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Leute - Klagenfurt
© Pixabay

Nicht verharmlosen

Coronavirus: „Sagt euren Kindern die (kindgerechte) Wahrheit!“

Klagenfurt – Ab Montag werden die Oberstufen-Schulklassen in Österreich geschlossen sein, ab Mittwoch wird an den Unterstufen nicht mehr unterrichtet, Kinderspielplätze werden geschlossen. Die Kinder sollen nach Möglichkeit zu Hause betreut werden. Spätestens dann bemerken Kinder, dass etwas nicht stimmt. "Kinder haben Aufklärung verdient", findet Julia Gregoritsch, Lehrerin einer Mittelschule und Sozialpädagogin aus Klagenfurt.

 3 Minuten Lesezeit (407 Wörter)

„Kinder haben feine Antennen und bemerken, wenn etwas nicht in Ordnung ist oder Eltern sich anders verhalten als sonst“, erzählt uns Gregoritsch, die als Kleinunternehmerin auch selbstgenähte Kinderkleidung herstellt. Sie wünscht sich, dass Eltern ihre Schützlinge aufklären und mit ihnen über den Coronavirus sprechen. „Kinder verstehen oft schon sehr viel, was wir ihnen meist gar nicht zutrauen“, so die Pädagogin.

In kindgerechter Weise

Natürlich kann ein Oberstufenkind schon mehr begreifen als ein Volksschul- oder Kindergartenkind. Dennoch sollte offen mit den Kindern über die derzeitige Situation gesprochen werden. „Man sollte alle Fragen der Kinder ehrlich beantworten und niemals sagen, dass sie für gewisse Dinge zu klein wären“, sagt Gregoritsch, die selbst Mutter zweier kleiner Kinder ist. „Auf keinen Fall sollte etwas verharmlost werden, denn, wie wir alle wissen, ist der Coronavirus, vor allem für ältere Leute, alles andere als harmlos“, so die Pädagogin. „Wichtig ist auch die Kinder aufzuklären warum jetzt Ausflüge oder Besuche nicht mehr möglich sind und dass es in absehbarer Zeit wieder anders sein wird“, ist sich Gregoritsch sicher.

Sorgen ernst nehmen

Größere Kinder beschäftigen sich oft eingehender mit der Thematik und könnten Ängste entwickeln. „Als Elternteil sollte man immer Ansprechpartner für Nöte und Sorgen sein. Hören Sie Ihrem Kind zu und lassen Sie auch deren Meinung gelten“, meint Gregoritsch. Eine offene Atmosphäre ohne Verurteilungen würde für Vertrauen sorgen und es möglich machen, dass sich die Kinder öffnen und mit ihren Problemen zu den Eltern kommen.

Hygiene ist wichtig

Gerade in Zeiten wie diesen ist Händewaschen um so wichtiger. Doch, wie viele Eltern wissen, ist dies nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung unserer Sprösslinge. Zudem sollte die Reinigung auch gründlich und lang genug sein, um wirksam zu werden. „Am besten gelingt das Händewaschen spielerisch“, sagt Gregoritsch. „Denken Sie sich ein eigenes Corona-Lied aus oder singen sie gemeinsam den Refrain des Lieblingssongs. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt“, lächelt die Pädagogin. Andrea Cechak-Pötscher vom EKIZ hat sich zu Hause für ihre Kinder etwas Lustiges einfallen lassen. „Jedes Kind bekommt unseren Coronavirus auf die Hand gemalt – bis zum Abend soll er verschwunden sein. Für die Kinder ist es so leichter umzusetzen und sie werden auch immer wieder durch die Zeichnung ans Händewaschen erinnert“, schreibt sie auf Facebook.

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