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17 Jahre lang hatte man das Pferd in der Garage eingeschlossen. Seine Retterfamilie bescherte ihm ein neues Leben.
17 Jahre lang hatte man das Pferd in der Garage eingeschlossen. Seine Retterfamilie bescherte ihm ein neues Leben. © KK/Privat

Ein unglaublicher Leidensweg & herzliche Rettung

Nach 17 Jahren Qual: Pferd „Grissu“ darf endlich glücklich sein

Unterkärnten – Grissu ist 22 Jahre alt und wurde in Kärnten geboren. Was ein schönes Pferdeleben ist, das weiß er jedoch erst seit knapp zwei Jahren. 2018 wurde er nämlich aus erbärmlichen Zuständen gerettet. Seine Retter brauchen nun zwei Jahre später auch Unterstützung. Alle Kosten tragen sie nämlich selbst.

 5 Minuten Lesezeit (666 Wörter) | Änderung am 13.03.2020 - 19.05 Uhr

Als Fohlen verbrachte Grissu, ein Quader Horse, die ersten drei Jahre auf einer Koppel. Danach begann ein jahrelanger Leidensweg. Seine Retterin Theresa bezeichnet es als „Einzelhaft in einer Garage“, die 17 Jahre lang andauerte. Bereits als kleines Mädchen verliebte sie sich in Grissu. Ab diesem Zeitpunkt kämpfte sie um ihn. Sie meldete die Umstände mehrfach, gab nicht auf. „Ich kann nicht genau sagen, warum so viel Zeit bis zur Rettung verging“. Auf jeden Fall standen einige bürokratische Hürden im Weg und der Besitzer wollte sein Pferd freiwillig nicht hergeben. „Im Großen und Ganzen war das Pferd sein Ein und Alles. Nur fehlte dem Besitzer leider das nötige Wissen für eine korrekte Haltung und den richtigen Umgang“, so Theresa gegenüber 5 Minuten.

Grissu lebte in erbärmlichen Zuständen

„Als uns die Nachricht erreichte, dass Grissus Besitzer im hohen Alter verstorben war, fuhren meine Familie und ich sofort los. Mit viel Unterstützung meiner dort lebenden Verwandten, meiner Familie, den Tierärzten und dann schließlich auch des Veterinäramtes konnten wir Grissu am im März 2018 aus seiner Garage befreien“, erzählt die Retterin. Erst dann wurde das gesamte Ausmaß der katastrophalen Haltung sichtbar: Unter der ersten, scheinbar sauberen Schicht Stroh verbarg sich eine dicke Schicht aus Dreck und Kot. Das war auch in der Luft bemerkbar. Außerdem war sein Trinkwasser gefroren. Besonders erschreckend war für die Retter der Anblick, dass das Pferd kaum noch stehen konnte.

Körperlich komplett am Ende

Das Tier war in einem traurigen Zustand. Seine Hufen waren deformiert und faulig. Zu einem späteren Zeitpunkt kamen haufenweise Maden aus den Hufen. Sein dickes Winterfell war verklebt, als man es ihm runter geschoren hatte war er nur noch Haut und Knochen. Über drei Monate lang wurde er von  Kärntner Tierärzten gepflegt. Diese  bestätigen den Vorfall auch gegenüber 5 Minuten. Er bekam die Hufe gemacht, die Zähne gerichtet, seine Tabletten für das Chushing (Stoffwechselerkrankung) wurden eingestellt und noch vieles mehr. „Nach drei Monaten unterschrieben wir den Schenkungsvertrag,“ so Theresa und „Grissu gehörte offiziell uns.“ Viele Rechnungen, die mit der Rettung von Grissu einher gingen, zahlte die Familie selbst. 

„Garagen-Pferd“ findet endlich sein Glück

Im Juni 2018 war es so weit, alle Papiere waren fertig und Grissu in einem transportbereiten Zustand. „So traten mein Vater und ich mit Grissu im Gepäck, die über 600 Kilometer lange Fahrt von Kärnten nach Baden-Württemberg im Aichtal an“, erzählt Theresa. Im Pensionsstall angekommen, war er überwältigt seine Artgenossen kennen zu lernen. Grissu´s Gesundheitszustand wurde immer besser. Mittlerweile genießt er es täglich, mit seinen Freunden rauszugehen und galoppiert auch im Freien. Man sieht, dass er überglücklich ist. Im Februar 2019 hatte er eine schlimme Kolik, die nach zwei Wochen zum Glück überstanden war. Grund ist ein Tumor der an einer ungünstigen Stelle im Darm liegt. „Wir haben sein Heu zur Hälfte mit Weichfutter in Form von Heucobs/Wiesencobs ersetzt. Das ist gut, denn eine Operation kommt nicht mehr in Frage. Zudem hat er eine geminderte Lungenfunktion, Hufrehe und einen Herzfehler.“ Aber all seine Krankheiten und Gebrechen halten ihn nicht auf, seinen Lebensabend in vollen Zügen zu genießen. Er muss nie wieder solche Qualen erleiden und wird auch nicht geritten, er soll einfach noch ein schönes Leben haben. Die jährlichen Kosten sind mittlerweile sehr hoch und betragen für die Retter 10.000 Euro. Deswegen bittet man auch um Hilfe. Seit 1. März 2020 läuft deswegen eine Spendenkampagne. Innerhalb weniger Tage wurden so 1.300 Euro gespendet. Viele schätzen die Initiative der Familie, einem alten Pferd ein neues Leben anzubieten und vor allem auch die ganzen Kosten zu tragen. Sie helfen gerne und spenden.

Spendenkonto

Kreissparkasse Böblingen
Theresa Riepl
IBAN: DE14 6035 0130 1001 4301 28
BIC: BBKRDE6BXXX
Verwendungszweck: Grissu

Gofundme-Spendenkampagne für Grissu HIER.

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