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Wirtschaft - Villach
© Pixabay

Coronakrise

Auch Friseursalons bangen: „So etwas hat es noch nie gegeben“

Villach/Klagenfurt – Ab Montag sollen alle Betriebe, die für die Bevölkerung nicht dringend notwendig sind, geschlossen werden. Auch die Friseurbranche trifft diese Regelung, Salons sollen ab Montag geschlossen bleiben. Wir haben mit zwei Friseuren über die aktuelle Lage gesprochen.

 4 Minuten Lesezeit (508 Wörter) | Änderung am 14.03.2020 - 18.07 Uhr

Im Zuge der Coronakrise sieht eine neue Maßnahme der Regierung vor, dass ab Montag nur noch Geschäfte offen haben, die für die Bevölkerung dringend erforderlich und notwenig sind. Dazu zählen zum Beispiel Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Postämter, Tankstellen und Banken. Friseure und Kosmetiker gehören allerdings nicht zu dieser Gruppe. Auch sie müssen am Montag vorübergehend ihre Pforten schließen.

Für viele Betreiber „ein Schlag ins Gesicht“

„Ich bin seit 40 Jahren selbstständig, unser Unternehmen ist 108 Jahre alt. So etwas hat es noch nie gegeben“, kommentiert Georg Willhelmer, Landesinnungsmeister der Kärntner Friseure, die aktuelle Situation rund um die Coronakrise. Der Friseur hat selbst einen Salon am Alpen-Adria-Platz in Klagenfurt und beschäftigt 9 Mitarbeiter. „Nach den gesetzlichen Maßnahmen würde ich allen Betrieben raten, nicht aufzusperren. Ich denke die meisten Betriebe werden sich auch daran halten, denn man hat ja auch der Bevölkerung gegenüber eine Verantwortung“, so Willhelmer. Für viele Betriebe sei dies aber natürlich „ein Schlag ins Gesicht“, denn auf lange Sicht käme es hierbei zu großen finanziellen Einbußen. „Für gewisse Zeit wird man die Situation so schon bewältigen können, doch bei längerer Schließung wird es für viele Betriebe eng werden. Hoffen wir, dass es nicht zulange andauert“, erzählt Willhelmer.

„Auf längere Sicht existenzbedrohend“

Ähnlich sieht das auch Walter Kollmann, ein bekannter Friseur aus Landskron, besser bekannte als „Art Walter“. „In den letzten Tagen lief bei uns im Salon noch alles ganz normal ab, wir waren gut ausgebucht“, erzählt uns der Friseur. Dass momentan aber so viele Großveranstaltungen abgesagt werden, wirke sich langfristig auch auf die Friseurbranche aus. „Einige Kunden sagen Termine ab, weil sie jetzt doch keine Friseur für einen Ball, eine Hochzeit oder andere Veranstaltungen brauchen“, so Kollmann. Existenzängste habe der Friseur zur Zeit aber keine. „Wenn mein Betrieb jetzt für eine Woche oder 14 Tage geschlossen bleiben muss, wird es zu schaffen sein. Ein längerer Zeitraum ist natürlich für Klein- und Mittelbetriebe existenzbedrohend“, weiß der Friseur. Wie heute die Bundesregierung verkündete, soll ein Soforthilfepaket in Höhe von 4 Milliarden Euro geschnürt werden, das besonders Klein- und Mittelbetriebe in solchen Situationen unterstützen soll. Nähere Informationen dazu werden noch bekannt gegeben.

Unsicherheit spürbar

Bei den Kundinnen und Kunden sei eine gewisse Unsicherheit teilweise spürbar, da sind sich die beiden Friseure einig. „Die Stimmung ist durchwachsen. Manche haben bereits Panik, andere sehen die Situation noch gelassen“, erzählt Kollmann. Vor allem die Ungewissheit über die Situation trage laut dem Friseur zu der Verunsicherung der Bevölkerung bei. „Niemand kann genau sagen, wie die nächsten Tage oder Wochen verlaufen werden“, so Kollmann. Nun müsse man einfach abwarten, wie sich die Lage weiterhin entwickelt. „Meine Mitarbeiter sind zum Glück sehr einsichtig, was die ganzen Maßnahmen betrifft. Da müssen wir jetzt gemeinsam durch“, so Georg Willhelmer, Landesinnungsmeister der Kärntner Friseure, abschließend.

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