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Leute - Kärnten
© KK

Videobotschaft per Whats app:

Emma (4) an demenzkranken Opa: „Komme bald wieder zu dir!“

Velden – Coronavirus-Krise: Es gibt ein Besuchsverbot für Seniorenheime. Wir haben im MaVida Park Velden (AHA-Gruppe) nachgefragt, wie es denn unseren älteren Menschen mit den derzeitigen Veränderungen, geht. Die Geschichten, die uns aus dem Demenzzentrum in Velden erzählt werden, sind wirklich herzergreifend. 

 4 Minuten Lesezeit (567 Wörter)

Diplomkrankenschwester Birgit Marolt ist Demenzbeauftragte im MaVida Park Velden. „Eines vorweg, den Bewohnern geht es gut. Wir haben natürlich auch Zeitungen hier und leisten daher viel Aufklärungsarbeit. Es kommt zu Verwechslungen, manche glauben zum Beispiel, dass sie jetzt nicht mehr aus dem Zimmer dürfen.  Wir erklären das, holen sie aus den Zimmern und gehen dann beispielsweise raus in den Garten spazieren.“

Für Angehörige ist es schwer…

Wie gehen die Menschen mit der neuen Situation um? „Die Angehörigen haben mit der Maßnahme sehr gekämpft und wollten gerne noch einmal vorbei kommen. Einige waren schockiert, haben auch angerufen oder standen vor der Türe. Ich verstehe das, alles kam eigentlich ohne Vorwarnung und man sorgt sich natürlich um seine Lieben“, so Marolt, die aber beruhigen kann: „Die Bewohner selbst sind jedoch gut mit der Umstellung klar gekommen. Es herrscht hier gerade eine Atmosphäre der Ruhe, des Herunterkommens, die auch gut tut.“ Der Großteil der Angehörigen findet das strikte Vorgehen gut und bedankt sich dafür. So können sie sicher sein, dass der Coronavirus nicht ins Seniorenwohnheim eingeschleppt wird. Liegt jemand im Sterben, dürfen sich Angehörige natürlich in einem Extra-Raum, unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen, verabschieden.

Neue Wege: „Back to the roots“

„Die Angehörigen grüßen Opa und Oma zum Beispiel jetzt per Whats App“, erklärt Marolt. Videobotschaften sind jetzt enorm wichtig. „So weiß die Familie, dass es Opa gut geht, er hat zum Beispiel zugenommen und gleichzeitig können diejenigen Senioren, die nicht mehr lesen können, trotzdem mit ihren Lieben kommunizieren.“ Wie Emma (4) aus Tirol, die mit Opa Norbert ein eingespieltes Team ist. Sie kam früher oft zu Besuch ins MaVida Park Velden. Jetzt sind es Videobotschaften, die sie ihm schickt. „Norbert streicht mit dem Finger über die Wange von Emma und sagt ´mei bist du lieb´“, sagt die Diplomkrankenschwester. Bei vielen Bewohnern wird nun What´s App installiert. Die Freude über die Videobotschaften ist hier groß. Jetzt, wo kein Besuch kommt, heißt das Motto Back to the roots. „Wir bekommen von den Kindern hier in der Umgebung jetzt zum Beispiel viele Briefe und Karten. Jeder Bewohner bekommt Briefe, die persönlich adressiert, also mit Namen versehen sind. Das ist gut, denn das Lesen ist auch ein Gedächtnistraining.“

Alle helfen zusammen „Wir schaffen das!“

Normalerweise treffen die Kinder der VS Lind ob Velden durch das Projekt „Mein Banknachbar hat Demenz. Na und?“ die Senioren des AHA- MaVida Parks aus Velden. Sie schenken den älteren Menschen Freude und bringen sie zum Lächeln. Da dies aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich ist, wird jetzt gezeichnet und gebastelt. Ein neues Projekt, das ebenfalls von Birgit Marolt, Lehrerin Brigitte Chyba und Direktor der Volksschule Lind ob Velden, Christian Zeichen initiiert wurde. Er erzählt gegenüber 5 Minuten Villach: „Das ganze Dorf macht mit. Wir zeigen alle gemeinsam der älteren Generation, dass wir auch in Zeiten wie diesen für Sie da sind. Beim neuen Projekt helfen Kindergarten, Schulen, Eltern und auch die Ortsgemeinschaft zusammen.“ Übergeben werden die Kunstwerke der Kinder dann vom Direktor der VS Lind ob Velden. Er gibt sie den Mitarbeitern des Demenzkompetenzzentrums über den Zaun. Die ersten Karten sind bereits eingelangt.

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