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Welche Auswirkungen hat der Coronavirus auf die Aktien:

Österreichs Aktienmarkt – worauf ist zu achten?

Österreich – Politische Krisen, fallende Ölpreise und die weltweite Angst vor dem Coronavirus machen den Aktienmärkten zu schaffen. Zwar haben etliche Regierungen der Wirtschaft Hilfestellung versprochen, aber die Stimmung unter den Investoren ist alles andere als positiv.

 5 Minuten Lesezeit (601 Wörter) | Änderung am 16.03.2020 - 11.07 Uhr

Seit Anfang des Jahres, also kurz nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle von Coronavirus in der chinesischen Stadt Wuhan, hat der österreichische Aktienindex ATX rund 23,8 Prozent verloren. Der DAX in Frankfurt steht im Vergleich zum Jahresbeginn rund 18,3 Prozent schlechter dar, und auch der Finanzmarkt in den USA ist kräftig zur Ader gelassen worden. Der Dow Jones hat seit dem 1. Januar rund 9,4 Prozent verloren.

Hinzu kommt der Ölpreiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien. Die beiden Ölproduzenten konnten sich nicht auf eine gemeinsame Förderbremse bei der Ölproduktion einigen, woraufhin Saudi-Arabien drastisch die Förderund erhöht und den Rohölpreis gesenkt hat. Derzeit liegen die Preise pro Barrel so niedrig wie nicht mehr seit Anfang des Zweiten Golfkriegs 1991.

Doch darin liegen auch Möglichkeiten für Anleger und Konsumenten. Fallende Kosten an der Tankstelle und beim Heizen verschaffen mehr Spielraum auf dem Konto, und sinkende Aktienkurse dank Panikverkäufen erlauben klugen Investoren den Einstieg in derzeit unterbewertete Aktien.

Während vor allem Fluglinien, Kreuzfahrtschiffe und Hotels unter Reiserestriktionen wie in Italien leiden oder Reisen aufgrund der Ansteckungsgefahr storniert werden, sind viele andere Branchen auch weiterhin eine Überlegung wert, gerade in Zeiten von Kurseinbrüchen.

Langfristig gesehen ist der Aktienmarkt seit Jahren im Steigen begriffen. Ende Juni 2016 lag der ATX zum Beispiel bei rund 2.095 Punkten. Am 10. März diesen Jahres lag er trotz Krisen und Rezessionsgerüchten immer noch 340 Punkte höher bei knapp 2.435 Punkten.

Gewinner bei den Anlegern sind derzeit Gold, der Medizinsektor, aber auch Lebensmittelhersteller.

Weil Aktien grundsätzlich ein Risiko beinhalten und Kursschwankungen unterliegen, werden sie prinzipiell nur als längerfristige Anlage empfohlen. Zu den empfehlenswerten Investitionen gehören gerade in Krisenzeiten nach Expertenmeinungen Unternehmen wie die Österreichische Post, für die eine Dividende von 5,5 Prozent avisiert wurde.

Breit gestreute Fonds, in denen das Risiko auf zahlreiche Unternehmen verteilt ist, machen es leichter, etwaige Verluste bei einer Aktie aufzufangen.

Je undurchsichtiger oder instabiler die weltpolitische Lage wird, desto mehr interessieren sich Anleger für Investitionen auf den heimischen Märkten. Für die Börsennotierung etwa auf dem ATX und dem DAX werden strikte Auflagen gemacht, was Seriösität, Bonität und Transparenz anbelangt. Eine Krise wie 2008, als der Zusammenbruch von Lehman Brothers in den USA zu Bankenpleiten weltweit und Rettungsmaßnahmen seitens zahlreicher Regierungen führte, soll sich so schnell nicht wiederholen.

Um Arbeitsplätze zu retten und das Vertrauen in die Wirtschaft zu erhalten, werden derzeit in diversen Ländern Auffangpläne geschmiedet. In Deutschland wird zum Beispiel über von der Bundesarbeit für Arbeit finanziertes Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmer nachgedacht, deren Stunden betriebsbedingt gekürzt werden. In Norwegen wird unter anderem über die Unterstützung von Fluglinien diskutiert.

Das größte Problem für Regierungen und Märkte ist die Unsicherheit, was die Ausbreitung und Dauer der Coronavirus-Krise anbelangt. Da die chinesische Wirtschaft als Epizentrum global integrierter Lieferketten gilt und das Reich der Mitte für die meisten Länder ein Hauptwirtschaftspartner ist, könnte das globale Wirtschaftswachstum stark leiden und etwa in Europa auf Raten sinken, die zuletzt im Zuge der Euro-Schuldenkrise zu sehen waren, sollte sich die Lage verschlechtern.

Sollte die Situation sich hingegen rasch stabilisieren, rechnet die Industrieländer OECD für 2020 mit einem Wachstum von 2,4 Prozent weltweit.

Doch selbst die 2008 ausgebrochene Bankenkrise konnte längerfristig den Finanzmärkten nicht schaden. Ende Februar 2009 lag der DAX etwa bei knapp 3.843 Punkten. Nur 14 Monate zuvor lag er noch bei fast 8.000 Punkten.

Derzeit behauptet er sich trotz aller Panik bei Werten um die 11.000 Punkte, ein Grund, der vielen Beratern gerade jetzt als Kaufempfehlung für stabile Branchen gilt, weil Kurskorrekturen nach unten selten lange anhalten.

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