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Politik - Kärnten
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„Täler ohne Arzt“

FPÖ Darmann kritisiert: „Kärn­ten erlebt wieder Wochen­ende des Ärzte­mangels“

Kärnten – Erneut steht das Kärntner Gesundheitssystem im Fokus einer politischen Diskussion. In mehreren Gebieten Kärntens soll auch dieses Wochenende kein Bereitschaftsarzt zu Verfügung stehen. Opfer seien laut FPÖ Landesparteichef Gernot Darmann vor allem Eltern mit kranken Kindern oder Senioren, die einen weiten Weg zum nächsten Krankenhaus hätten.

 3 Minuten Lesezeit (392 Wörter) | Änderung am 15.02.2020 - 17.27 Uhr

„Der Ärztemangel in Kärnten zeigt sich auch an diesem Wochenende auf dramatische Weise. Das obere Mölltal sowie das obere Gail- und Lesachtal sind das ganze Wochenende, das untere Drautal am Sonntag, Bleiburg sowie der Sprengel Viktring-Köttmannsdorf heute Samstag ohne Bereitschaftsarzt. Lücken in der Versorgung sind nicht mehr die Ausnahme, sondern nunmehr leider die Regel“, warnt Kärntens FPÖ-Landesparteichef Klubobmann Mag. Gernot Darmann. Opfer seien Patienten, vor allem Eltern mit kranken Kindern oder Senioren, die einen weiten Weg zum nächsten Krankenhaus hätten.

Experte empfiehlt Landeskoordinator für Notärzte

Für Darmann ist die Gleichgültigkeit empörend, mit der die zuständige SPÖ-Gesundheitsreferentin LHStv. Beate Prettner diese Engpässe kommentiert. Sie fühle sich laut Dramann nach eigenen Worten nicht zuständig. „Sie schiebt die Verantwortung auf Ärztekammer und Krankenkasse und ignoriert dabei auch die Ergebnisse einer Studie, die sie selbst in Auftrag gab. Ein Experte, der die Kärntner Notarztsituation evaluierte, empfiehlt darin einen Landeskoordinator für Notärzte und Bereitschaftsärzte. Man kann es nicht, wie Prettner scheinbar meint, dem Zufall überlassen, ob Menschen ärztlich versorgt sind,  sondern muss sich um eine strukturelle Lösung kümmern“, fordert Darmann.

„Aktiv um junge Ärzte bemühen“

Es genüge nicht zu warten, dass sich genug Allgemeinmediziner für den Bereitschaftsdienst melden. „Gott sei Dank machen noch viele Haus- und Landärzte Wochenenddienste. Aber viele der 256 Kärntner Hausärzte mit Kassenvertrag sind schon über 60 Jahre alt. Man muss froh sein, wenn sie teilweise bis übers Pensionsalter hinaus ihre Kassenpraxis betreiben, aber man kann nicht erwarten, dass sie nach fünf Tagen anstrengendem Ordinationsbetrieb inklusive Visiten zusätzlich an Wochenenden arbeiten“, betont Darmann.

Das Land müsse sich aktiv um junge Ärzte bemühen, die bereit sind, in Tälern Dienste zu versehen, fordert Darmann. Die FPÖ habe bereits einen entsprechenden Antrag im Landtag eingebracht. „Die FPÖ drängt im Landtag auch darauf, dass das Land Medizin-Studenten Stipendien anbietet, wenn sie sich im Gegenzug bereit erklären, später als Ärzte nach Kärnten zurück zu kehren und sich u.a. für Notarzt- oder Bereitschaftsdienste zur Verfügung stellen“, teilt Darmann mit. „Wir dürfen nicht, wie die SPÖ-ÖVP-Landesregierung tatenlos zusehen, wie der Ärztemangel in Kärnten dazu führt, dass Patienten medizinisch unversorgt sind“, erklärt Darmann abschließend.

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