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Leute - Klagenfurt
© Pixabay

Ruhe- und Kraftort

Gerade jetzt: „Natur hat eine be­ruhigende Wirkung!“

Klagenfurt/Kärnten – "Wir Menschen sind Teil der Natur und demnach auch entsprechend flexibel und fähig mit Herausforderungen umzugehen", ist sich Naturmentorin Alexandra Haaji sicher. Durch die Verbindung mit der Natur könnten wir unser Immunsystem stärken und uns zusätzlich zur Ruhe bringen. "Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass die Verbindung mit der Natur heilsam ist!"

 5 Minuten Lesezeit (674 Wörter)

„Es ist immer wichtig in die Natur zu gehen“, ist sich Naturmentorin Alexandra Haaji von SpielRaumNatur sicher. „Sie ist unser Lebensboden und jetzt ist sie nochmal ein Stück weit wichtiger, da sie unser Immunsystem stärkt, uns zur Ruhe bringt und den gesamten Organismus innerhalb von nur 30 Minuten für bis zu 4 Stunden entspannen kann“, erfahren wir. Wir sollen laut Regierung unsere sozialen Kontakte einschränken und weitestgehend zu Hause bleiben, einem Aufenthalt in der Natur steht jedoch nichts im Wege, solange wir uns dort alleine oder mit Menschen aus dem eigenen Haushalt aufhalten.

Sorgen loslassen

Der Coronavirus bereitet vielen von uns Sorgen und führt oft auch zu Unsicherheiten und Ängsten. „Die Sorgen werden uns nicht einfach verlassen, aber wir haben die Möglichkeit mittels unterschiedlicher Techniken den Kopf frei zu bekommen“, sagt Haaji. „Eine davon ist es, uns mit der Natur zu verbinden. Da kann es schon helfen sich mal bewusst an das Fenster zu setzen und den Zug der Wolken zu beobachten“, erklärt die Naturmentorin.

Dankbar sein

Die Danksagung ist ein Ritual bei dem man die innere Dankbarkeit gegenüber der Erde und ihren Geschöpfen ausdrückt. Durch Dankbarkeit werden unsere Hirnregionen anregt und auch das Immunsystem gestärkt. Die Dankbarkeit wird bereits seit tausenden von Jahren in nativen Kulturen praktiziert und ist heute weitgehend wissenschaftlich erforscht. „Die Danksagung kann gleich am Morgen beim Aufwachen gemacht werden oder beim gemeinsamen Essen“, so Haaji. „Wichtig dabei ist, es sollte wirklich von Herzen kommen und kein Runterleiern von Floskeln sein. Ich denke, gerade jetzt haben wir ganz viele Möglichkeiten, für die wir dankbar sein können.“

Natur ist heilsam

Bereits im Jahre 1984 hat eine Studie* festgestellt, dass der Wald eine gesundheitliche Wirkung auf uns Menschen hat. Demnach wirke der bloße Anblick von Bäumen bereits messbar positiv. Patienten wurden der Studie zufolge schneller gesund und benötigten weniger Schmerzmittel. „Zahlreiche weitere Studien zeigen auf, dass es für uns Menschen lohnend ist, wenn wir uns in der Natur aufhalten und uns mit der Natur auseinandersetzen“ ergänzt Haaji. Eine Langzeitstudie** belegt den positiven Einfluss der Natur zur Behandlung von zum Beispiel Depressionen, Burn-Out und Angststörungen. „Wenn wir uns bewusst mit der Natur verbinden, so ist ein viel rascherer Heilungsprozess, vor allem auf psychischer Ebene, möglich“, weiß die Naturexpertin. Kurz gesagt: Die Natur tut uns gut!

Vertrauen haben

„Uns sollte bewusst sein, dass wir nicht alleine sind. Wir sind alle von dieser aktuellen Herausforderung betroffen und gemeinsam schaffen wir das“, sagt die Naturmentorin. Wichtig sei es Vertrauen zu haben. „Sicherheit ist eine Illusion und das Leben ist nicht plan- oder kontrollierbar“, weiß Haaji. „Wir Menschen sind Teil der Natur und demnach auch entsprechend flexibel und fähig mit Herausforderungen umzugehen. Wenn uns das bewusst ist, dann verfallen wir auch nicht in Panik.“ Sollte dennoch Panik auftreten, dann ergebe es ihrer Meinung nach Sinn, da durchzugehen oder sich Hilfe zu suchen, sei es online oder telefonisch. „Es gibt viele Menschen, die bereitstehen, und unterstützen möchten“, so Alexandra Haaji, die selbst für andere da ist, indem sie Einzelsitzungen anbietet.

Gesellschaft könnte sich verändern

Österreich steht aktuell vor der großen Herausforderung im Umgang mit dem Coronavirus. Doch diese bringt auch Positives ans Licht. Eine Welle der Hilfsbereitschaft macht sich auf Facebook breit, Einkaufhilfen, Nachbarschaftsdienste – wir rücken näher zusammen, obwohl wir uns körperlich fernhalten. Menschen sangen am Sonntag auf ihren Balkonen „I am from Austria“, um ein Zeichen der Hoffnung zu spenden. Krisensituationen verbinden. Und die Natur erholt sich – kann wieder atmen, frei von zu vielen Menschen und ihren Verschmutzungen. In Italien wurden wieder erste Delfine nahe der Küste gesichtet, weil die Schiffe stillstehen. Wer weiß welche kleinen Wunder uns in den nächsten Wochen noch bevor stehen. „Ich hoffe, dass diese Herausforderungen unsere Gesellschaft verändern werden – und zwar zum Positiven“, sagt Haaji abschließend.

Verwendete Quellen:

  • * Studie zur gesundheitlichen Wirkung des Waldes, 1984, erschinen im Wissenschaftsmagazin „Science“
  • ** Studie: Therapiesalon im Wald von Thomas Legl in NÖ
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