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Interview
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"Ein komisches Gefühl"

„Meine Tante und Onkel haben das Corona­virus. Und jetzt?“

Kärnten – Wie fühlt es sich an, wenn man nicht weiß, ob man selbst betroffen ist? Wir haben mit einer Frau gesprochen, die von einem Gefühlschaos erzählt.

 4 Minuten Lesezeit (486 Wörter)

„Gerne erkläre ich euch, wie es unserer Familie mit dem Coronavirus geht“, so die 37-jährige Villacherin am Telefon. Ihre Geschichte lautet wie folgt: „Meine Tante und mein Onkel wurden positiv auf Covid-19 getestet. Meine Mutter hat mir das vorgestern am Telefon mitgeteilt.“ Zuerst war das Gefühl irgendwie komisch. Dann kamen die vielen Fragen. „Meiner Mutter wurde mitgeteilt, dass sie das Haus nicht verlassen darf, immerhin haben sich die beiden vor dem Ergebnis oft getroffen. Aber was ist mit mir? Ich habe meine Tante und meinen Onkel zwar nicht getroffen, aber meine Mama.“ Ihre Familie wie auch die beiden Verwandten, sie leben alle in Kärnten verteilt und nicht in Villach, sind nun in Heimquarantäne. Diese wurde behördlich angeordnet und inzwischen auch kontrolliert.

Alles begann mit Fieber…

Die beiden positiv getesteten Verwandten, beide sind über 50,  waren Anfang März zum Skifahren in Ischgl. Als sie heimkehrten, wurde die Tante krank. Fieber, Husten und allgemeine Schlappheit fühlte die Kärntnerin. Man ließ sich testen und das Ergebnis der Eheleute: Beide waren am Coronavirus erkrankt. „Weder bei mir oder bei meiner Mutter wurde bisher ein Test durchgeführt. Uns wurde gesagt, man meldet sich noch und wir sollen in der Wohnung bleiben. Hier sitze ich nun mit meinem Lebensgefährten“, so die Villacherin, die in der Pflege arbeitet. Sie und ihr Partner hätten in die Arbeit gehen sollen.

Eine „Krankmeldung“ gibt es nicht

„Natürlich, so etwas wie eine Krankmeldung, also, dass man für den Arbeitgeber etwas in der Hand hätte, gibt es derzeit für uns nicht. Die Gesundheitshotline meinte nur, ich solle Zuhause bleiben und, dass `alles von uns an die Behörden weitergeleitet´ wird.“ Nun wartet sie in ihrer Villacher Wohnung. Ihr Lebensgefährte blieb vorsorglich auch Zuhause und ging auch nicht mehr zur Arbeit. Nicht zu wissen, ob man das Virus hat, das verunsichert. Sie möchten niemanden gefährden und warten. „Derzeit bleibt uns nichts anderes übrig, als hier herumzusitzen und sich Gedanken darüber zu machen, ob man das Virus hat, bis jemand für den Test vorbeikommt.“ Symptome zeige sie keine. „Es fühlt sich alles so komisch an. Ich will ja niemanden gefährden. Habe ich das Virus, oder nicht? Wenn ja seit wann. Außerdem mache ich mir Sorgen um meine Eltern und Brüder. Hat es noch jemand von uns.“ In der Wohnung fangen die Gedanken an zu kreisen. Das Paar hat auch einen Hund. „Es kommt vorsorglich ein Bekannter, um mit dem Hund rauszugehen. Wir hoffen, bald Klarheit zu haben.“

Kritik an Testungen in Kärnten

Weitere 5 Minuten Leserinnen erzählen in den letzten Tagen, dass sie darauf warteten, bis ihre Tests durchgeführt werden. Andere berichten von einer längeren Zeitspanne, bis das Ergebnis vorliegt.  1500 Tests wurden bis dato durchgeführt. Am Samstag kommen zu den vier mobilen Test-Teams noch zwei stationäre in Klagenfurt und Spittal dazu.

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