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Besuchsverbot im LKH

Geburt alleine: „Vater darf das Kleine nicht begrüßen!“

Kärnten – Es herrscht Besuchsverbot in den Krankenhäusern. Diese Regelung erzeugt zum Teil große Angst bei werdenden Müttern. Hier geht es um jenen einzigartigen Moment der Geburt, bei dem Väter nicht mehr dabei sein dürfen ... Das verunsichert.

 5 Minuten Lesezeit (609 Wörter)

Es steht alles bereit, die Tasche ist gepackt. „Wir haben uns riesig gefreut, als wir die Nachricht erhalten haben: Wir werden Eltern“, erzählt Theresa* voller Begeisterung  (*Name von der Redaktion geändert). „Meine Güte, ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich es meinem Mann verkündete.“ Und nun ist es bald soweit. In drei Tagen ist der Geburtstermin.

„Der Kreißsaal macht mir keine Angst“

„Ich habe zwar keine Angst vor der Geburt selber, aber ich bin traurig, weil wir das gemeinsam durchstehen wollten – ‚gemeinsam sind wir stark‘ – wie man das die Tage ja überall hört. Aber ich werde alleine sein“, sagt sie. Ihre Stimme wird heiser. „Wir bekommen unser erstes, gemeinsames Baby! Ich habe mir so sehr gewünscht, dass wir unseren kleinen Schatz in den Armen halten, wenn er uns das erste Mal anschaut…

Väter – bitte draußen bleiben

Seitens des Landes Kärntens wird bestätigt, dass nach derzeitigen Stand kein Vater bei der Geburt dabei sein darf. Entscheiden dürfen dieses sensible Thema die Krankenhäuser selbst. Eine bundesweite Regelung dafür gibt es nicht. „Väter können erst nach dem Wochenbett das Kind sehen. Allerdings dürfen Krankenhäuser beziehungsweise die Abteilungsleiter im individuellen Fall selbst entscheiden, ob wirklich triftige Gründe vorliegen, die eine Anwesenheit des Vaters unumgänglich machen“, so Gerd Kurath vom Landespressedienst und ergänzt: „Allerdings können sich solche Maßnahmen generell gesagt täglich ändern.“ Darauf müssen sich alle werdenden Mütter einstellen. „Mein Mann wird auch zum allerersten Mal Papa. Ihm fällt es schwer, damit umzugehen, auch wenn er es nicht zeigen möchte und mir stattdessen Mut zuspricht. Mir tut es leid…, weil diese Erfahrung für ihn unwiederbringlich verloren ist„, bedauert Theresa.

Ich werde mutig sein

„Wir Frauen sind allgemein stärker als wir denken, das stimmt schon“, meint die baldige Mama. Natürlich werden Hebamme und Schwestern samt Arzt dafür sorgen, dass alles gut geht. Aber das stimmt Theresa nur bedingt fröhlicher. Ganz ohne Wehmut wird sie dieses Erlebnis nicht in Erinnerung behalten.

Das erste Baby ist etwas Besonders

„Klar ist die Gesundheit unseres Kindes das Wichtigste – und, dass alles ohne Probleme über die Bühne geht“, sagt Theresa. „Und ich weiß auch, dass die Frauen früher immer alleine waren, wenn sie Kinder bekommen haben.“ Trost ist das für sie dennoch keiner. Die 32-jährige Kärntnerin hofft, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschieht und, dass der leitende Arzt die Anwesenheit vom künftigen Papa vielleicht gestattet. „Ich hoffe, dass ich nicht ewig bedauern werde, dass mein Mann nicht dabei war. Was, wenn es unser einziges Kind ist…“,  überlegt sie nachdenklich. „Es ist wirklich schlimm, einem Vater diesen Moment zu verwehren, wenn er sein Kleines – noch schreiend und verwirrt, weil soeben in der Welt angekommen – nicht sehen darf.“

Die Zukunft bringt Ungewissheit

Eine frisch gebackene, stolze Mutter, die ihr Neugeborenes all ihren liebsten und wichtigsten Menschen vorerst vorenthalten muss – das fällt sicher schwer. Da kann man gut nachempfinden, wie sich Theresa fühlt und wie gerne sie doch die „normalen Zeiten, vor Corona“ zurück hätte. „Es ist wie ein böser Traum“, meint sie und ergänzt: „Aber ich weiß auch nicht, wie es nach der Geburt sein wird. Die Krise ist für alle schwierig und wir werden das Beste daraus machen müssen.“ Diese Zuversicht ist gut. „Auf jeden Fall freue ich mich auf unser süßes Familienmitglied und ich weiß, dass wir ein richtig tolles Team werden…!“  Und da ist sie wieder: Die Begeisterung in ihrer Stimme .

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