auch jährlich einige Österreicherinnen und Österreicher. Mehr zu den großartigen Delphin-Therapien erfahrt weiter unten im Artikel.

Individualität steht im Vordergrund

,,Jeder ist willkommen, wird hier bei uns  gleich behandelt und hat denselben Stellenwert. Ganz egal ob arm oder reich, ob mit oder ohne besonderen Bedürfnissen – alle Kinder können hier voneinander lernen, wir arbeiten Hand in Hand‘‘, erklärt Moser-Spitzenstätter die Basis, auf der gearbeitet wird. Auch hier steht abermals die Individualität im Vordergrund. Individuell auf Mensch und Tier abgestimmt werden Pläne gemeinsam erstellt und mit den Erziehungsberechtigten und ihren Möglichkeiten abgestimmt.

,,Das Schönste an der Arbeit‘‘

Besonders viel Wert legen Moser-Spitzenstätter, die auch Preisträgerin ,,Österreicherin des Jahres 2012‘‘ in der Kategorie humanitäres Engagement war, und das gesamte Team auf das Wohl und die Herkunft ihrer Tiere. Am Begegnungshof Moser, der von Ludwig, Iris und Jolina Moser-Spitzenstätter geführt wird, werden daher alle Tiere artgerecht gehalten. ,,Das Schönste, neben der Arbeit mit den Tieren und Kindern, ist das, was man zurück bekommt. Jeder Blick, jede Umarmung, alle Tränen und Erfolge und vor allem die Freude, wenn man sich wiedersieht – das alles gibt einem so viel Kraft und Energie und das ist wertvoller als alles Geld der Welt‘‘, möchte Iris Moser-Spitzenstätter festhalten.

Delphin-Therapie in Mexiko

Noch im heurigen Frühjahr soll die Mensch-Tier-Werkstatt am Begegnungshof Moser in Rosegg neu eröffnet werden. Der Weg dahin war jedoch ein langer, wie Iris Moser-Spitzenstätter im Gespräch mit 5-Minuten erzählt. Eigentlich hatte die Tiroler Delphin- und Tierschutz-Therapeutin mit ihrer Arbeit mit Delphinen abgeschlossen. Sie wollte nicht weiter mit Tieren zu arbeiten, die ihr Leben lang in Käfigen eingesperrt waren. Im Jahr 2008 entdeckte sie jedoch auf einer Reise nach Mexiko ihre Liebe zur Arbeit mit den Tieren neu, denn die dort lebenden, zahme Delphine lebten in Freiheit und wurden nicht zu Showzwecken missbraucht. Das Herz der Wahlkärntnerin Moser-Spitzenstätter, dass für alle Tiere schlägt, war sogleich Feuer und Flamme für Dolphin Discovery Cozumel.

Start der Tier-Mensch-Therapien in Mexiko

Noch in Mexiko beobachtete Moser-Spitzenstätter ein Kind auf einer Fähre. Aufgrund ihrer Ausbildung vermutete die Behindertenpädagogin, dass es sich um ein Kind mit Autismus handeln könnte. Die Österreicherin kam mit dem Vater des Jungen ins Gespräch. Der stellte sich als der Gouverneur der Insel heraus und Moser-Spitzenstätter bot ihm an, seinen Sohn zu therapieren. Ihre einzige Bedingung: Sie wollte kein Geld dafür.

„Jedes Kind ist anders“

So wurde im Jahr 2008 in Mexiko die Idee geboren, Kinder dort unentgeltlich mithilfe der frei lebenden Delphine zu therapieren. Besonders wichtig war und ist es Moser-Spitzenstätter, dass das Verhältnis zwischen ihr, den Kindern, den Tieren und den Erziehungsberechtigten auf Ehrlichkeit, Vertrauen und Individualität basiere. Kein Kind und kein Tier dürfe zu irgendetwas gezwungen werden, so die Behindertenpädagogin. ,,Es macht keinen Sinn, für volle zwei Therapiestunden Geld zu verlangen, wenn das Kind oder das Tier offensichtlich gerade nicht zur Arbeit bereit sind. Man muss mit viel Feingefühl arbeiten und die Individualität der Kinder und der Tiere immer wertschätzen‘‘, erklärt die tiergestützte Therapeuthin.

Österreicher bei Therapie in Mexiko

Auch einige österreichische Kinder dürfen jedes Jahr nach Cozumel. So gibt es auch dieses Jahr noch die Möglichkeit, dass ein ganz besonderes Kind das Abenteuer erleben darf. Mit dem Projekt „with a Dolphin smile“ arbeiten Iris Moser-Spitzenstätter und ihr Team an der Verwirklichung eines Herzensprojektes.

Heuer tritt auch das gesamte Team des Begenungshofs Moser erstmalig gemeinsam die Reise nach Cozumel an. „Wir freuen uns auf eine gemeinsame Arbeit in Cozumel mit den Delphinen und auch in Rosegg. Auch wir als Team wachsen zusammen an unseren Aufgaben“ gibt Moser-Spitzenstätter an.

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